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Kategorie: Musik

Der Opern-Blog informiert über Themen rund um das Musiktheater und möchte anregen, die farbenfrohe Welt der Klassik mit Freude und Gewinn zu besuchen

Nachrichten aus dem RSS-Feed: Opern-Blog
Gratis: Der spannendste Opernkrimi der Welt
07.02.2012, 21:56 | vor 2 Tagen  
Um das vollständige Original-Libretto erweitert liegt jetzt das E-Book "Der Ring des Nibelungen (1)" vor. Darin erzählt Autor Ruprecht Frieling den spannendsten Opernkrimi der Welt auf junge und modene Sicht. Anläßlich des 129. Todestag des großen deutschen Komponisten Richard Wagner am 13. Februar gibt es das sonst zum Preis von nur 99 Cent angebotene Elektrobuch ab 9.00 Uhr für 24 Stunden kostenlos. Diese Aktion bietet jedem eine gute Gelegenheit, sich mit dem Werk des revolutionären deutschen Opernkomponisen näher bekannt zu machen.   Wilhelm Ruprecht Frieling Der Ring des Nibelungen (1): Das Rheingold Mit Original-Libretto Umfang: ca. 134.000 Zeichen = 90 Normseiten ISBN 978-3-941286-67-2 • € 0,99 http://www.amazon.de/dp/B00539U3UK Leserstimmen: Endlich habe ich verstanden, was es mit der Sage und der Oper auf sich hat. Wagner war für mich immer ein [..]
Grusical: Frau Zucker will die Weltherrschaft
18.10.2011, 14:01 | vor 114 Tagen  
Hauswartssohn Hansi liegt zum Aussaugen bereit Foto: ©Ruprecht Frieling Peter Lunds neues Familien-Grusical in der Neuköllner Oper basiert auf einem Wortspiel. Kinder haben zu viel Energie singt das zehnköpfige Ensemble und gibt doppelsinnig das Thema des Stückes vor. Denn es geht um den Raub von Energie und die notwendige Energie, dagegen anzugehen. Frau Zucker will die Weltherrschaft lautet der Titel des neuen Musicals von Peter Lund, der mit Das Wunder von Neukölln sich selbst und der Neuköllner Oper den Maßstab setzte, der seitdem für deutsches Musiktheater „von unten“ gilt. Die bitterböse Frau Zucker lockt Kinder in ihre Wohnhöhle und bindet sie mit der sozialen Zuwendung, die ihnen in ihren Familien verwehrt wird, ebenso wie mit süßem Naschwerk. Ziel der alten Hexe ist, Hänsel und Gretel samt der Gebrüder Grimm lassen grüßen, die Kinder mit Zucker zu [..]
Herrlich absurd: Das Ding aus dem Sumpf
22.09.2011, 22:36 | vor 140 Tagen  
Großes Kino in Neukölln: (von links) Daniel Breitfelder, Christian Beermann, Karoline Goebel. Foto: ©Matthias Heyde/Neuköllner Oper Tief in den Sümpfen der Everglades forscht der geniale Dr. Dr. Paine nach einem Elixier, das Pflanzen blitzschnell wachsen lässt. Im Auftrag eines Lebensmittelkonzerns will er den Hunger auf der Erde besiegen und dafür den Nobelpreis einheimsen. Der fortschrittsgeile Forscher arbeitet fieberhaft an seinem Ziel und wird dabei hingebungsvoll unterstützt von der drallen Blondine Abbigail. Die Sexbombe vergöttert ihn. Dritter im Bunde ist der schwer verhaltensgestörte Assistent Dr. Jason R. Wood, dessen Onkel die Arbeit finanziert. „Robin“ Wood möchte unbedingt ein wenig vom Ruhm seines Dienstherrn abbekommen und ebenfalls an Abbi knabbern … Mit diesem Ausgangsszenario entzündet die Neuköllner Oper in ihrem Trash-Musical „Das Ding aus [..]
