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Kategorie: Private Blogs

Nachrichten und Neuigkeiten zum Thema Rollstuhl, Elektrorollstuhl und Elektromobil

Nachrichten aus dem RSS-Feed: Rollstuhl NEWS
Vermeiren
(Wed, 19 May 2010 10:38:00 +0000)  ist doch ein TOPP Firma oder?
Michael Jackson sitzt im Rollstuhl
(Fri, 08 Aug 2008 07:40:00 +0000)  In Pyjama und Hausschuhen ist Michael Jackson beim Einkaufen gesichtet worden. Der „King of Pop“ bewegte sich im Rollstuhl fort.

Die britische Boulevardzeitung „The Sun“ druckte ein Foto, auf dem der „King of Pop“ beim Bücherkauf in Las Vegas zu sehen sein soll. Die fotografierte Person trägt eine Schlafanzughose und Hausschuhe. Das Gesicht ist durch einen Mundschutz, eine dunkle Sonnenbrille und durch ein Basecap verdeckt.

„Seine Haut schält sich“

„Er sah sehr zerbrechlich aus“, zitierte die Zeitung (Donnerstag) den US- Fotografen Mike Lopez. „Seine Haut schält sich ... und er wirkt sehr dünn und eingefallen.“ Jackson hat schon häufiger angegeben, dass er an einer Hautkrankheit leide und sich vor der Sonne schützen würde.

Angeblich soll Jackson unter derart schweren Rückenproblemen leiden, dass er sich nur noch im Rollstuhl fortbewegen könne. Begleitet worden sei er bei dem Einkauf von seinen Kindern Prince Michael, Prince Michael II und Paris Katherine. Nach Zeitungsberichten soll Michael Jackson Schulden in Höhe von rund 213 Millionen Euro haben. Seine Gläubiger drängen ihn angeblich dazu, ein langfristiges Engagement in der Spielerstadt anzunehmen. Céline Dion hatte dort mit ihrer Show innerhalb von vier Jahren mehr als 254 Millionen Euro verdient.
Im Rollstuhl zu Hause
(Fri, 08 Aug 2008 07:37:00 +0000)  Für Caroline B. sind die Sommerferien die anstrengendste Zeit im Jahr. Die Düsseldorfer Ganztagsförderschule, die ihr siebenjähriger behinderter Sohn Johannes besucht, macht dann nämlich keine Angebote.

DÜSSELDORF/ERKRATH Die Zeiten, in denen Schulkinder während der sechs Ferienwochen zu Hause blieben und die Eltern vor eine echte Betreuungsaufgabe stellten, sind eigentlich vorbei. Alle Grund- und Förderschulen, die im „offenen Ganztagsbetrieb“ sind, müssen einige Wochen lang ein Ferien-Programm anbieten. Absurd: Echte Ganztagsschulen müssen dies nicht. Sie bleiben dicht.

„Eine Katastrophe“ nennt Theo Bremer von der Düsseldorfer Schulverwaltung diese Landes-Regelung, die auch eine Förderschule in Düsseldorf betrifft: Die Rheinische Schule für körperliche und motorische Entwicklung an der Brinckmannstraße hat kein Ferienprogramm, die Eltern der gut 200 behinderten Schüler müssen sehen, wie sie zurecht kommen.

Für Caroline B. deren Sohn Johannes die Förderschule besucht, ein unhaltbarer Zustand: „Ich bin vollkommen überlastet und habe praktische keine Zeit für meinen anderen, nicht behinderten Sohn“, erzählt die Mutter aus Erkrath. „Ich bin zwar nicht berufstätig, aber alleine, ohne meinen Mann zu Hause, weil er arbeitet. Die aufwändige Betreuung meines Kindes während der sechs Wochen verschlingt mich geradezu.“

Sohn Johannes ist spastisch gelähmt und braucht die ganze Aufmerksamkeit der Mutter. „Deshalb kann ich kaum etwas mit meinem neunjährigen Henry unternehmen“, so Caroline B., die für eine Kernzeit-Betreuung in den Ferien plädiert: Einige Stunden am Tag, so dass den Eltern etwas Zeit für andere Dinge bleibt, wünscht sie sich.

Beim Landschaftsverband Rheinland (LVR), Träger der Förderschule, bestätigt ein Sprecher, dass die Förderschule eine reguläre Ganztagsschule ist und als solche keine Betreuung in den Ferien anbietet. Warum das so ist, weiß auch er nicht. Nur so viel: Drei der vier Förderschulen, die der LVR in der Landeshauptstadt betreibt, sind Offene Ganztagsschulen und haben somit das Problem nicht (siehe Info). Von den 13 Förderschulen in städtischer Trägerschaft sind ebenfalls acht Offene Ganztagsschulen und damit an das Schulrecht gebunden. „Für die regulären Ganztagsschulen gelten die Regelungen nicht“, so Theo Bremer. „Wahrscheinlich bräuchte es erst eine Änderung im Schulrecht, damit die Ganztagsschulen auch in den Ferien öffnen können.“

Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, will nun das Schulministerium prüfen. In einem aktuellen Erlass für die Ganztagsförder- und Hauptschulen sind die Ferienprogramme jedenfalls nicht erwähnt, so ein Sprecher des Ministeriums. Jetzt soll geklärt werden, ob es in der Macht der Schulen steht, eine Betreuung für die Kinder auszuschreiben oder ob die rechtlichen Voraussetzungen erst geschaffen werden müssen.

Drogen im Rollstuhl versteckt
(Fri, 08 Aug 2008 07:33:00 +0000)  

Da hatten die Polizisten ein gutes Auge. Eine Streife beobachtete am 29. August 2007 in der Godesberger Villichgasse Rollstuhlfahrer Jassin H. Sie kontrollierten ihn und landeten einen Volltreffer. Der Rollstuhl war ein rollendes Drogenversteck.

Ein dummer Zufall kam den Beamten zu Hilfe. Sie hatten Jassin H. aufgefordert, sich auszuweisen. Als der Rollstuhlfahrer seinen Personalausweis zückte, klebte ein kleines Tütchen daran. Inhalt: Hasch.

Die Polizisten durchsuchten Rollstuhl und Fahrer, fanden zahllose weitere Tütchen. So hatte Jassin auch Drogen in einer Zigarettenschachtel deponiert, die im Rollstuhl klemmte.

Die Ausbeute der Sammlung: Jassin H. kutschierte 21,5 Gramm Hasch und 5,3 Gramm Kokain durch Bad Godesberg.

Der Drogen-Rollifahrer: „Alles für den Eigenkonsum. Die Drogen sollte einen Monat reichen. Koks wollte ich als Schmerzmittel ausprobieren.“ Seine Verteidigerin Birgit Schurz: „Ein Ausrutscher. Bisher ist er nur mit weichen Drogen aufgefallen.“

Jassin H. sitzt seit drei Jahren im Rollstuhl. Bei einem Sturz vom Balkon hatte er sich schwere Rückenverletzungen zugezogen. Vom Hasch kann der Marokkaner aber offenbar nicht lassen.

Im Mai 2006 erwischten ihn Detektive bei Toom zunächst beim Klau von Schuhen und Elektroartikeln. Anderthalb Stunden später fand die Polizei am Michaelplatz 135 Gramm Haschisch bei ihm. Das Amtsgericht verurteilte den mittellosen Rollstuhlfahrer zu 500 Euro Geldstrafe.

Jetzt kassierte Jassin H. erstmals eine Knaststrafe. Richter Manfred Aps verurteilte ihn zu einem Jahr auf Bewährung. Aps: „Drogen sind trotz Krankheit keine zulässige Alternative.“

Beim Rückwärtsfahren verletzte ein Autofahrer in Quettingen eine Frau im Rollstuhl
(Fri, 08 Aug 2008 07:30:00 +0000)  Beim Rückwärtsfahren verletzte ein Autofahrer in Quettingen eine Frau im Rollstuhl. Nach Aussagen der Frau half ihr der 19-Jährige danach zurück in den Stuhl. Sein Führerschein wurde danach beschlagnahmt, wegen Unfallflucht.

Quettingen - Als die 34-jährige Rollstuhlfahrerin die Bergstraße überqueren wollte, bemerkte sie den Mercedes, der rückwärts auf sie zu kam. Vergeblich versuchte sie, durch Rufe auf sich aufmerksam zu machen. Das Auto erfasste sie, die Frau fiel aus dem Stuhl auf die Fahrbahn.

