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Kategorie: Kommentare, Kolumnen > Deutsch

Kommentare zu Politik, Kultur und Wissenschaft - aktuell - bissig - witzig

Nachrichten aus dem RSS-Feed: publicopinia
Wahrnehmungen
23.10.2011, 11:14 | vor 110 Tagen  
Es ist natürlich nichts Neues. Der Focus der öffentlichen Wahrnehmung, basierend auf der veröffentlichten Meinung, wechselt ständig. Da kann ich auch keinen Unterschied zwischen den klassischen Medien (Zeitungen, Radio, TV) und den neuen Medien, sozialen Plattformen und Blogs feststellen. Der Schwerpunkt der Themen und die Intensität, in der gerade aktuelle Themen behandelt, verbreitet und diskutiert werden, der kann allerdings unterschiedlich sein. So sind nach meiner Beobachtung diejenigen Themen, die mit dem Netz zu tun haben (Trojaner, Piraten, Netzsperren), in der Netz-Diskussion auch stärker verankert und intensiver als in den "alten" Medien. Das verwundert ja auch nicht. Was mir jedoch auffällt, ist dies, dass der Fokuswechsel dort mindestens so schnell und häufig ist wie in der traditionellen Presse. "Occupy" ist eine Woche nach den Demonstrationen nahezu vollständig als [..]
Euro-Krise und Piraten
20.10.2011, 19:29 | vor 113 Tagen  
Was verbindet die EURO-Krise mit den PIRATEN ? Auf den ersten Blick nichts außer dem zeitlichen Zusammentreffen: Berlin-Wahl mit Piraten-Überraschung und eine seit Monaten andauernde und sich verschärfende Schuldenkrise, die alle Länder des Euroraumes in gefährliches Schlingern bringt. Aber was haben diese fiskalpolitischen Turbulenzen (es ist ja nur in abgeleiteter Weise eine Währungskrise) der Überschuldung einiger Euro-Staaten mit dem plötzlichen Erfolg der Piraten-Partei (in bundesweiten Umfragen derzeit bei 10%) zu tun? Gibt es da eine sachliche Verbindung, einen inneren Zusammenhang?Ich vermute, sie wird in den Demonstrationen der Occupy-Bewegung vom 15. Oktober ein wenig sichtbar. Das, was die Politiker auf europäischer Ebene derzeit an finanzpolitischer Unübersichtlichkeit, ja Unüberschaubarkeit und Unkontrollierbarkeit erleben, das erleben auf anderer Ebene die [..]
Staat und Religion
15.10.2011, 21:58 | vor 118 Tagen  
Resümee eines Gespräches.Die Trennung von Staat und Religion (Kirche) ist in Deutschland nicht so strikt wie andernorts, z.B. in Frankreich. Das dort praktizierte Modell der völligen Trennung von Staat und Kirche wird „säkularistisch“ genannt. Die Verfasser des Grundgesetzes haben das anders gesehen; die gesellschaftliche Wirklichkeit hat sich anders gestaltet. Und das ist auch gut so.Dagegen steht die These: „Ein säkularer modernen Staat ist die einzige Alternative zur Theokratie.“ Dafür verweisen manche auf das Beispiel der USA. Im „First Amendmend“ heisst es: "Congress shall make no law respecting an establishment of religion, or prohibiting the free exercise thereof; or abridging the freedom of speech, or of the press; or the right of the people peaceably to assemble, and to petition the Government for a redress of grievances." Wenn dann aber auf die Schriften von [..]
Leben wir schon digital?
