Scheidung ohne Anwalt - ist das möglich oder nicht?



Wenn sich eine Trennung nicht vermeiden lässt, dann wäre es für viele Paare ein Wunsch, eine Scheidung ohne Anwalt durchzufechten, denn dafür gibt es viele Gründe, zum Beispiel auch die Kosten.

Die aktuelle Zahl der Ehescheidungen zeigt, dass eine Scheidung für jedes zweite Paar in den Bereich des Möglichen rückt. Bei vielen Beziehungen ist zu diesem Zeitpunkt der Tatbestand der Zerrüttung so weit vorangeschritten, dass die Scheidung in einen Kampf der gegnerischen Anwälte mündet, ein Kampf, der nicht selten auch um das Sorgerecht der gemeinsamen Kinder geht. Gerade diese sind bei Scheidungen die am meisten Leidtragenden. Denn Kinder geben sich häufig an der Trennung der Eltern die Schuld. Eben gerade deshalb, damit die Kinder möglichst unbeschadet aus dem Prozess der Scheidung hervorgehen, aber auch, wenn es sich um die Trennung eines kinderlosen Paares handelt, ist eine möglichst einvernehmliche Scheidung ein großer Schritt zur Normalisierung des Lebens danach. Allerdings lässt sich eine Scheidung ohne Anwalt nicht umsetzen. Der Gesetzgeber schreibt für die Auflösung einer Ehe die anwaltliche Vertretung vor Gericht zwingend vor.

Doch ist es ein großer Unterschied, ob man bei einer Scheidung versucht, so viel als möglich negative Wirkung beim ehemaligen Partner zu erzeugen, oder ob man sich einig ist, dass man möglichst pragmatisch die verschiedenen Hürden des Verfahrens nehmen will. Ein Weg, Kosten und Nerven zu sparen, ist- wenn schon keine Scheidung ohne Anwalt möglich ist - einvernehmlich die Dinge zu klären, dann nur einen Anwalt zu nehmen, der im Namen des einen Partners den Scheidungsantrag stellt, der andere Partner stimmt dann einfach diesem Antrag zu. Allerdings ist dabei zu beachten, dass erstens manchmal der Fall auftritt, dass man im Laufe der Verhandlungen die Dinge doch nicht mehr so einvernehmlich sieht, andererseits ist es auch so, dass der Anwalt dann keineswegs die Interessen von beiden Partnern vertritt, er bleibt nur seinem Mandatsgeber verpflichtet. Mit anderen Worten, derjenige, der auf den Anwalt verzichtet, muss aufpassen, dass er nicht etwa über den Tisch gezogen wird.

Folgeprozesse um Fragen des Unterhalts oder des Sorgerechts können ohne anwaltliche Vertretung erfolgen. Allerdings ist es nicht ohne Weiteres ratsam, auf einen Anwalt zu verzichten, weil auch hier mindestens eine Beratung erfolgen sollte, wie die Rechtslage aussieht. Außerdem kann es sich als vorteilhaft erweisen, auf die Prozesstaktik der Gegenseite adäquat zu reagieren, und dies ist dem Laien nicht immer gegeben. Fazit ist, man kann zwar versuchen, Anwaltskosten zu sparen, und dafür gibt es verschiedene Wege, aber eine Scheidung ohne Anwalt gibt es nicht.









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