Der Fahrer soll angehalten und ihr zurück in den Rollstuhl geholfen haben, sagte die Frau. Unmittelbar danach sei er ins Fahrzeug gestiegen und davongefahren. Zur Behandlung ihrer Verletzungen musste die Frau später einen Arzt aufsuchen.

Weil die Leverkusenerin sich das Kennzeichen gemerkt hatte, konnte die Polizei den Fahrer schnell finden. Der 19-jährige Leverkusener gab an, dass er sich nach dem Befinden der Frau erkundigt habe. Erst nachdem sie ihm gesagt habe, dass sie unverletzt sei, sei er weitergefahren.

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde der Führerschein des 19-Jährigen wegen Verkehrsunfallflucht beschlagnahmt.
US-Teenager glänzt mit Salto im Rollstuhl
(Thu, 16 Aug 2007 06:11:00 +0000)  Noch einmal kräftig Anlauf genommen, die Rampe hoch und geschafft! Vor gut einem Jahr gelang dem damals 14-jährigen Aaron Fotheringham auf einer Rampe in einem Action-Sport-Trainingscamp im kalifornischen Tehachapi erstmals ein Salto rückwärts. An sich kein besonderer Stunt, doch was ihn so einzigartig machte war die Tatsache, dass er in einem Rollstuhl ausgeführt wurde.

Der seit seiner Geburt querschnittgelähmte Teenager aus Las Vegas ist wohl der einzige Mensch weltweit, der diesen Trick beherrscht. Am kommenden Samstag wird er ihn erstmals auch in Deutschland vorführen: Der trickreiche US-Boy ist zu Gast beim "Rolliday" der Reifenmarke Schwalbe im bergischen Reichshof.

Aaron wurde mit Spina bifida geboren, einer Wirbelsäulenfehlbildung, die je nach Ausprägung zu verschieden starken Lähmungen führt. Seine Eltern gaben ihn wegen der Behinderung zur Adoption frei. Schon immer benutzte der Bursch einen Rollstuhl, obwohl er bis zu einer fehlgeschlagenen Operation in seinem neunten Lebensjahr auch noch mit Gehhilfen einige Schritte machen konnte.

Laut seiner Mutter Kaylene hat er seinen Rollstuhl aber schon immer gemocht und war schon früh ein ziemlich rasanter Fahrer. Als sein älterer Bruder Brian ihm dann eines Tages vorschlug, doch mal im örtlichen Skate-Park die Quarter-Pipe auszuprobieren, war der Funke gezündet. Aaron stellte sich als extrem talentiert heraus und trainiert seither täglich.

Das Video von seinem ersten Salto fand im Internet schnelle Verbreitung, und Aaron wurde mit "Hard Core Sitting" - der von ihm geschaffene Begriff ist mit "Extrem-Sitzen" nur unzureichend übersetzt - zur "Action-Sport-Ikone", wie ihn die US-Sportzeitschrift "ESPN Magazine" bezeichnete. Seither hat er den Salto schon unzählige Male wiederholt.

Zu Beginn dieses Jahres war er auf Einladung seines deutschen Sponsors Ralf Bohle GmbH, die unter dem Markennamen Schwalbe neben Fahrrad- auch Rollstuhlreifen herstellt, schon einmal in Deutschland und trat auch im Fernsehen als Gast des Talkers Stefan Raab auf. Den Salto konnte Aaron damals allerdings nicht vorführen, da es keine geeignete Rampe gab.

Nunmehr wird für den "Rolliday" auf dem Schwalbe-Werksgelände extra eine Bahn mit der erforderlichen Länge für ihn gebaut, auf der er gemeinsam mit dem deutschen Trick-Fahrrad-Profi Timo Pritzel seine Kunststücke zeigen wird. Für Aaron ist das nicht ungewöhnlich, denn bei Wettbewerben tritt er regelmäßig - und nicht ohne Erfolg - gegen BMX-Fahrer an.

Angst kennt er dabei nicht: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg", ist eher das Motto auf das er zurückgreift - jedoch leicht modifiziert: "Nun, für mich gilt: Wo ein Rad ist, ist auch ein Weg", meinte Aaron vor seiner Reise nach Deutschland. In seinem Stamm-Skate-Park ist der Junge übrigens als "Wheels" ("Räder") bekannt.

Sein lockerer Umgang mit seinem Handicap ist schon an dem Spruch zu erkennen, den er auf die Unterseite der Fußstütze seines vom Hersteller extra für ihn umgebauten Rollstuhls geschrieben hat: "Wenn Sie das hier lesen können, helfen Sie mir bitte auf."

Aaron lässt sich durch seine Behinderung nicht aufhalten, und sein Rat an Eltern von behinderten Kindern ist dann auch, ihre Sprösslinge nicht zu sehr zu beschützen und sie seine waghalsigen Übungen durchaus nachmachen zu lassen. "Chill out! Eure Kinder sitzen doch schon im Rollstuhl - was soll da schon noch passieren", sagt er augenzwinkernd: "Hauptsache sie tragen einen Helm." Denn auch Aaron schützt sich bei seinem Sport, und außer ein paar oberflächlichen Blessuren ist ihm noch nie ernsthaft etwas passiert: "Ich mag das Risiko - aber keine Verletzungen", sagt er.
Rechte von Flugreisenden gestärkt
(Sun, 29 Jul 2007 15:17:00 +0000)  Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer, hat heute begrüßt, dass mit dem Inkrafttreten der Verordnung (EG) Nr. 1107/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. Juli 2006 die Rechte von Flugreisenden mit eingeschränkter Mobilität gestärkt und ihr diskriminierungsfreier Zugang zum Luftverkehr sicher gestellt werden sollen.

"Mit dieser Verordnung ist ein weiterer Schritt zur gleichberechtigten Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben unternommen worden", betonte die sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete in ihrer Presseerklärung. Die Verordnung verbietet den Luftfahrtunternehmen, behinderten oder mobilitätseingeschränkten Menschen den Zugang zu einer Flugreise - abgesehen von begründeten Ausnahmefällen - zu verweigern. Zudem verpflichtet sie die Fluggesellschaften (und ab Juli 2008 auch die Flughäfen), eine qualitativ anspruchsvolle nahtlose Assistenz vom Ankunftsort vor dem Flughafen bis zum Sitzplatz im Flugzeug, während des Fluges vom Sitzplatz im Flugzeug bis zum Verlassen des Terminals bzw. bei Transitpassagieren bis zum Sitzplatz im Flugzeug des Anschlussfluges sicher zu stellen.

Ab Juli 2008 sind die Fluggesellschaften verpflichtet, Hilfsmittel wie Rollstühle oder Blindenhunde gratis mitzunehmen. Die sich hieraus ergebenden Kosten dürfen nicht auf die behinderten Fluggäste umgelegt werden. Sie sollen vielmehr aus einem Fonds beglichen werden, in den die Fluggesellschaften im Verhältnis zur Anzahl der von ihnen beförderten Passagiere einzahlen.

Darüber hinaus verpflichtet die Verordnung die 27 EU-Mitgliedsstaaten, angemessene und wirksame Strafen für jene Luftfahrt- und Touristikunternehmen vorzusehen, die sich nicht an die neuen Regeln halten. "In Deutschland soll zu diesem Zweck die Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung eine entsprechende Änderung erfahren. Ich werde mich dafür einsetzen, dass alle Verstöße gegen die in der EG-VO 1107/2006 aufgeführten Verpflichtungen mit Sanktionen belegt werden", erklärte Evers-Meyer.

Verletzen die für den Luftverkehr verantwortlichen und in der Verordnung genannten Unternehmen ihre Pflichten gegenüber behinderten oder mobilitätseingeschränkten Menschen, sollten sie diese zunächst an den maßgeblichen Flughafen beziehungswewise an das Luftfahrtunternehmen wenden. Erhalten sie von den Unternehmen keine oder nur eine unzureichende Antwort, haben sie die Möglichkeit, ihre Beschwerde an die Luftfahrtbehörde im jeweiligen Bundesland zu richten, die den Vorfall prüfen und gegebenenfalls Strafen verhängen kann. sch

Weitere Informationen auf der Webseite der Europäischen Kommission
Respekt vor der Rollstuhl-Tennis-Zunft
(Wed, 25 Jul 2007 19:55:00 +0000)  Lünen/Köln. (chk) Auf der wunderschönen Tennisanlage des TC Blau-Weiß Köln fand am Sonntag im Rahmen der großen blau-weißen Tennis-Turnier-Tage eine Rollstuhl-Tennis-Demonstration mit höchst prominenter Beteiligung statt.