15.10.2011, 11:14 | vor 118 Tagen  
Manchmal bin ich erstaunt, wie unterschiedlich offenbar die Welten sind, in denen wir einzelne leben, oder anders gesagt, wie unterschiedlich wir unsere Um- und Mitwelt wahrnehmen. Auf der einen Seite liest man in Blogs, Foren, auf einschlägigen Webseiten im weiten Umfeld von CCC und Piraten, Datenschützern und Gesellschaftskritikern, wie sehr sich unsere Welt durch das "Netz" bereits verwandelt habe. Um ein neues Wirklichkeitsverständnis scheint es da zu gehen, um eine völlig neue Dimension sozialer Kontakte und sozial-medialen Verhaltens. Die begriffliche Unterscheidung von "online" Kontakten und "echten" Kontakten wird kritisiert, da reale Welt und Internet eben eines seien: Das Netz ist Teil der realen Welt. Zweifelsohne. Aber die  Überlegungen, die nun darüber hinaus angestellt werden, und die Schlüsse, die gezogen werden, gehen doch in eine sehr viel [..]
Systemkrise 2.0
12.10.2011, 22:32 | vor 121 Tagen  
Der 15. Oktober naht - und mit ihm die "Systemkrise". Nun also auch in Deutschland "Occupy - " ja was denn? na, Hamburg und Frankfurt. Wir stehen nicht nach mit Empörung und Entrüstung, wenn "überall" Aktivisten sich empören und demonstrieren. Das System ist kaputt, das merkt doch jeder! Wie schreibt Florian Hauschild, Autor im Blog le bohémien und dort, mit Allende-Kopf auf der Titelseite, mit neo-marxistischen Beiträgen vertreten:Die Korrumpierung der politischen Systeme durch private Wirtschaftsinteressen, die skandalösen und oft ekelerregenden Zustände in der Welternährung, Umweltzerstörung und ausufernde Korruption im Energiesektor, massenhafte Zwangsprostitution und massenhaftes Sterben als Folge von Armut und vieles mehr dergleichen, das alles scheinen abstrakte Vorgänge zu sein im Vergleich zur Gefährdung des eigenen Kontostandes. (Das alte System ist [..]
Staatliche Inkompetenz
10.10.2011, 22:45 | vor 123 Tagen  
 "Bei Behörden soll es also so geregelt chaotisch zugehen wie der Hacker-Verein CCC seit 30 Jahren heißt. Und die Bewegung der Aktivisten, die manchmal auch "Hacktivisten" genannt werden, gelten mancherorts - wie die Reaktionen auf die Entdeckung der inkriminierten Schadsoftware zeigen - als eine Art Technischer Überwachungsverein für alles Digitale. Was für eine verrückte Welt."Wenn ich die Nachrichten dieses Tages zum Thema "Staatstrojaner" Revue passieren lasse und auch diese zitierte Bewertung der SZ hinzu nehme, dann beschleicht mich ein unangenehmes Gefühl. Nicht das ist der Grund: mögliches Opfer eines jenseits der gesetzlichen Grenzen schnüffelnden Staates werden zu können, sondern vielmehr das Erstaunen und Erschrecken über die Inkompetenz und Schlampigkeit von Behörden, denen meine Freiheit und Sicherheit (!) als Bürger zu schützen obliegt. Ich unterstelle [..]
Plattformneutralität
09.10.2011, 11:15 | vor 124 Tagen  
In seinem Blogbeitrag auf ctrl+verlust versucht mspro "Das politische Denken der Piraten" auf den Punkt zu bringen. Er wendet sich gegen allzu schnelle Zuschreibungen der Piraten als "Einthemenpartei":Ihre Deutungsversuche gehen von “Protestpartei“, “neue FDP” bishin zur es sich bequem machenden “Einthemenpartei“. Sie versuchen gar nicht die Piraten zu verstehen, sondern nur die passende Schublade für sie zu finden. Dass die Piraten einen eigenen originären Politikansatz haben könnten, scheint niemand in Betracht zu ziehen.Diesen neuartigen Politikansatz findet er in der "Netzneutralität", oder allgemeiner ausgedrückt in der "Plattformneutralität":Die Plattformneutralität steckt als abstraktes Konzept hinter allen Forderungen der Piraten, denn sie steckt tief in dem Denken eines jeden Netzbewohners. Die Plattformneutralität ist somit ein abstraktes Konzept, wie es die [..]