Rheingold Feuerland: Musikalisch reizvoll, stimmlich schwach, inhaltlich schlicht
18.08.2011, 23:39 | vor 175 Tagen  
Milliardär George Warren (Thorsten Loeb) genießt ein Bad im Giftmüll Foto ©Matthias Heyde/Neuköllner Oper Man nehme den wohl berühmtesten deutschen Opernkomponisten, sein bekanntestes Werk, den talentierten Spross eines modernen Komponisten, eine beliebte Schauspielerin und verfrachte all das in den Berliner Problembezirk Neukölln – fertig ist „Rheingold Feuerland“. – Doch ob das reicht? Als einen „Wagner-Wiedergänger“ bezeichnen Komponist Simon Stockhausen und Dramaturg Bernhard Glocksin ihr gemeinsames Werk, das auf Richard Wagners ersten Teil der Tetralogie „Ring des Nibelungen“, das „Rheingold“, Bezug nimmt. Ein Wiedergänger ist bekanntlich ein Untoter, der in die Welt der Lebenden zurückkehrt, weil er sich für erlittenes Unrecht rächen will oder Erlösung für seine Seele sucht. Ob nun Richard Wagner die Rolle jenes gespenstischen Untoten [..]
Das Rezept ewiger Jugend oder: Die Sache Makropulos (Bericht aus Salzburg)
11.08.2011, 22:41 | vor 182 Tagen  
Foto: © Walter Mair/Salzburger Festspiele Auf der Bühne ist ein altertümlicher Gerichtssaal mit geheimnisvollen Zu- und Abgängen zu sehen. Auf dessen rechter Seite hat Bühnenbildnerin Anna Viebrock eine Wartebank mit einem stabilen Aschenbecher vor einem Blumenfenster mit Orchideen und Kakteen aufgestellt. Hier kann auf das Urteil gewartet werden, ob im Gericht oder im Leben. Auf der linken Bühnenseite ist ein Glaskasten zu erkennen, in dem eine metallene Gehhilfe steht. Das Stück hat offenbar längst begonnen, denn Dirigent Esa-Pekka Salonen steht bereits am Pult und schaut auf die Wiener Philharmoniker, die im Dunklen auf ihren Einsatz warten. Doch bevor ein Ton erklingt, betritt ein gesetzter Herr im braunen Anzug die Bühne und inspiziert den lichtlosen Orchestergraben. Er schaut interessiert hinab, bewegt sich kaum und schweigt abwartend. Es vergehen drei, vier, fünf oder [..]
Die Bühnenwelten des Herbert Wernicke
04.08.2011, 11:32 | vor 189 Tagen  
An den am 16. April 2002 mit 56 Jahren früh verstorbenen Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner Herbert Wernicke und das von ihm geschaffene eigene Welttheater erinnert ein üppiger Bildband aus dem Schweizer Schwabe-Verlag. Für Wernicke-Fans unter den Opernfreunden ist die mit 350 Abbildungen reich geschmückte Gesamtwürdigung des Lebenswerks ein Muss. Wernickes Werk ist ebenso Teil der Salzburger Festspielgeschichte wie er an den Opernhäusern von Frankfurt bis Madrid eindrückliche Spuren hinterließ. Schwerpunkt seiner Arbeit war Basel. Sein Verständnis von Bühnenbild war eine Raumidee, in der sich die Handlung organisch entwickeln kann. Es ging ihm dabei nicht um die pure Bebilderung eines Raumes beziehungsweise um Dekoration als um ein weitgehend ebenso abstrahiertes wie komplexes Gesamtbild. Herbert Wernicke fühlte sich künstlerisch dem Barock und damit der Vorstellung [..]
Stefan Kaminski präsentiert Wagners "Ring des Nibelungen" als Wotan Wahnwitz
09.07.2011, 19:07 | vor 215 Tagen  
Es knistert, knarrt, knurrt und kratzt … plötzlich keift ein grelle Weiberstimme: „Wotan, Gemahl, erwache!“ Mit diesen Worten weckt Fricka ihren Mann, den Götterboss, aus seinen Träumen von Macht und Ruhm. Der reckt sich und ist sogleich vom Anblick seines neuen Palastes gefesselt: Die von ihm in Auftrag gegebene Götterburg ist vollendet! – Mit der abenteuerlichen Reise durch die Welt der Götter, Riesen und Zwerge beginnt der spannendste Krimi der Opernwelt: Richard Wagners legendäre Oper »Der Ring des Nibelungen«. Auf der Bühne agiert ein junger Schauspieler. Der scharrt mit den Füßen in einem Sandkasten, schlägt Kühlschranktüren zu, rasselt mit allerlei Gerät und flüstert, stöhnt, schmeichelt, quietscht und brüllt in verschiedene Mikrofone, die um ihn herum postiert sind: Stefan Kaminski ist allein auf weiter Flur und erzählt an insgesamt vier in [..]