Zwischen den Halbfinal- und Endspielen der Nike Junior Tour fanden sich rund 150 Zuschauer ein, die mit großem Interesse die Darbietungen des Deutschen Rollstuhl-Tennisverbandes verfolgten. Der nationale Verband war mit beiden Bundestrainern vor Ort, unter ihnen der Lüner Christoph Kellermann, der sich im nationalen Verband für die Herren verantwortlich zeigt. Ebenfalls an Bord war die langjährige Präsidentin und heutige Ehrenpräsidentin des DRT, Regina Isecke, die die Demonstration fachkundig moderierte. Als aktive Nationalspielerin demonstrierte Nora Sommerfeld (Düsseldorf, Weltranglisten-60.) ihr Können.

Highlight des Tages war selbstverständlich der Auftritt des ehemaligen Davis-Cup-Siegers und Weltklassespielers Marc-Kevin Goellner, der sich im Stuhl versuchte - und das mit Erfolg. Nach intensiven fahrtechnischen Instruktionen durch Bundestrainer Christoph Kellermann wagte Goellner gleich den Sprung ins kalte Wasser. Er ließ es sich nicht nehmen, gegen die deutsche Nummer zwei einen Champions-Tiebreak bis zehn zu spielen. "Spätestens da war mir sofort bewusst, was das für eine Leistung ist, neben Ball und Schläger auch noch den Rollstuhl zu beherrschen", zollte der Mann mit der Mütze (ehemals Top 25 in der Welt) der Rollstuhl-Tennis-Zunft prompt Respekt.

Auch Kellermann war begeistert: "Marc hat seine Sache prima gemacht. Auf Grund seiner ungeheuren Erfahrung und seines Händchens konnte er seine fahrerischen Schwächen in diesem Kurzsatz kompensieren." Der frühere Weltranglisten-Vierundzwanzigste und einstige Doppelpartner von Boris Becker im Nationalteam, Andreas Maurer, Goellners Partner in der Tennis-Akademie "New Tennis Generation", analysierte messerscharf: "Seine starke Koordinationsfähigkeit hielt ihn über Wasser. Ich bezweifle aber, ob Marc im Stuhl auch über die volle Distanz von zwei Gewinnsätzen gegen Nora Sommerfeld gewonnen hätte."

Wer in Lünen und Umgebung Rollstuhl-Tennis einmal unverbindlich ausprobieren möchte, kann sich bei Christoph Kellermann melden: Tel: 0173 - 99 834 08. "Ein kostenloses Probetraining ist jederzeit möglich, das Interesse der Rollis wächst kontinuierlich", so Kellermann.

24.07.2007
Im Rollstuhl durch Perwenitz
(Wed, 25 Jul 2007 19:52:00 +0000)  PERWENITZ Manchmal können Stufen unüberwindbare Hindernisse sein. In Perwenitz etwa ist das der Fall, dort führt eine Treppe fast so steil wie die Zugspitze in die Bibliothek hinauf. "Die ist ja schon für gesunde Menschen eine Katastrophe ", sagt Cornelia Hagmann. Für Menschen mit Gehbehinderungen ist sie völlig unbenutzbar.

Die Behindertenbeauftragte von Schönwalde-Glien ist mit Bürgermeister Bodo Oehme und einigen Bürgern in dem kleinen Ort unterwegs, um zu überprüfen, wie barrierefrei er ist. Ihr Urteil am Ende: Es gibt einige kritische Stellen, da muss etwas geschehen. Aber ansonsten gibt es ja kaum öffentliche Einrichtungen im Ort, keine Bank, kein Supermarkt und Klamottenläden schon gar nicht. Die Begehung beschränkt sich somit nur auf einige wenige Einrichtungen wie zum Beispiel die Kirche in der Ortsmitte. "Hier gibt es zwar ein Geländer, aber es ist zu nah an der Wand", sagt Cornelia Hagmann. Mittig gesetzt wäre es weitaus günstiger gewesen. Das müsse unbedingt verändert werden.

Gleich kapitulieren muss hingegen Matthias Weber, der sich probeweise in einen Rollstuhl gesetzt hat: Es gibt keine Rampe und auch keinen ebenerdigen Seiteneingang an der Kirche. Wer in Perwenitz Gottes Segen empfangen will, muss also gut zu Fuß sein. Oder ein langes Brett bei sich haben, das er selbst über die Stufen legt.

Busreisende haben es da schon etwas besser. Zum einen wird der Ort regelmäßig von einem behindertengerechten Bus angefahren, zum anderen ist der Bürgersteig direkt an der Haltestelle abgesenkt. Einen Minuspunkt gibt es dennoch zu verzeichnen: Eine Sitzbank fehlt. "Wer hier länger als zehn Minuten warten muss, hat’s schwer", sagt Cornelia Hagmann. Sie will sich für eine Bank einsetzen.

Der Weg durch den Ort ist dank des neuen Bürgersteigs, der Ober- und Unterdorf seit dem Frühjahr miteinander verbindet, recht gut zurückzulegen. "Früher gab’s für Fußgänger ja keinen Zugang", erklärt Bodo Oehme. Sie mussten auf der Straße laufen – für Gehbehinderte ein viel zu gefährliches Unterfangen. Heute indes kann man problemlos vom Oberdorf zur Schule hinunter marschieren. Cornelia Hagmann honoriert das mit einem zufriedenen Nicken. "Das ist sehr schön." Einzig die leichte Steigung, die sich durch ganz Perwenitz zieht, stellt für Rollstuhlfahrer einen Nachteil dar, der sich aber wohl nicht beheben lässt.

Die Behindertenbeauftragte betont, dass sich Barrierefreiheit aber nicht nur auf Behinderte beziehe. Viele Leute würden sie immer wieder fragen, ob es denn überhaupt Behinderte in Schönwalde gebe. "Behindertengerecht heißt auch bürgergerecht", sagt sie. Mütter oder Väter mit Kinderwagen oder ältere Leute, die nicht mehr so gut laufen können, würden von abgesenkten Bürgersteigen ja auch profitieren. Als positives Beispiel aus der Vergangenheit führt Cornelia Hagmann etwa die Tür zur Bank in Schönwalde-Siedlung an. Bei einer Ortsbegehung sei bemerkt worden, dass sie viel zu schwer zu öffnen sei. Mittlerweile lasse sie sich ganz leicht öffnen.

"Vieles sind kleine Dinge, die man als Nicht-Betroffener gar nicht wahrnimmt", sagt sie. Für Behinderte seien sie aber mit großen Nöten verbunden. Hierfür ein Bewusstsein in der Gemeinde zu schaffen, ist Cornelia Hagmanns großes Anliegen.

CHRISTIANE TAUER
52 Teilnehmer beim Rollstuhlbasketball Try-Out
(Mon, 14 May 2007 11:24:00 +0000)  Bereits zum fünften Mal lud der Rollstuhl Sport Club Hanse Lübeck e.V. am Samstag zum Try-Out. 52 interessierte Nachwuchsspieler hatten hier die Möglichkeit, die Sportart zu testen.
Das Try-Out ist ein in dieser Form einzigartiges Event welches Bundesweit stattfindet. Der Deutsche Rollstuhl Sportverband (DRS) veranstaltet die Nachwuchslehrgänge mit der Zielsetzung Kinder und Jugendliche an den Rollstuhlbasketball heran zu führen. Hierzu werden dann Vereine als Ausrichter gesucht. Der RSC Hanse Lübeck e.V. richtete bereits zum fünften Mal die Veranstaltung aus.