Mystifikation des +St. Jobs
07.10.2011, 12:24 | vor 126 Tagen  
Was da gestern in den Sozialen Medien, TV und Presse abging, war schon erstaunlich bis befremdlich. Der Tod eines Konzern-Chefs der Internet-Branche, Steve Jobs von dem Firmenmulti Apple, ließ die Welt vor Betroffenheit aus den Fugen geraten. Schnell waren Titulierungen wie "genialer Erfinder" (Obama), Internet-Guru, kreativster Kopf der modernen Welt (!) zu lesen. Nein, es geht nicht um einen Nobelpreisträger, es geht 'nur' um den Tod eines Firmen-Bosses. Selbst in der Tagesschau um 20 Uhr stand die Berichterstattung über den Tod des Apple-Chefs an erster Stelle, noch vor dem Bericht über die Verleihung des Literatur-Nobelpreises an Tomas Tranströmer. Unglaublich. Der Apple-Gründer wurde zum einzigartigen Visionär, zum Inbegriff des  Internet-Zeitalters verklärt. Die Preisungen hatten den Charakter einer überschnellen Mystifikation, die Jobs zum genialen [..]
Der Sinn eines Nationalfeiertages
05.10.2011, 18:51 | vor 128 Tagen  
Nachträgliche Gedanken zum "Tag der Deutschen Einheit"Nach dem "Tag der Deutschen Einheit" gehen mir immer wieder Gedanken durch den Kopf, welche Möglichkeiten in solch einem Tag liegen. Es geht vielleicht nicht allein um das Gedenken der Wiedervereinigung, die am 3. Oktober 1990 Rechtskraft erlangte. Besonders im vergangenen Jahr, dem 20. Jahrestag, stand dies Erinnern naturgemäß im Vordergrund. Aber in diesem Jahr fiel mir zum ersten Male auf, dass an einigen wenigen Stellen in den Medien vom "Nationalfeiertag" gesprochen wurde. Das ist formal völlig richtig, denn dieser 3. Oktober, der "Tag der Deutschen Einheit", ist der einzige durch Bundesgesetz festgelegte "gesetzliche Feiertag", also ein Feiertag für das gesamte vereinigte Deutschland, nicht nur eines oder einzelner Bundesländer wie alle übrigen gesetzlichen Feiertage. Damit hat dieser Tag tatsächlich formal den [..]
Neo-Fundamentalismus
25.09.2011, 19:42 | vor 138 Tagen  
Wie eine überaus passende Ergänzung zu meinem letzten Blog-Beitrag "Protestanten sind Protestanten" erscheint mir der Artikel von Reinhard Bingener in der FAZ - soeben online verfügbar. Anders als Daniel Deckers begeisterte Zustimmung zum 'heiligen' Benedikt in derselben Zeitung (online hier) durchweg aus katholischer Sicht zeichnet Bingener ein differenziertes Bild von Ratzingers Haltung, die ich voll und ganz teile. Dieser Papst weiß genau, was er tut, und er tut es gezielt und beharrlich: den ultrakonservativen Katholizismus stärken. Die Rücknahme der Exkommunikation des rassistischen Bischofs Williamson und die nachdrückliche Unterstützung der Pius-Bruderschaft waren kein dummer Zufall eines Unbedarften, wie oft vermutet, sondern offenkundig gezielte Strategie. Auch Ratzingers "Zurückhaltung" gegenüber den Missbrauchs-Opfern entspricht seiner Auffassung einer in sich reinen [..]
Protestanten sind Protestanten!