Gänsehauteffekt: Premierenvideo von Eric Whitacres Virtual Choir 2.0
10.04.2011, 20:45 | vor 305 Tagen  
Ein atemberaubendes Musikvideo: der Auftritt des größten virtuellen Chors der Welt (Zum Abspielen bitte zuerst auf das Bild klicken) Am 8. April 2011 erlebte Eric Whitacres Virtual Choir 2.0 seine glanzvolle Premiere im Internet. Nach Aufrufen und genauen Anleitungen bei YouTube wurden Videos von insgesamt 2.052 Sängern aus 58 Ländern zusammen geschnitten. So entstand ein faszinierendes Musikerlebnis mit Gänsehauteffekt. „Sleep“ heißt das Stück, das in der Vorstellung des Komponisten den Gedanken verkörpert, dass die gesamte Welt in aller Unterschiedlichkeit sich in einer Stimme verständigen und äußern kann: in der Sprache der Musik. Den Hintergrund und die Entstehungsgeschichte dieses unglaublichen musikalischen Tonkunstwerks habe ich H I E R (bitte klicken) ausführlich beschrieben. Kommentare
Wenn Kapellmeister zwitschern … #askaconductor
09.12.2010, 00:44 | vor 428 Tagen  
Unter dem Stichwort "askaconductor" tauschten sich auf Twitter 24 Stunden lang rund um den Globus Musiker und Fans mit weltberühmten Dirigenten aus Wie arbeitet eigentlich ein Dirigent? Was macht er konkret mit einem Orchester? Wie findet er Zugang zu den jeweiligen Musikstücken? Hat er Lampenfieber beim Entern des Pults? Muss er jedes einzelne Instrument kennen und beherrschen? Wer auf derartige Fragen kompetente Antworten sucht, der twitterte gestern, was das Zeug hält. Denn der 8. Dezember 2010 stand unter einem bemerkenswerten Stern. Unter dem Hashtag (Schlagwort) #askaconductor (frage einen Dirigenten) standen mehr als 60 Spitzendirigenten aus aller Welt jedem, der fragte, Rede und Antwort. Die Maestros, die dem Publikum sonst stets den Rücken zudrehen, um sich auf ihre Partitur und das jeweilige Orchester zu konzentrieren, ließen sich 24 Stunden lang auf eine direkte [..]
Mein Avatar und ich. Cyberabenteuer in der Neuköllner Oper. Premierenbericht.
27.11.2010, 19:50 | vor 439 Tagen  
Der chauvinistische Nerd Rupert (Maximilian Mann) schafft sich einen makellosen Avatar (Jörn-Felix Alt), der Frauen um den Finger wickeln kann. Video: ©Neuköllner Oper Mein Mailprogramm meldet laut blinkend neuen Posteingang, und bei Facebook stupsen mich ständig Freunde an. Im Blog wollen soeben eintreffende Kommentare beantwortet werden. LovelyBooks möchte meine Meinung zu einer Neuerscheinung. Qype fragt, wo ich gerade einchecke. Im XING-Kontakthof sucht eine mir unbekannte Dame meine Nähe. Bei Twitter muss ich aber unbedingt noch schnell ein oder zwei Tweets absetzen. Dabei muss ich längst los zur Neuköllner Oper, um rechtzeitig zur Premiere des neuen Stücks "Mein Avatar und ich" anzukommen. – Ich düse los. Kurz schockt mich die geballte Ladung Sauerstoff, die draußen vor der Tür lauert. Dann trete ich aufs Gaspedal. Wie gut, dass ich auf der Fahrt zur Premiere mein [..]
Aus der Spielkonsole in den Konzertsaal: Benyamin Nuss plays Nobuo Uematsu
17.10.2010, 22:21 | vor 480 Tagen  
Achtzig Stunden hält das Videospiel „Final Fantasy“ einen Spieler in Atem, bis er durch sämtliche Level gejagt ist, die Handlung voll erschlossen und alle Abenteuer und Herausforderungen bestanden hat. Das erfolgreichste RPG (Role Playing Game = Rollenspiel) aller Zeiten wurde ursprünglich für Nintendo entwickelt, es läuft aber auch auf PlayStation und anderen Konsolen, wurde jüngst für apples iPhone und iPad freigegeben und erobert seit Oktober 2010 den chinesischen Markt. Inzwischen existieren 14 Fortsetzungen. Geschaffen wurde das Spiel von der japanischen Videospielfirma Square, die 1987 vor der Pleite stand. Die Programmierer konzentrierten alle Hoffnungen und Mittel auf dieses Rollenspiel, das deshalb einen programmatischen Namen bekam: „Final Fantasy“. Eine der Besonderheiten des Spiels ist die dem Geschehen und den verschiedenen Episoden unterlegte Musik. Sie [..]