Als am Samstag, den 12. Mai 2007, um 9 Uhr die Sporthalle am Krümmling/Schlutup geöffnet wurde, standen schon etliche Weitgereiste (zwischen Flensburg über Rostock und Oldenburg/Oldenburg kamen die Teilnehmer her) Kinder und Jugendliche in den Startlöchern. Die Teilnehmer wollten zum fünften Try-Out (Nachwuchslehrgang im Rollstuhlbasketball) in der Hansestadt. 52 Behinderte und Nichtbehinderte Teilnehmer eilten in die Halle und hatten viel Spaß unter der Fachkundigen Anleitung der speziell Ausgebildeten Kinder- und Jugend-Rollstuhlbasketballtrainer Marco Hopp (erste Bundesligaspieler), Heidi Kirste (ehem. Rollstuhlbasketball-Damennational-Spielerin), Frank Seifert und Mathias Banthin (U22 Nationalspieler).

Die Trainer teilten die Kinderschar in drei Gruppen. In den jeweiligen Gruppen wurde vom Rollstuhlfahren bis zu den Grundtaktiken im Rollstuhlbasketball alles Mögliche geübt. Die Teilnehmer schwitzten was das Zeug hielt, aber es wurde nicht schlapp gemacht. Als gegen 16 Uhr die Organisatoren vom DRS jedem Kind/Jugendlichen eine Teilnehmerurkunde überreichten und es von der Firma Meyra Präsente in Form von Plüschdefinen und T-Shirts gab waren die Mädchen und Jungen noch lange nicht in Feierabendlaune. Sie wollten gerne noch weiter Powern. Als die Kids leider nach Hause mussten fragten viele gleich wann es das nächste Try-Out gibt. Vom Ausrichter gab es dann die gute Nachricht dass es auch 2008 ein Try-Out in Lübeck geben wird.

"Wir freuen uns das die Teilnehmer gerne zu uns kommen und der Erfolg gibt uns recht", so Uwe Lück, Vorsitzender des RSC. "Die Ausrichtung eines solchen Events, kostet bei den RSC-Verantwortlichen viel 'Man/Woman-Power' aber dank eines tollen Teamworks wird der RSC Hanse Lübeck mit seinen Mitgliedern auch im nächsten Jahr wieder für die Rolli-Kids zum Eldorado im Norden."
Norddeutsches Behinderten-Sportfest in Schwerin 300 Teilnehmer erwartet
(Fri, 04 May 2007 11:28:00 +0000)  Schwerin • Morgen 05.05.2007 ab 10 Uhr treffen sich in Schwerin bereits zum 16. Mal die Behindertensportler zu ihrem norddeutschen Sportfest. In acht Sportarten werden Wettkämpfe und Turniere ausgetragen, zusätzlich gibt es Jedermann-Angebote sowie zahlreiche Informationsstände rund um den Behindertensport.

Auf dem Wettkampfkalender stehen beispielsweise ein international ausgeschriebenes Turnier im Elektro-Rollstuhl-Hockey, ein Bundesliga-Vergleich im Rollstuhl-Rugby, der letzte Spieltag der Rollstuhl-Basketball-Landesliga sowie Landesmeisterschaften in Rollstuhlfechten und Boccia. Zusätzlich steht ein Ländervergleich im Fußball sowie der Renncup im Handbiking auf dem Programm. Jedermann-Angebote gibt es im Unihoc und Tischtennis sowie mit einem Mehrkampf. Austragungsorte sind die Sport- und Kongresshalle sowie die umliegenden Sportanlagen.

Insgesamt werden bis zum Abschluss der Veranstaltung gegen 16 Uhr rund 300 Teilnehmer aktiv ins Geschehen eingreifen. In der Starterliste stehen dabei Sportler mit den unterschiedlichsten Handicaps: Rollstuhlfahrer ebenso wie geistig Behinderte, Blinde und Menschen mit Amputationen. Neben den Vereinen aus der Region entsenden dabei auch Clubs aus Greifswald, Rostock, Rerik, Hamburg, Schleswig-Holstein und Brandenburg Aktive nach Schwerin.

„Die Vielfalt des Angebots bietet den Zuschauern die einzigartige Möglichkeit, sich umfassend über die Varianten des Behindertensports zu informieren“, sagt Dr. Monika Knauer vom Verband für Behinderten- und Rehabilitationssport MV, unter dessen Obhut die Veranstaltung läuft. Der Eintritt ist frei.
Mit Gleitschirm und Rollstuhl über die Alpen
(Wed, 02 May 2007 06:22:00 +0000)  Übersee/Deggendorf (lam/
rh). Seit einem Flugunfall 2000 ist Petra Kreuz querschnittsgelähmt. Doch Willenskraft und Lebensmut konnte ihr der Sturz nicht rauben: Die 42-Jährige aus dem oberbayerischen Übersee bereitet sich derzeit auf ein ganz großes Abenteuer vor - eine Alpenüberquerung mit dem Gleitschirm.
„In der Luft gibt es keine Türschwellen“, so schildert die Sportlerin aus Leidenschaft das große Gefühl der Freiheit, das ihr das Fliegen schenkt. Vor ihrem Unfall war sie fast jeden freien Tag mit Gleitschirm oder Drachen unterwegs, flog bis zu 170 Kilometer über Wiesen und Berge. Dann der Absturz im September 2000 - kurz nach dem Start wurde sie in der Luft bewusstlos, krachte mit dem Kopf voraus gegen eine Felswand. 360 Tage lag sie danach im Krankenhausbett - und bereitete sich doch schon wieder
auf ein Leben mit ihrem geliebten Sport vor. Nach eigenen Zeichnungen ließ sie sich einen Flug-Rollstuhl in Einzelproduktion bauen - nach dem Prinzip eines Trikes, mit einem Bugrad vorne und zwei stabilisierenden Rädern hinten. Inzwischen geht sie längst wieder mit Begeisterung ihrem Hobby nach. Sie absolviert rund 50 Flüge im Jahr, viele davon startet sie am Gaisberg, in der Nähe von Salzburg. Petra Kreuz schafft es, ihr 35 Kilo schweres Zusatzgewicht bis zu fünf Stunden in der Luft zu halten. Die vergangenen Tage verbrachte sie beim Flugtraining in Österreich, in den Kärntner Ostalpen - als Vorbereitung für ein Husarenstück, das sie Ende Mai/Anfang Juni mit zwei Begleitern in die Tat umsetzen will, getreu ihrem Lebensmotto: „Geht nicht gibt’s nicht.“ Gemeinsam mit Diethelm Bienek aus Deggendorf und Ralf Schlöffel, Bamberg, plant Petra Kreuz einen Überflug über den Alpen-Hauptkamm. „Unser Drachen- und Gleitschirmclub Bayerwald feiert heuer sein 30-jähriges Bestehen. Auch darauf wollen wir mit unserem Flug aufmerksam machen“, erzählt Bienek (47), der als Leiter einer privaten Musikschule beruflich ganz andere Akzente setzt. Die Idee zum Flug entstand aus einer Laune heraus, erzählt er. Cross-Alps-Wettbewerbe gibt es zwar einige, in denen die Teilnehmer fliegend oder zu Fuß ins Ziel jenseits der Berge kommen müssen. Doch mit dem Rollstuhl ist die Herausforderung wesentlich größer. Petra Kreuz kann nur von ebenen Wiesenhängen aus starten, ist dabei auf fremde Hilfe angewiesen. Jemand muss sie und ihren Rollstuhl anschieben und in Fahrt bringen, ein zweiter Helfer kontrolliert, dass sich der Schirm richtig ausbreitet. Diesen Part übernehmen ihre Begleiter Bienek und Schlöffel. Die Route ihrer Alpen-Tour haben die drei exakt geplant. Vom Gasteinertal aus wollen sie am ersten Tag das österreichische Greifenberg erreichen, ein gut ausgestattetes Flugzentrum. Am Dachstein vorbei beziehungsweise darüber hinweg geht’s am nächsten Tag nach Sillian in Osttirol, von dort am dritten Tag je nach Wetter zu den Drei Zinnen oder der Marmolada in den Dolomiten. 70- bis 100-Kilometer-Etappen will das Trio bei täglich vier bis sechs Stunden Flugzeit schaffen.
Bei den Trainingstouren in den nächsten Wochen wollen die Gleitschirmflieger, die ansonsten eher als „Einzelkämpfer“ unterwegs sind, im Team zusammenfinden. Ein Vorteil des Gruppenflugs: Zu dritt kann man besser die Thermik austesten und über Sprechfunk den Kollegen weitergeben. „Wir wollen einfach zeigen, dass auch behinderte Menschen zu großen Aufgaben fähig sind“, erzählt Bienek. Das Risiko sei kalkulierbar, wenn nur die Bedingungen passen. Dafür bekommt man im Gegenzug ein Naturerlebnis, das einfach unbezahlbar ist: „Da oben gibt es keinen Lärm, außer man schreit vor Freude.“ Die Gefahren ihres Sports sind Bienek und Kreuz dennoch bewusst. Sie wissen, dass die wenigsten Gleitschirm-Unfälle so glimpflich enden wie der eines 38-Jährigen am Sonntag im Bayerwald. Der Mann war am Geißkopf gestartet, kurz danach erfasste eine Windböe den Schirm und drehte ihn um die eigene Achse. Die Seile verdrehten sich, der Schirm klappte ein, der Mann stürzte aus etwa 20 Metern auf eine Skipiste. Er brach sich nur das Handgelenk.
Für ihren Alpenflug suchen die drei Sportler noch Sponsoren. Kontakt unter Tel. 0991/31777.
40 Rollstuhlfahrer kämpften in Rheinsberg um den Deutschlandpokal
(Tue, 01 May 2007 17:49:00 +0000)  RHEINSBERG Auf Eins muss er da sein. Er muss tanzen, obwohl er keine Füße hat. Er muss Grazie zeigen, obwohl er keinen Kopf hat, den er wiegen, keine Knie, mit denen er knicksen kann. Der Rollstuhl muss tanzen, wie auch Renate Beune. Die Bewegung beider verschmilzt zur Tänzerin auf Rädern. So sind es eigentlich zwei, die tanzen, aber eine Einheit bilden – genau wie bei den knapp 40 gleich gesinnten Rollstuhlfahrern, die am Sonnabend in Rheinsberg beim Deutschlandpokal der Breitensportler im Rollstuhltanz teilnahmen.