25.09.2011, 10:50 | vor 138 Tagen  
Protestanten haben von einem Papst nichts zu erwarten, von diesem Benedikt nicht, wohl auch von keinem anderen; er müsste denn aufhören, Papst zu sein.Allzu leicht wird im sogenannten "ökumenischen Dialog", also auch auf wohlmeinender römisch-katholischer Seite ebenso wie auf engagierter evangelischer Seite verkannt, dass es zwischen Evangelischen und Katholiken gar nicht ausschließlich und vielleicht nicht einmal in erster Linie um Fragen des Glaubens geht, sondern viel  mehr um Struktur- und Machtfragen, um Fragen der Deutungsmacht in Sachen des Glaubens und Denkens und um Herrschaftsstrukturen innerhalb der Kirche: um Macht über Geldmittel (Kapital) und Seelen (Gewissen). Diese Fragen waren der wesentliche Anlass für die "Protestation" der evangelischen Stände gegen die erneute Inkraftsetzung des Wormser Edikts (1521) und damit gegen die kompromisslose Durchsetzung [..]
Nicht eben mal die Welt retten
14.09.2011, 17:49 | vor 149 Tagen  
China also. Und vielleicht noch die BRIC - Staaten. Retter Europas, weil sie europäische Anleihen kaufen wollen. Aber zumindest Chinas "Angebot" (es ist ja mehr ein Kuhhandel als ein "Tauschgeschäft" mit dem Charakter der Erpressung: Wir kaufen nur eure Anleihen, wenn ihr uns endlich als Marktwirtschaft (!) anerkennt und das Waffenembargo nach dem Massaker vom Tian’anmen Platz 1989 aufhebt) handelt weder uneigennützig, noch ist es wirtschaftlich so stark und stabil, wie manchmal behauptet wird. Es ist gut, sich dieses immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, damit die Relationen und Einschätzung nicht völlig daneben liegen. Darauf weist auch Christian  Gleinitz in einem Kommentar für die FAZ zu Recht hin:"China ist reich - auf dem PapierDie Schuldenturbulenzen in Europa und Amerika treffen China in einem kritischen Moment und könnten hier schlimmere Verwerfungen zeitigen als [..]
Der Fortschritt ist eine Schnecke
14.09.2011, 09:44 | vor 149 Tagen  
Einen guten und illusionslosen Artikel hat Joachim Müller-Jung geschrieben und Neuro-Chips und Künstliche Intelligenz, dessen Kernsätze lauten:"In der Originalpublikation der IBM-Chipentwickler liest man da ganz anderes. Dort wird das „cognitive Computing“ heraufbeschworen und mit der Idee gespielt, „dank neuer Durchbrüche in der Nanotechnik einen neuromorphen Chip herzustellen, der aus einer Million Nervenzellen und zehn Billionen Synapsen pro Quadratzentimeter besteht“ – was bei einem angepeilten Volumen von zwei Litern der Leitungs- und Zelldichte des menschlichen Gehirns zumindest auf wenigstens zwei Größenordnungen nahe käme. Aber schon im Folgesatz des Artikels erscheinen die Chancen, dieses Maximalziel zu verwirklichen, als unkalkulierbar: „Die schlechte Nachricht sei“, so schreiben die Forscher, „dass bisher ja leider nicht einmal der Kernsatz von [..]
Noch längst nicht genug gesagt über 9/11
11.09.2011, 10:00 | vor 152 Tagen  
Heute am zehnten Jahrestag des Anschlages auf die Twin Towers in New York ist in den Zeitungen viel zu lesen über die Anschläge damals, über den Terrorismus und den Krieg dagegen, über Sicherheit und ständige Bedrohung, über die Veränderung, die die Anschläge in der Welt bewirkt haben. Man kann manches Überzogene lesen, wie Wolfgang Günter Lerch: "Amerika erfuhr die schlimmste Attacke seit Menschengedenken." Aber es werden von ihm auch möglichst genau die Linien nachgezeichnet, die zu diesen Terroranschlägen geführt haben. Direkte Vorläufer und Vorgänge aufzuzählen (der Anschlag auf das WTC in New York 1993, die Attacke auf USS Cole 2000 usw.) heißt noch nicht, die Ursachen und Gründe zu kennen, die zu diesem Ausbruch des Terrorismus islamischer Prägung führte. Da ist manchen Kritikern des verordneten Gedenkens und des medialen Hypes um 9/11 Recht zu geben. Auch die [..]