Barock trifft Pekingoper: „Le Cinesi“ im Potsdamer Schlosstheater
15.06.2010, 14:28 | vor 604 Tagen  
"Echte" Chinesen in Glucks Oper "Le Cinesi" Foto: Ruprecht Frieling Bereits in der Ouvertüre der Barockoper irritiert ein blechernes Scheppern. Ging im Eifer des Gefechts ein Becken zu Boden? Gab es einen Unfall im schmalen Orchestergraben des Potsdamer Schlosstheaters? Wurde vielleicht ungenügend geprobt? – Und schon wieder scheppert und schnarrt es im Takt der Barockmusik … das ist doch keinesfalls Glucks Oper „Le Cinesi“ pur, das ist doch die Pentatonik einer PEKINGOPER! Bei genauerem Hinhören werden klassische chinesische Instrumenten deutlich, die das Barockensemble „L´arte del mondo“ verstärken. Erregt werden Trommeln und Cymbals geschlagen, Bambusflöte und Erhu, die chinesische Geige, erklingen. Im Publikum taucht bald darauf eine in farbenprächtigen Brokat gekleidete chinesische Sängerin auf und dehnt mit einer ungewöhnlich hohen Stimme Worte, die wie [..]
Berlin: Kammeroper im Techno-Tempel
12.05.2010, 20:06 | vor 638 Tagen  
Der britische Komponist Gustav Holst (1874-1934) ist Musikliebhabern als Schöpfer der Planetensuite vertraut. Diese mächtige Komposition für großes Sinfonieorchester nutzten junge Leute in den Siebzigern gern zur musikalischen Untermalung psychedelischer Erlebnisreisen, und auch die moderne Popmusik (beispielsweise die englische Rock-Gruppe Emerson, Lake & Powell) adaptierte Teile der einstündigen Tondichtung. Holst hat indes viel mehr klangfarbenfrohe Musik geschrieben als diesen, den sieben seinerzeit bekannten Planeten unseres Sonnensystems gewidmete, astrologisch beeinflusste Sternzeichenmusik. Bereits im siebten und letzten Planeten-Satz, der den mystischen Neptun beschreibt, kommt ein sechsstimmiger Frauenchor zum Einsatz. Den Chor nutzte der Komponist als Instrument und band ihn in das Orchester ein. Künftig spielte der Chor eine tragende Rolle in seinem Werk. Deutlich [..]
Wagners "Rheingold" in Frankfurt/Main
04.05.2010, 14:24 | vor 646 Tagen  
Götter mutieren im "Rheingold" zu Salonlöwen. Fotos: ©Ruprecht Frieling Gleich gegenüber der Oper Frankfurt lacht der Euro als Monumentalplastik dem Steuerzahler frech ins Gesicht, während sich drinnen der Vorhang hebt zum ersten Abend der Tetralogie von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“. Im „Rheingold“ wird erzählt, wie die Gier nach Geld und Gold aus dem Urschleim der Geschichte gewoben wird und unaufhaltsam die Welt vergiftet. Regisseurin Vera Nemirova inszeniert die Parabel um Liebe und Gold indes als sphärisches Märchen aus einer anderen Galaxie. Sie vermeidet jeden Bezug zu den geldgeilen Kraken von Krankfurt, die in den umliegenden Glitzertürmen die Welt ins Wanken bringen. Ihre Rheintöchter, Zwerge und Götter spielen auf fünf kreisenden Saturnringen (Bühnenbild: Jens Kilian). Werktreu erzählt sie die Geschichte von den Rheintöchtern Woglinde, [..]
Berliner Philharmoniker im Sängerkrieg der Heidehasen
22.04.2010, 09:54 | vor 658 Tagen  
Einen musikalischen Eindruck vom philharmonischen "Sängerkrieg" gibt es auf meinem YouTube-Video. Im Hintergrund brummt der Berichterstatter mit … Jahr für Jahr findet in Obereidorf ein bedeutsamer Sängerkrieg statt: die Heidehasen treffen sich und tragen Lieder vor, die sie selbst getextet und komponiert haben. Doch in diesem Jahr gibt es etwas Besonderes: Denn Lamprecht VII., König der Hasen und Karnickel, möchte seine Tochter mit dem besten Sänger vermählen und damit seinen Nachfolger bestimmen. Besonderes interessiert an einem glatten Wahlsieg ist Musikdirektor Wackelohr. Mit hunderttausend Hasentalern versichert er sich der Unterstützung des Ministers für Hasengesang. Doch unerwartet tritt ein ernst zu nehmender Konkurrent auf, und der heißt Lodengrün. Damit dieser Erfolg versprechende junge Hase seinen Auftritt verpasst und gar nicht erst zum Sängerstreit antritt, [..]