Zum zweiten Mal zog der Deutsche Behindertensportverband mit den Deutschen Meisterschaften in das Hotel am See "Haus Rheinsberg". Den ganzen Sonnabend über bebte das Parkett in der Turnhalle. 46 Paare traten an und interpretierten Standard- und lateinamerikanische Tänze. Die Besucher konnten sowohl zwei tanzende Rollstuhlfahrer beobachten als auch gemischte Paare: Zu jedem Rollstuhlfahrer gesellte sich dann ein Tänzer, der sich ungehindert bewegen kann.

Genau so ist das auch bei Renate Beune (67), die in der Nähe von Gütersloh wohnt. Detlev Lütgert (42) begleitet sie auf dem Parkett – der Profitänzer sitzt nicht im Rollstuhl. Einmal in der Woche trainieren die beiden und das seit fünf Jahren. 40 Turniere haben sie bisher getanzt. "Davon haben wir 13 gewonnen", rechnet die Tänzerin auf Rädern stolz vor.

Was ein Rollstuhltänzer ganz besonders trainieren muss? "Man muss am Rad den Takt ablesen können", erzählt Renate Beune. "Das ist das A und O." Damit die Preisrichter auch sehen, dass sie den Wiener Walzer tatsächlich im Dreivierteltakt tanzt, muss sie bestimmte Handgriffe beherrschen, mit denen sie den Rollstuhl in Sekunden zum Stehen und Wenden bringt. Auch die Stabilität der Arme ist wichtig – die muss auch der Tanzpartner kontrollieren können. "Tippen Sie mal meine Hand ganz leicht an", fordert Renate Beune auf. Ihre Arme hält sie ausgestreckt, schon bei der leisesten Berührung rollt sie nach hinten. "Sehen Sie, das darf nicht passieren", sagt sie.

Renate Beune erzählt gern, wie es ist, die Schwerelosigkeit auf dem Tanzparkett zu spüren. Wer die Tänzerin kennen lernt, weiß, warum. Als sie 13 Jahre alt war, riss ihr ein schwerer Unfall beide Beine vom Leib. "Erst bin ich noch mit Prothesen gelaufen", sagt sie. Es ist ihr bitterstes Kapitel – dennoch bewahrt sie beim Erzählen die perfekte Haltung, die das Turniergeschäft von ihr verlangt.

Von ihrer Behinderung hat sich Renate Beune nie unterkriegen lassen. Ihr Selbstbewusstsein gab ihr vor fünf Jahren den Mut, bei einem herkömmlichen Tanzturnier einen Profi aufzufordern – das war Detlev Lütgert. ",Um Himmels Willen’ hat er da gerufen", erinnert sich Renate Beune und lacht so glücklich, dass ihr Satinkleid dagegen glanzlos erscheint. Detlev Lütgert musste das Angebot annehmen – Tänzercodex. Ein Walzer war ’s, die ersten Takte gingen gut, doch dann ließ Detlev Lütgert die Hände seiner Partnerin los – mit Schwung räumte sie alle Pokale ab, die auf einem Tisch neben der Tanzfläche standen.

Heute ist es eine Anekdote, Renate Beune könnte viele davon erzählen. Aber die Zeit ist knapp, für Renate und ihren Tanzpartner startet der letzte Durchgang des Turniers. Mit der Startnummer 25 treten sie gegen fünf Duos gleichzeitig an. Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Jive. Die Schritte sind klar. Sekunden noch, dann rieselt die Musik aus den Lautsprechern. "Wünschen Sie uns Glück", flüstert Renate Beune und rollt siegessicher auf die Tanzfläche.
Leichter leben mit Carbon,
(Tue, 01 May 2007 17:46:00 +0000)  

KASSEL. Viele Rollstuhlfahrer kennen das Problem. Gerade mühsam ins Auto umgestiegen, haben sie erhebliche Schwierigkeiten, den Rollstuhl in den Wagen zu bugsieren. Der Grund: Der Rollstuhl ist einfach zu schwer. Vor allem älteren Behinderten gelingt es oft kaum, das Hilfsmittel mit dem ausgestreckten Arm anzuheben. Schwer gelähmten Menschen fehlt manchmal sogar die Kraft, sich mit herkömmlichen Rollstühlen ohne fremde Hilfe auch nur ein Stück weit fortzubewegen.

Dr.-Ing. Marc Siebert vom Institut für Werkstofftechnik der Universität Kassel weiß seit Langem, dass dies nicht so sein muss. Schon vor Jahren baute der heute 36-Jährige, der in Immenhausen lebt, extrem leichte Rennräder sowie ein leichtes Handbike, also einen Sportrollstuhl mit Kurbelantrieb. Möglich wurde die Reduzierung des Gewichts, weil Siebert und sein Team einen besonderen Werkstoff verwendeten: Carbon. Der kohlenstofffaserverstärkte Kunststoff ist erheblich leichter als Metall und überdies sehr fest.

Auf der Grundlage seiner Erfahrungen mit Carbon hat Siebert nun auch einen Rollstuhl mit einem rekordverdächtig niedrigen Gewicht entwickelt: Gerade einmal 5,9 Kilogramm wiegt der Prototyp des "Modus", der dem Ingenieur im vergangenen Jahr den zweiten Preis im Gründungswettbewerb Promotion Nordhessen einbrachte. Zum Vergleich: Herkömmliche Standardrollstühle bringen es auf zehn bis 15 Kilogramm.

35 000 Euro hat die Entwicklung des Carbon-Rollstuhls gekostet, 10 000 Euro hat Siebert aus eigener Tasche beigesteuert. Bemerkenswert an dem neuen Rollstuhl ist nicht nur dessen geringes Gewicht, sondern auch die Art der Herstellung.

Das Gefährt wird nämlich individuell an seinen jeweiligen Nutzer angepasst. "Zunächst werden mit einer speziellen Software die Daten aufgenommen", sagt der drahtige Wissenschaftler und frühere Triathlet. Am Computer wird der Rollstuhl dann konstruiert.

Eine Fertigungsvorrichtung stellt nach diesen Vorgaben den Carbon-Rollstuhl her. Weil dieser quasi ein Einzelstück ist, braucht er nicht verstellt zu werden. Entsprechende Hebel sucht man denn auch vergeblich.