Wer ist verdienter Leistungsträger?
07.09.2011, 10:06 | vor 156 Tagen  
Berthold Kohlers Leitartikel anlässlich der Vorstellung der Steuerpläne der SPD gestern in der FAZ ("Die Besseres Verdienenden") könnte man fast als einen Hetzartikel bezeichnen. Er spielt mit Vorurteilen, manipuliert Meinungen und stellt das alles noch als seriös dar. Sein Kommentar ist schon  starker Tobak.Wie schon öfter und immer wieder, und obwohl von verschiedener Seite zu Recht kritisiert und korrigiert, suggeriert Kohler eine Identität von den gesellschaftlich "leider" übel beleumundeten "Reichen" und den wahren Leistungsträgern unserer Gesellschaft. "Wer „reich“ ist im Reich der Gleichheit und der sozialen Gerechtigkeit, der ist erst einmal verdächtig - es sei denn, er ist Showmaster, Fußballstar oder Formel-Eins-Fahrer und zahlt seine Steuern im Ausland. Das tat der Popularität dieses Personenkreises in Deutschland noch nie Abbruch." Durchaus richtig [..]
Rechte Parallelwelt
05.09.2011, 17:24 | vor 158 Tagen  
"Doch zeigt das Wahlergebnis auch, dass es keiner einzigen Partei gelungen ist, die leichte Schwäche der NPD zu nutzen und in das rechte Wählerreservoir vorzustoßen. Dort tut sich ein politisches Niemandsland auf, in dem ein nicht unbedeutender Anteil der Bürger für die Demokratie verloren scheint. Nicht jedoch für die Politik. Ausgerechnet die Rechtsextremen führen hier vor, wie man Menschen für sich einnehmen kann, und sei es auch nur durch die Hilfe beim Ausfüllen von Behördenpapieren. So entsteht eine politische Parallelwelt, die sich zunehmend von den Regeln der Mehrheitsgesellschaft löst."Und etwas mehr an Analyse und Wählerwanderung in MV von und zur NPD bringt die ZEIT:Kümmern, hetzen, Erfolg habendirekt zum ArtikelUnd die SZ schreibt:"Der NPD-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern ist einer der extremsten innerhalb der Partei: "Die ideologische Ausrichtung ist [..]
Verhärtete Rechte in MV
05.09.2011, 09:33 | vor 158 Tagen  
Die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern (MV) geben zu denken. Allerdings nicht so, wie die meisten Tageszeitungen heute aufmachen: SPD und CDU ein  bisschen über bzw.unter den Erwartungen, Grüne drin ("historisch"), FDP draußen (normal). Das eigentlich Bemerkenswerte ist das Abschneiden der NPD. Hierüber ausführlicher zu berichten, ist heute Morgen der Süddeutschen Zeitung vorbehalten, dankenswerterweise. Das ist dort im Osten keine glatt gebügelte, angepasste Rechte, sondern ein extremer und verhärteter Haufen. Udo Pastör gehört zu den rechtsextremen Scharfmachern der NPD und wird wegen seines Erfolges in ganz Deutschland von den nationalen Rechten gefeiert. Was man von ihm und seinen Kameradschaften in MV hören und lesen kann, gehört zu dem Übelsten der braunen Sauce. Noch gestern in der Runde der Parteivorsitzenden in der Tagesschau beklagte er sich laut, dass man [..]