Theater Taptoe „Der fliegende Holländer“
14.04.2010, 22:40 | vor 666 Tagen  
Theater Taptoe setzt die Segel zu »De vliegende Hollander« Fotos: Neuköllner Oper Im Rahmen des Europäischen Festival für anderes Musiktheater »Open Op« gastierten auf Einladung der Neuköllner Oper das flämische Theater Taptoe und das Bläserensemble »I Solisti del Vento« in Berlin. Gespielt wurde »Der fliegende Holländer« nach Richard Wagner als symphonische Erzählung mit Chor und Marionetten. Die Truppe aus Belgien hat Wagners im Stil einer Nummernoper geschriebene zweieinhalbstündige »Romantische Oper in drei Aufzügen« aus dem Jahre 1843 auf die Hälfte zusammengestrichen. In einem 75minütigen Mix aus Figuren- und Objekttheater spielen drei Puppenspieler, ein vierköpfiger Männerchor und ein gutes Dutzend Musiker die dramatische Geschichte vom verfluchten holländischen Kapitän, der alle sieben Jahre mit seinem Geisterschiff aus der Tiefe des Meeres auftaucht [..]
Die Liebe – was fehlt, ist die Liebe / Uraufführung der Oper NEDA - DER RUF - politisches Musik-Theater von Nader Mashayekhi
16.03.2010, 18:44 | vor 695 Tagen  
Mit Spannung geladen ist schon der Beginn dieser außergewöhnlichen Oper. Auf den Vorhang projeziert erscheinen große arabische Schriftzeichen - der Titel - Neda, der Ruf, danach - Stille - dann der deutsche Titel. Die Musik kommt sparsam, leise, ein fremdartiges Geräusch aus dem Orchestergraben, wo die Osnabrücker Symphoniker unter der Leitung von Daniel Imbal sitzen. Mehr nicht. Die Bühne öffnet sich zu einer schrägen Fläche, die mit weiß gekleideten Frauen bedeckt ist, den Huris im Paradies, die knieen und liegen. Um sie wogen Nebel. Der Blick in eine surreale Welt. Unter den lockenden Frauen kaum auffallend, Nizami. Erst jetzt schweift mein Blick nach ob auf eine Schlitz-Galerie, wo zwei Reihen Männer stehen und hinabschauen, um die einsetzenden Huldigungen und Verführungen der ihnen zu Diensten stehenden Frauen entgegen zu nehmen und Papierflieger hinabwerfen. Die [..]
Kresnik inzeniert "Felix Nussbaum"
03.02.2010, 16:47 | vor 736 Tagen  
Will man Kresnik und seiner Inzenierung des Stückes Felix Nussbaum in Osnabrück gerecht werden, muss man doch etwas tiefer graben, als von den meisten Kritikern und Kommentatoren der Aufführung in den Medien zu lesen ist. Wie Felix Nussbaum ein Künstler ist, der vor allem durch seine Bilder präsent werden wollte und heute mehr denn je ist, muss auch Kresnik zugestanden werden, allein durch seine Tanztheater-Inszenierungen gegenwärtig sein zu wollen. Damit verschieben sich die Betrachtungs-Perspektiven berächtlich. Denn die Realitäten, sowohl des Lebens und Sterbens Felix Nussbaums in und durch Nazi-Deutschland, als Johann Kressniks Nachkriegs-Wirklichkeit werden in die Ebene Kunst transportiert und sollten auch von dort adäquat beurteilt werden. Wer anderes unternimmt, muss zwangsläufig straucheln. Der Maler Felix Nussbaum, hat es mit seinen künstlerischen Mitteln [..]