Das Interesse an dem leichten Rollstuhl ist groß. Siebert liegen nicht nur Anfragen aus Deutschland vor. Auch in Israel, den USA, den Niederlanden und Österreich will man mehr über die Neuentwicklung aus Kassel wissen, die Behinderten nach Überzeugung des Ingenieurs "ein selbstbestimmteres Leben ermöglicht". Rund 8000 Euro kostet das Modell "Modus". Die Krankenkassen zahlen laut Siebert nicht. Dabei würde sein Einsatz insgesamt Kosten sparen: etwa die für eine Pkw-Hebevorrichtung, weil der Behinderte den leichten Rollstuhl selbst ins Auto befördern kann. Zwischen 50 und 100 Exemplare, so das Ziel, wollen Siebert und seine Frau mit ihrer gemeinsamen Firma Spin in Edermünde jährlich bauen.

Um seine Forschungen weiterbetreiben zu können - jüngstes Projekt ist ein leichter Rollstuhl für Kinder - sucht Siebert Förderer aus der Industrie, zum Beispiel für eine Stiftungsprofessur.

Kontakt: Dr.-Ing. Marc Siebert, Telefonnummer 0561/804-3677, E-Mail: marc-siebert@uni-kassel.de

29.04.2007

Diebstahl eines Rollstuhls
(Thu, 29 Mar 2007 08:04:00 +0000)  
Diebstahl eines Rollstuhls

Herborn: Offensichtlich während der normalen Öffnungszeiten einer
Firma in der Konrad-Adenauer-Straße betraten bislang unbekannte Täter
zwischen dem 14.02.07 und 19.02.07 die Eingangshalle und entwendeten
einen dort abgestellten türkisfarbenen faltbaren Rollstuhl. Der einem
Mitarbeiter gehörende Rollstuhl der Marke Sopur, Typ Easy, ist etwa
15 Jahre alt und hat einen geschätzten Zeitwert von rund 300 Euro.
Hinweise erbittet die Polizei in Herborn unter der Tel.-Nr.:
02772/4705-0.
Rollstuhl fürs Gelände
(Mon, 19 Mar 2007 07:33:00 +0000)  

Rollstuhl fürs Gelände

Daniel Busacker aus Langensee: „Endlich mobil“

Langensee (Claudia Röhr) • Dies ist keine Sänfte auf Rädern, auch wenn die Plastikhaube an das Papamobil des Papstes erinnert. Daniel Busacker aus Langensee ist einer der ersten in Deutschland, die diesen neuartigen Elektro-Rollstuhl besitzen. Für den querschnittsgelähmten jungen Mann ein riesiger Schritt zu mehr Mobilität. Außerdem reizt den Technik-Freak der Fahrspaß. „Daniel ist schon mit acht Jahren Traktor gefahren“, erinnert sich seine Mutter Monika. Vor zweieinhalb Jahren, bei einem Autounfall – Daniel Busacker saß als Beifahrer im Wagen – brach sich der damals 17-Jährige einen Halswirbel. „Es war Halloween“, erinnert sich Torsten Jenderny, der Lebensgefährte der Mutter. Seitdem ist der heute 19-Jährige querschnittsgelähmt. Daniel Busacker sitzt in der geräumigen Küche im Haus der Familie in Langensee, schaut aus dem Fenster über den Acker vor seiner Haustür. Über Landwirtschaft kann er stundenlang erzählen. Busacker wollte Landwirt werden. Er war im zweiten Lehrjahr, als der Unfall passierte. „Landwirt oder Mechaniker wollte ich immer sein“, erzählt Daniel Busacker. Die technischen Daten und Fahreigenschaften seines neuen Rollstuhls sind schnell aufgezählt: Das Hybrid-Mobil wiegt knapp 300 Kilogramm, ist Allrad getrieben, schafft 40 Prozent Steigung und Geschwindigkeiten von bis zu 20 Kilometern pro Stunde, das bei 100 ccm Hubraum. Mit dem 16-Liter-Tank kommt Busacker 200 Kilometer weit. Kosten? Daniel Busacker schmunzelt. „Für das Geld könnte ich mir einen Audi A 6 kaufen“, sagt er. Ohne FührerscheinSein alter Elektro-Rollstuhl steht in einer Ecke in der Küche, der neue, so genannte Super-Four – entwickelt von einer Schweizer Firma – draußen in der Scheune. „Damit komme ich überall hin, auch alleine“, erzählt Busacker. Nur reinsetzen müsse seine Familie ihn. Busacker ist vom Hals abwärts gelähmt. Die Arme kann er bewegen, mit einem Joystick steuert er so seinen Elektro-Rollstuhl, der eher an ein so genanntes Quad, ein Motorrad mit vier Rädern, erinnert. Das Hybrid-Mobil ist geländegängig, „viel besser gefedert als mein Rollstuhl“, sagt Daniel Busacker. „Hier auf dem Lande ist das besser“, fügt seine Mutter hinzu. Daniel Busacker fährt über den Hof hinter dem Haus, einen kleinen Sandhaufen hinauf, geschickt lenkt er seinen Rollstuhl an Hindernissen vorbei. Er freut sich aufs Frühjahr, will Freunde und seinen alten Betrieb in Tarnow besuchen. Einen Führerschein braucht er für seinen Outdoor-Rollstuhl nicht, aber ein Versicherungskennzeichen.

Die Haube erinnert an ein Papamobil, findet Daniel Busacker. Der querschnittsgelähmte junge Mann aus Langensee ist einer der ersten in Deutschland, die diesen geländegängigen Rollstuhl besitzen. Hier fährt er einen Sandhaufen hinauf.
30 000 Euro in acht Minuten verteilt
(Sat, 17 Mar 2007 08:20:00 +0000)  IKK bringt Koffer voller Bares mit nach Meyra / Prämien für die Gesundheits-Projekte
Kalletal-Kalldorf (va). Mehr als 30 000 Euro in acht Minuten: So schnell hat die IKK noch nie bares Geld an ihre Versicherten ausgezahlt.
Von Michaela Berbalk

Bei der Firma Meyra gingen gestern zahlreiche Mitarbeiter mit einem 100-Euro-Schein ins Wochenende - als Prämie für die erfolgreiche Teilnahme beim Gesundheits-Management. Betriebsrat-Mitglieder hatten Geld und Namenslisten parat, nach den offiziellen Reden waren die "Auszahl-Schalter" schnell dicht belagert.

Robert Lange, IKK-Regionaldirektor, und Mitarbeiter Dagnar Fraune freuten sich über die rasante Auszahlung und das Interesse der Meyra-Mitarbeiter. "Das Unternehmen ist ein Vorzeigebetrieb", so Robert Lange, dem schon ein wenig mulmig war, mehr als 30 000 Euro in einem Koffer zu transportieren.



Dritte Stufe wird angepeilt

Für Hans Mielke vom Betriebsrat geht das Konzept allerdings auf. "Das ist doch ein ganz anderes Gefühl, einen Schein in der Hand zu haben, anstatt eine Bank-Überweisung zu bekommen."

Auch aus seiner Sicht laufe das Bonusprogramm der IKK sehr gut. Seit 2005 ist Meyra dabei, die erste Stufe (100 Euro für jeden IKK-Mitarbeiter) wurde bereits erreicht, am Freitag stand die zweite Stufe mit wieder 100 Euro Barem an. Und Hans Mielke ist überzeugt, auch die dritte Stufe zu schaffen. Denn der Krankenstand sei seit dem Jahr 2005 um 0,3 Prozent gefallen. Für die dritte Bonus-Stufe wertet die IKK nicht nur den Krankenstand, sondern auch die Arzneikosten und Krankenhauskosten aus. Dann winkt den Versicherten ein voller Monatsbeitrag als Prämie. Die Ergebnisse sollen Mitte des Jahres vorliegen.

Rolf Baumanns, Geschäftsführer Produktion/Logistik, bedankte sich bei seinen Mitarbeitern für ihr großes Engagement. Er nahm von den beiden Krankenkassen-Mitarbeitern als Arbeitgeberanteil den gleichen Betrag in Höhe von 32 000 Euro in Form eines Schecks entgegen.

Firma Meyra hat mit verschiedenen betrieblichen Gesundheitsförderungen im vergangenen Jahr gepunktet: darunter die Rückenschulkurse im Kalldorfer Dorfgemeinschaftshaus unter Leitung von Hendrik Lenger, den Stressbewältigungskurs in Bad Seebruch, "Rückengymnastik im Wasser" in Bad Senkelteich, Jahresmitgliedschaft in einem Fitnessclub, sowie Nordic Walking, Ersthelferausbildung und Sportabzeichen. Diese Angebote sollen weitergeführt werden, ein besonderes Augenmerk liegt in diesem Jahr auf dem Thema "Motivation". Diesbezüglich werden auch die Vorgesetzten geschult.
Gesucht: einen Mann im Rolli zwischen 50 und 60 Jahren.
(Sat, 17 Mar 2007 08:11:00 +0000)  Hannover (kobinet) Die Wettbewerbsorganisatoren von "beauties in motion" suchen einen Mann im Rolli zwischen 50 und 60 Jahren.

Die Modelagentur in Hannover für Menschen im Rollstuhl braucht für eine Werbekampagne im Bereich Hotellerie einen Mann im Rollstuhl. Geplant ist mit ihm ein Photoshooting für ein großes Hotel.

Beauties in motion sind in den vergangenen Jahren durch den gleichnamigen Modelcontest für Menschen im Rollstuhl bekannt geworden, der in diesem Jahr international ausgeschrieben wurde. rabu

Mehr Infos unter 0511/712 55 11
Rollstuhl: Kostenerstattung vorab mit der Krankenkasse klären
(Wed, 14 Mar 2007 08:48:00 +0000)  

Rollstuhl: Kostenerstattung vorab mit der Krankenkasse klären

Senioren sollten bei der Anschaffung eines Rollstuhls vorab klären, ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Wer sich auf eigene Faust nach einem Modell umsieht und sich erst danach um die Erstattung kümmert, könne leicht Probleme mit der Kasse bekommen, sagte Christoph Kranich von der Patientenberatung der Verbraucherzentrale Hamburg dem dpa/gms-Themendienst. Im Gegensatz zu Einlagen oder Bandagen müssten Rollstühle vom Arzt verordnet und bei der Krankenkasse beantragt werden. Dabei prüften Kassen bei Hilfsmitteln nicht nur die medizinische Notwendigkeit, sondern auch, ob diese zweckmäßig und wirtschaftlich seien.

Kassenpatienten hätten keinen Anspruch auf einen neuen Rollstuhl, sagt Kranich. Häufig stellten die Kassen zunächst gebrauchte Modelle aus ihren Depots zur Verfügung. Bei Neugeräten müssten Patienten zudem den Festbetrag für die Erstattung beachten. Liegt der Preis für ein Gerät darüber, müssten Patienten die Differenz in der Regel selber zahlen. Grundsätzlich müssten Erwachsene bei Hilfsmitteln wie einem Rollstuhl einen Eigenanteil von fünf bis zehn Euro zuzahlen. Bei chronisch Kranken sei die Höhe der jährlichen Zuzahlungen auf ein Prozent des Bruttoeinkommens begrenzt.

Um bei einem Antrag die Notwendigkeit eines Rollstuhls zu belegen, könnten Patienten sich zusätzlich zur ärztlichen Verordnung die Empfehlung eines Pflegers geben lassen. Kontaktadressen für Beratungsstellen bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland.

Betrunken auf Radweg: Rollstuhlfahrer droht Haft
(Fri, 09 Mar 2007 21:28:00 +0000)  Betrunken auf Radweg: Rollstuhlfahrer droht Haft

JUSTIZ Weil er eine Geldstrafe nicht zahlt, muss der Solinger Heinz Reimus wohl ins Gefängnis.

Ein feuchtfröhlicher Abend in einem Haus an der Burger Landstraße: Heinz Reimus (63) feierte den Geburtstag eines Freundes. In dunkler Nacht machte er sich später auf den Heimweg. Weil er mit seinem Elektro-Rollstuhl nur Niederflurbusse benutzen kann, fuhr er am Straßenrand auf dem Radweg-Streifen gen Innenstadt. Das Problem: Er war betrunken. Und das hat nun böse Folgen.

„Eine Polizeistreife hielt an und kontrollierte mich“, berichtet der ehemalige Schmied und Maurer, dem vor zwei Jahren ein Bein amputiert werden musste. Er sei sich keiner Schuld bewusst gewesen, sagt Reimus. Sein Elektro-Rollstuhl (6 km/h) sei ordnungsgemäß für den Straßenverkehr zugelassen; er habe auch die Warnblinkanlage angeschaltet. Was keineswegs in Ordnung war: Die 1,91 Promille, die von der Polizei in seinem Blut gemessen wurden. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Verfahren ein, und der Invalidenrentner kassierte wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr einen Strafbefehl über 1225 Euro. „Weder ein Richter noch ein Staatsanwalt hat mich angehört“, schimpft Reimus. Außerdem könne er die Strafe von seinen 961 Euro Rente nicht begleichen. Auch die Ratenzahlung, die ihm die Staatsanwaltschaft anbot, könne er nicht stemmen: „50 Euro im Monat sind zu viel. Da gehe ich lieber ins Gefängnis.“ Dauer der „Ersatzfreiheitsstrafe“: 35 Tage.

Krankheit oder Behinderung schützt nicht vor Haftstrafe

Wenn jemand im Rollstuhl sitze, sei das kein Hinderungsgrund, erklärt Alfons Grevener, Sprecher der Wuppertaler Anklagebehörde. Die Justizvollzugsanstalten seien darauf eingerichtet. Wenn Reimus nicht zahle, müsse er mit der Ladung zum Haftantritt rechnen. „Alles andere wäre Rechtsbeugung“, betont Grevener. „Schließlich hat der Mann durch seine Trunkenheitsfahrt nicht nur sich, sondern auch andere gefährdet. Wie schnell könnte ein Autofahrer, der dem Rollstuhl ausweichen will, gegen einen Baum prallen.“

( ab)
09.03.07
Behindertensportler Niedersachsens 2007
(Thu, 01 Mar 2007 22:20:00 +0000)  
Sport
„Die Psyche ist der Motor“



Handbiker Stefan Bäumann vom VfL Wolfsburg hat die Wahl zum „Behindertensportler Niedersachsens 2007“ gewonnen. Handball-Weltmeister Florian Kehrmann aus Lemgo zeichnete ihn am Donnerstagabend bei einer großen Gala im GOP aus.
Bäumann
Weltmeister ehrt Weltmeister – eine solche Konstellation gilt unter Sportlern als ganz großer Wurf. Diesen Höhepunkt setzte der Behindertensportverband Niedersachsen (BSN) auf seiner großen Gala im GOP-Varieté in Hannover: Florian Kehrmann aus Lemgo, dem mit den deutschen Handballspielern vor knapp vier Wochen als Weltmeister im eigenen Land selbst der ganz große Wurf gelungen war, proklamierte den „Behindertensportler Niedersachsens des Jahres 2007“. Und dabei durfte der 29-Jährige einen Mann auf die Bühne bitten, der wie er die höchstmöglichen Weihen in einer Sportlerkarriere erhalten hatte – Stefan Bäumann vom VfL Wolfsburg, Weltmeister 2006 bei den Handbikern.

„Die Psyche ist der Motor, diesen Satz hast du zu deinem Lebensmotto gemacht“, lobte Kehrmann den Sieger der Abstimmung, bei der 23 273 Menschen aus ganz Niedersachsen mitgemacht hatten. „Ich hoffe sehr, dass dein Weg noch vielen Menschen ein Vorbild sein wird und sie es zum Anreiz nehmen, deinem bemerkenswerten Beispiel zu folgen. Ich kann seit ein paar Wochen nachempfinden, was für ein großartiges Gefühl es ist, sich als Weltmeister feiern zu lassen.“ Kehrmann vergaß aber auch nicht, die Leistungen der übrigen fünf Kandidaten bei der von der HAZ unterstützten Sportlerwahl – Biathlet Josef Giesen, Sledge-Eishockeyspieler Rolf Rabe, Bogenschützin Tanja Schultz, Fußballer Adolf Blum und Rollstuhl-Basketballerin Verena Klein – hervorzuheben. „Bessere Beispiele dafür, was man mit Ehrgeiz und seinem Willen erreichen kann, sind wahrlich schwer zu finden.“

Auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff, Schirmherr der BSN-Wahl, zollte den Athleten seinen Respekt. „Sie alle sind Vorbild für viele. Ich gratuliere Ihnen persönlich“, sagte er. Er lobte aber auch die Bilanz des BSN im Leistungssport – neun von 35 deutschen Startern bei den Winter-Paralympics in Turin kamen aus Niedersachsen, außerdem fanden sechs Vorrundenspiele der Fußball-WM der Menschen mit Behinderung in Hannover, Braunschweig, Celle und Wolfsburg statt. „Ich bin dem Behindertensportverband und allen an der Organisation in Niedersachsen Beteiligten sehr dankbar für ihren großartigen Beitrag zum Gelingen des Turniers“, sagte Wulff. Der Landeschef hob aber auch die soziale Komponente des Behindertensports als „Möglichkeit der Begegnung Behinderter untereinander und mit Nichtbehinderten“ hervor. „Sport kann auch ein bedeutender Impulsgeber für viele Bereiche unseres gesellschaftlichen Lebens sein“, betonte der Ministerpräsident, der seine Anwesenheit zudem als Herzenssache empfand. „Die Ehrung des Behindertensportlers des Jahres in der unvergleichlichen Atmosphäre des GOP gehört für mich auch zu den gesellschaftlichen Höhepunkten in unserer Landeshauptstadt.“

BSN-Präsident Karl Finke setzte in seiner Begrüßungsrede einen besonderen Schwerpunkt mit einem besonderen Dank. „Bis zum Spitzensport ist es für alle Sportler ein langer Weg. Diesen zu meistern wäre nicht möglich ohne die Unterstützung der Fachübungsleiter in unseren Vereinen. Dort arbeiten Menschen tagtäglich mit großem Einsatz in den Rehabilitations- und Breitensportgruppen“, sagte er. Aus diesem Grund vergab der BSN gestern auch erstmals den vom HDI gestifteten Ehrenamtspreis. Ausgezeichnet von Innenminister Uwe Schünemann wurde der 70-jährige Manfred Fischer, der seit 1980 Übungsleiter in der Behindertensportabteilung des MTV Moringen ist. „Ich nehme meine Motivation aus der Dankbarkeit und Herzlichkeit der von mit betreuten Sportler“, sagte Fischer.


Carsten Schmidt
Weltmeister mit Handicap
(Thu, 01 Mar 2007 22:17:00 +0000)  SANKT AUGUSTIN. „Im Sportunterricht üben wir, wie man möglichst kraftsparend und gelenkschonend fährt. Und wie man Bordsteine hoch und runter kommt“, schildert Lehrerin Ute Herzog. Ganz normal ist er nicht, der Sportunterricht an der Rheinischen Förderschule. Mehr als 300 Schüler besuchen die Förderschule, alle sind körperlich behindert. Aber wer im Rollstuhl sitzt, muss deshalb noch lange nicht auf alles verzichten, was gesunde Kinder machen. Er kann sogar Spitzensportler werden. Das sollte die Aktion „Rund um den Rollstuhl“ zeigen, bei der viel Prominenz zu Gast war.

Zum Beispiel der Weltmeister Holger Nikelis. Mit 17 Jahren brach er sich im Spanienurlaub bei einem Kopfsprung ins flache Wasser einen Halswirbel, seitdem ist er querschnittsgelähmt. Der Tischtennisspieler übte seinen Sport trotz des schweren Handikaps weiter aus, ist mittlerweile sogar Weltmeister. Erfolgsgeschichten machen Mut, auch den Angehörigen. „Nicht nur die Kinder selbst, sondern auch die Eltern und Lehrer sollen sehen, was man mit dem Rollstuhl alles machen kann“, sagt Ute Herzog, die den Aktionstag organisiert hat und ehrenamtlich im deutschen Rollstuhlsportverbund tätig ist. Daher hat sie auch die Kontakte zu den Sportlern.

Tischtennis und Paartanz, Basketball und Elektrorollstuhl-Hockey - Mitmachaktionen zeigten die Bandbreite dessen, was auch ohne Gehvermögen möglich ist. Die Kinder, die etwas ausprobierten, waren meist überrascht, wie gut das klappte.

Rollentausch: Auch wer nicht gehbehindert ist, hatte die Möglichkeit, sich einmal probeweise in den Rollstuhl zu setzen, um am eigenen Leibe das Handikap zu spüren. Ein Rollstuhlparcour simulierte die täglichen Herausforderungen, denen sich Rollstuhlfahrer stellen müssen: Bordsteine, Stufen und Kopfsteinpflaster. Der Verein „Kinderträume Bonn“ steuerte außerdem eine Rollstuhlwaage bei, die maß, ob die Rollstühle richtig eingestellt sind. Eine Behinderung bedeutet zwar eine massive Einschränkung, aber nicht zwangsläufig den Verzicht auf alle Abenteuer des Lebens, das vermittelte Andreas Pröve. Er reiste mit Rollstuhl und Handbike durch Indien.
Sopur Titanium bei eBay 7,3 kg
(Thu, 22 Feb 2007 16:38:00 +0000)  

Sport- ROLLSTUHL SOPUR Ti Titanium 7,3 kg

EUR 1.490,00
Kleine Hilfsmittel-Hersteller unter Druck
(Thu, 22 Feb 2007 15:31:00 +0000)  Kleine Hilfsmittel-Hersteller unter Druck
Zunehmende Kartellbildung im Gesundheitswesen nach der Gesundheitsreform? / Innovationsfeindliches Klima

MÜNCHEN (sto). Das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz ist nach Ansicht von Dr. Meinrad Lugan aus dem Vorstand der B. Braun Melsungen AG "mittelstandsfeindlich". Angesichts einer zunehmenden Kartellbildung im Gesundheitswesen und der Forcierung von Konzentrationen auf Anbieter- und Nachfragerseite, was durch die Gesund- heitsreform noch gefördert werde, hätten kleine Unternehmen kaum noch eine Chance.

Fatal sei die gesetzliche Neuregelung im Hilfsmittelbereich, die dazu führen werde, dass nur noch Vertragspartner der Krankenkassen, die in der Regel durch Ausschreibungen ermittelt werden sollen, versorgungsberechtigt sein werden, erklärte Lugan beim 8. Münchner Klinik Seminar. Wenn die Krankenkassen nur noch selektiv Versorgungsverträge abschließen, drohe eine Zersplitterung bei der Hilfsmittelversorgung. Die Wahlrechte von Patienten würden erheblich eingeschränkt und die Vielfalt der Anbieter werde gefährdet.

Zu den "sieben Todsünden" der Gesetzgebung, so Lugan, gehöre auch der weitere Ausbau der Bürokratie. Seitdem das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) tätig ist, seien die Zulassungs- und Rechtsabteilungen in den großen Unternehmen die "am schnellsten wachsenden Abteilungen". Kleine Unternehmen seien hier eindeutig benachteiligt, erklärte Lugan.

Die neue Kosten-Nutzen-Bewertung durch das IQWiG stelle zudem praktisch eine vierte Hürde für den Marktzugang dar, erklärte Lugan. Schon jetzt erschwere das IQWiG die Einführung neuer Produkte, weil es Innovationen als solches nicht einmal erkenne. Die Tendenz sei eindeutig innovationshemmend, so Lugan.

Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich solle es nur geben, wenn dies sinnvoll ist, erklärte der Leiter der Landesvertretung Bayern der Techniker Krankenkasse (TK), Helmut Heckenstaller. Die Kassen seien an einer echten Vertragspartnerschaft interessiert. Das bedeute, dass man den anderen "nicht über den Tisch ziehen" wolle. Die Techniker Krankenkasse sei auch im Hilfsmittelbereich an Verträgen vor allem mit "qualitativ guten und innovativen Leistungsanbietern interessiert, so dass wir auch als Kasse punkten können", erklärte Heckenstaller.

Durch die Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung werde der Wettbewerb im Gesundheitswesen gestärkt, erklärte Heckenstaller weiter. Außer den Ermächtigungen, Institutszulassungen und Einzelverträgen, die den Krankenhäusern bisher schon ambulante Leistungen ermöglicht haben, können sie sich künftig auch im Rahmen von Integrationsverträgen und über Medizinische Versorgungszentren zusammen mit weiteren Leistungserbringern an der ambulanten Versorgung beteiligen, erläuterte Heckenstaller. Er sah darin einen positiven Aspekt der Gesundheitsreform.
If you thought that American Football was a hard game, watch this.
(Sat, 17 Feb 2007 11:18:00 +0000)  
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