Terror der Kantaten im Radialsystem
20.12.2009, 14:18 | vor 781 Tagen  
Die Gedanken sind frei: Die entführten Kinder Bethlehems werden am Spreeufer geschlachtet Dem zeitgenössischen Publikum wird bisweilen hart mitgespielt, doch es schluckt dankbar alles, denn es erhofft stets höheren Kunstgewinn. Darsteller bohren sich wechselseitig in der Nase und futtern ihre Popel, stinkende Socken werden durch dreckige Zehen gezogen und anschließend genüsslich beschnüffelt, Staatsopernsänger übergeben sich in den Orchestergraben oder simulieren epileptische Anfälle, und mangels geeigneter Geschlechtspartner wird bisweilen mit einem Brot kopuliert. Eigentlich, so sollte man meinen, hat ein erfahrener Theatergänger alles durch, und es gibt kaum noch Steigerung. Insofern besucht er Bachs „Weihnachtsoratorium“ in der vierstündigen Version von Novoflot im Berliner Radialsystem trotz kollegialer Warnungen ohne Arg und freut sich auf etwas einmalig [..]
Katharina Thalbach inszeniert „Barbier von Sevilla“ als farbenfrohe Komödie
09.12.2009, 15:37 | vor 792 Tagen  
Auf der Bühne der Deutschen Oper Berlin geht es farbenprächtig zu: vor der Kulisse einer spanischen Stadt prallen ein Straßenkreuzer und ein Traktor mit gewaltigem Anhänger aufeinander. Dieser Anhänger wird zur Wanderbühne auf der Bühne und bildet das Wohnhaus der schönen Rosina ab, die dort unter den strengen Blicken ihres Vormunds haust. Um diese innere Bühne herum wird fortan zweieinhalb Stunden lang gejuchzt und gejubelt. Neugierige Nonnen zwitschern umher, Hippies und Bänkelsänger musizieren, Soldaten paradieren, es blitzt, zischt und knallt. Heteros und Homos in Badekleidung herzen sich, eine tätowierte Nackte duscht, Kleinkindern werden derweil von besorgten Müttern die Augen zugehalten. Über allem schwebt wie ein Irrwisch die Regisseurin durchs Bild, mal schwingt sie einen gewaltigen Hammer, mal streut sie aus einem Füllhorn Glimmer über das Bühnenvolk: [..]
Stadt der Hunde
13.11.2009, 18:52 | vor 818 Tagen  
Überall Beton …      Foto: © Wilhelm Ruprecht Frieling Mit 107.000 gemeldeten und einer enorm hohen Zahl »illegaler« Hunde wird Berlin von vielen gern »Dog-City«, die »Stadt der Hunde« genannt. Nicht nur in den Problembezirken ist der vierbeinige Begleiter oft der einzige Sozialkontakt vereinsamter Singles oder ein Prestigeobjekt, das gesellschaftliche Aufwertung verspricht. Der treueste Freund des Menschen wird zum Spiegel familiärer und sozialer Zustände. Grund genug für Tina Müller (Text) und Sinem Altan (Musik), daraus eine Mini-Oper zu machen. Premierengäste der »Stadt der Hunde« in der »Neuköllner Oper« mussten zu ihrer Erleichterung nicht durch einen Haufen von Tretminen waten, um in das gerade mal 50 Personen fassende Studio zu gelangen. Dafür wurden sie am Eingang des Zwingers mit künstlichem Schnee überschüttet, denn das Stück spielt in einer [..]
Der Fall Rigoletto, ein Vatikan-Krimi
25.10.2009, 14:16 | vor 837 Tagen  
Foto: ©Matthias Heyde/Neuköllner Oper Weihrauch und Glockengeläut erwarten die Besucher der Neuköllner Puppenstubenoper, die sich damit hinter die geschlossenen Pforten der Vatikanstadt locken lassen, um einen Krimi von römischem Format zu erleben. Bigotte Kardinäle, Mafiapaten, korrupte Banker und schöne Frauen treten auf, in einem italienischen Café im rechten Bühnenraum bläst eine sechsköpfige Banda, alles ist Bella Italia, eigentlich fehlt nur noch ein notgeiler Regierungschef, um das Panoptikum zu vervollständigen. Doch das Thema ist ernst, es geht um Kindesentführung, Missbrauch und Mord, und das verdeutlicht gleich zu Beginn der Inszenierung ein Erzähler. Er sitzt in der Krypta der Basilika Sankt Apollinaire, blickt auf das Grab des dort begrabenen Mafia-Bosses de Pedis und berichtet von verschwundenen Mädchen. Denn »Der Fall Rigoletto« erzählt die wahre [..]
Liebesnacht im Royal Opera House London
01.10.2009, 17:13 | vor 861 Tagen  
Nina Stemme als Isolde und Sophie Koch als Brangäne auf der Bühne der Royal Opera Covent Garden. Sämtliche Fotos: © Ruprecht Frieling Regisseur Christof Loy schaute sichtbar verdutzt, als er nach der Premiere seiner Inszenierung von Wagners Musikdrama »Tristan und Isolde« auf die Bühne des Londoner Royal Opera House trat, um Rosen in Empfang zu nehmen, stattdessen jedoch ein tausendstimmiges britisches Buuuuuuuhhh kassierte. Publikum und Presse der Themsestadt hegten hohe Erwartungen, doch diese wurden ganz offensichtlich nicht befriedigt. Dabei ist »Tristan und Isolde« ein Stoff, der alle Möglichkeiten bietet, zumal er sogar in Britannien spielt: Der verwitwete König Marke aus Cornwall schickt seinen treuesten Freund und Verwandten Tristan per Schiff als Unterhändler nach Irland, um ihm dort als Friedensgeschenk zwischen den verfeindeten Nationen eine Gemahlin abzuholen, [..]
«La Bohème» nicht ganz so erfolgreich wie «La Traviata»
30.09.2009, 18:11 | vor 862 Tagen  
Die Live-Übertragung der Puccini-Oper «La Bohème» aus dem Berner Gäbelbachquartier am Dienstagabend hat nicht ganz so viele Zuchauerinnen und Zuschauer vor den Bildschirm gelockt wie «La Traviata» im Zürcher Hauptbahnhof vor Jahresfrist. Während damals 577 000 Zuschauerinnen und Zuschauer den ersten Kanal des deutschsprachigen Schweizer Fernsehens eingeschalten hatten (34,4 Prozent Marktanteil), waren es dieses Jahr nur 347 000 Personen, die für einen Marktanteil von 29,5 Prozent sorgten. Laut Schweizer Fernsehen ist noch nicht abschliessend geklärt, ob die Serie von derartigen Grossveranstaltungen fortgesetzt werden soll. Sie sind zwar aufwändig, tragen aber zur Bekanntheit des Senders bei. Während 10 Tagen auf Internet: http://plus7.arte.tv/de/1697660,CmC=2860986.html Kommentare
Opernabend live auf Arte
28.09.2009, 20:51 | vor 864 Tagen  
Nach dem Erfolg der „Traviata im Hauptbahnhof Zürich“ im letzten Jahr wird nun die Hochhaussiedlung eines Berner Vororts zum Schauplatz für ein Meisterwerk des Opernrepertoires: „La Bohème“ von Giacomo Puccini. Der technische Aufwand ist immens, die Oper spielt an vielen, teilweise sehr weit entfernten Orten und fügt sich erst auf dem Fernsehschirm zu einem Ganzen. Die Bewohner des mehrstöckigen Hauses werden zu Statisten, ihr Zuhause zur Bühne. * ARTE sendet das Event live und in HD am Donnerstag ab 20.00 Uhr http://www.arte.tv/de/Kultur-entdecken/La-Boheme-im-Hochhaus/2790002.html Kommentare
Der Gesang der Kastraten
11.09.2009, 12:20 | vor 881 Tagen  
»Evviva il coltellino« jubelte das entfesselte Opernpublikum des 18. Jahrhunderts, wenn ein Sänger im Falsett höchste Töne aus seiner Kehle strömen ließ und damit unmissverständlich deutlich machte, dass er ein »drittes Geschlecht« hatte: Er war nämlich kastriert! Der Zwischenruf »Es lebe das Messerchen« markierte den Gipfelpunkt musikalischer Lustbarkeit, den Musikliebhaber vergangener Jahrhunderte genießen durften. Kastraten zählten zu den Superstars des Barock. Namen wie Farinelli und Caffarelli sind bis in unsere Zeit legendär, ihre Karrieren sind Gegenstand von Aufsätzen und Filmen. Die meisten Entmannten stammten aus Süditalien, wo die „Herstellung“ von Kastratensängern fabrikmäßig betrieben wurde. Hunderttausende Knaben bettelarmer Familien wurden in der vagen Hoffnung, sie würden reich und berühmt, dem Messerchen zugeführt und unter teilweise [..]
Partnertausch in Salzburg: »Cosi fan tutte«
31.07.2009, 07:51 | vor 923 Tagen  
Partnertausch im Treppenhaus: »Cosi fan tutte« im Salzburger Festspielhaus.© Monika Rittershaus Treueagenturen melden Hochkonjunktur. Dabei versuchen entsprechend versierte Damen oder Herren, den Beziehungspartner des jeweiligen Auftraggebers anzubaggern und zu einem Seitensprung zu bewegen. Informationen über Gewohnheiten, Stammkneipen und Interessen erleichtern ihnen die Arbeit und den erwünschten Zugriff. Tappt der derart Angemachte in die Sex-Falle, ist sein mangelhaftes Verhältnis zur Treue bewiesen, und es darf vermutet werden, wie sich die Beziehung der beiden Liebenden wohl künftig entwickeln wird. Dabei betrügen sie alle, behauptet Komponist Wolfgang Amadeus Mozart und gibt seiner Oper zum Thema Treuetest auch gleich einen entsprechend programmatischen Titel. »Così fan tutte« heißt sein Werk in zwei Akten, und das bedeutet wörtlich: »So machen (sie) es [..]
Friedensmusikpreis Niedersachen für Michael Dreyer und sein Morgenland Musikfestival
23.05.2009, 19:01 | vor 992 Tagen  
"Morgenland-Festival - ein Weg zum Frieden" titelte ich meinen Bericht vom 28.09.08 hier in diesem Blog über die Iniative eines Mannes aus einer norddeutschen Stadt, der sich die Verständigung und Verbindung zweier Kulturen als Lebensaufgabe gestellt hat. Michael Dreyer, der mit Musik aus dem Morgen- und dem Abendland, wie sie unterschiedlicher nicht sein kann, ein Festival ins Leben gerufen hat, dass in den beiden Hemisphären einmalig ist und inzwischen zu einer international beachteten Institution wurde. Das Festival zeichnet sich aus, weil es sich vom üblichen Festival-Betrieb der Klassik-Welt wohltuend abhebt. Das Festival erreicht eine ganz außerordentliche inhaltliche Qualität, die weit in politische Dimensionen hineinreicht und so Kunst und Kultur in unserer Gesellschaft anders als üblich geworden verortet. Eventkultur, Imagepflege und Marketing werden hier zu [..]
Surreal: Shakespeares Sonette im BE
15.04.2009, 20:07 | vor 1030 Tagen  
Szenenfotos aus Robert Wilsons Inszenierung von Shakespeares »Sonette« im BE Sämtliche Fotos © Wilhelm Ruprecht Frieling, 2009 Über die Bühne des »Berliner Ensemble« staksen menschliche Scherenschnitte. Grell geschminkte Gestalten mit dürren Beinen, hoch toupierten Haaren und Pumphosen tänzeln, springen, hüpfen, fliegen durchs Bild. Sie grunzen, schnaufen, stöhnen, gurren, kichern und lachen in aufwändiger Choreographie, die einem Ballett ähnelt. Mitunter sprechen sie einzelne Sätze, wiederholen diese, ziehen sie in die Länge und betonen sie wieder anders und aufs Neue. Dann singen sie, mal auf englisch, meist aber auf deutsch, mal einzeln, zu zweit, dann wieder im Chor. Unterbrochen werden sie von Glockenklang, Straßenlärm, Hupen und kakophonisch einsetzenden Streichern. Drei Stunden lang läuft dieses grell-bunte Inferno ab, unterbrochen nur von einer störenden [..]
Leben ohne Chris
03.04.2009, 10:27 | vor 1042 Tagen  
»Leben ohne Chris« - ein Musical der Neuköllner Oper Berlin Zwei Tage nach seinem 18. Geburtstag klaut Chris die Vespa seiner Schwester Birgit, verzichtet auf einen Sturzhelm und rast mit voller Wucht gegen einen Kastanienbaum. Bumm. Peng. Genickbruch. Ein junges Leben endet, ehe es richtig begonnen hat. Chris ist tot. Oder war es genau der richtige Moment, auszusteigen, bevor er alt, grau und von Wehwehchen und Altersgebrechen gepeinigt ins Reich der Toten einziehen wird? Sein Ableben hat Chris sich jedenfalls anders vorgestellt. Er spürt nichts, und auch die berühmten Sekunden, in denen angeblich der Kurzfilm des Lebens ablaufen soll, fehlen ihm. Stattdessen hält ihn der Engel des Todes an der Hand und begleitet ihn zu seiner früheren Clique, die schockiert trauert. Doch die Szenen, die vor seinem inneren Auge ablaufen, zeigen ihm die vielen Baustellen, die er hinterlassen [..]
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