Abschied vom "marktreligiösen Weltbild"
04.09.2011, 19:03 | vor 159 Tagen  
"Die Eliten müssten die von ihnen selbst propagierte Weltanschauung radikal in Frage stellen... " "Den hartnäckigsten Widerstand gegen ein Verlernen leisten die wirtschaftswissenschaftlichen Eliten, schließlich haben sie das marktreligiöse Weltbild mit in langer Arbeit restauriert." "Die besonders von Deutschland geforderte Politik auf den Punkt gebracht: „Die Regierung nimmt es für sich als Erfolg in Anspruch, dass sie rechtzeitig und als erste im Kreise der großen Nationen mit entscheidenden Sparmaßnahmen in den öffentlichen Ausgaben begonnen hat“. Und der Finanzminister fügt hinzu: „Die Dinge liegen an sich eher einfach: Der oberste Grundsatz für die Finanzpolitik jedes Staates ist der, dass nicht mehr ausgegeben werden kann als eingenommen wird“. Dies erklärten nicht Merkel und Schäuble, sondern Reichkanzler Brüning und der preußische Finanzminister Klepper im [..]
Risk to fail
04.09.2011, 10:11 | vor 159 Tagen  
Zwei Beiträge in der FAZ und FAS dieses Wochenendes befassen sich mit der Lage in der Euro-Währungsunion: Die bekannten Ökonomen Alfred Schüller (Das fatale Einheitsdenken) und Robert Mundell („Der Euro hält viel aus“), die von ihrer ökonomischen Theorie her unterschiedlicher nicht sein könnten, äußern sich zum Euro und zur EU-Finanzpolitik. Wenn die beiden älteren und erfahrenen Wissenschaftler dann im Wesentlichen zu demselben Ergebnis kommen, könnte allein das ein Hinweis sein, dass da etwas dran sein muss.Schüller ist klassischer Marktliberaler der Hajek-Schule, "Ordo-Liberale" nennt man sie. Wenn es auch immer wieder ergreifend ist zu lesen, wie Vertreter dieser Richtung alles Wehe vom dirigistischen Staat befürchten und alles Wohl vom freien Markt erwarten, dabei die Vorteile des freien Austausches der "homines oeconomici" (die angeblich nur rational [..]
Hoffnungsvoll: Papst egal
28.08.2011, 08:41 | vor 166 Tagen  
Das ist mal eine positive Nachricht: gut 60 % ist es wurscht, ob der Papst kommt oder nicht.Wunsch nach ReformenMehrheit ist Papst-Besuch egalLies hier den Artikel.Vielleicht gibt es dann diesmal weniger Zirkus um den Papstbesuch hierzulande. Immerhin erschreckend, dass noch 31 % diesen Besuch begrüßen, aber auch das wird sich allmählich ändern. Schlimm genug, dass dieser erzkonservative Knochen, der Reaktionär Ratzinger, irgendwo auch für "Deutschland" steht, für das katholische jedenfalls. Wird Zeit, dass sich auch die Katholiken von den üblen Machtstrukturen ihrer Amtskirche und dem Gehabe ihrer Oberen abwenden und anfangen, selber zu denken und zu handeln. Aufklärung nennt man so etwas. Es täte der katholischen Kirche bitter Not.Vom Papst ist allerdings nichts zu erwarten. Wer dort hingewählt wird, muss schon das dunkelste Violett tragen und geistig scheintot sein. [..]
CSU kapierts wieder mal nicht.
27.08.2011, 08:22 | vor 167 Tagen  
Merkels WirtschaftsregierungCSU stellt sich querlies Artikel bei n-tvDas ist nicht nur die Schärfung des eigenen Profils, die man von den bayerischen Unionisten ja kennt, - das ist schlicht verbockte Dummheit. Um nur ja nicht in irgend einer Weise mit den "Schuldenländern" der EU in eine Solidar- und dann natürlich auch Haftungsgemeinschaft zu gelangen, wird alles nieder gebügelt, was den Zusammenhalt und die Stabilität in der EU und speziell im Euro-Raum wieder stärken könnte. Dabei sollte es doch klar sein, dass eine stärkere finanzielle Hilfe für finanziell notleidende Euroländer (die Liste möglicher Kandidaten reicht sogar bis hin zu Frankreich) nur um den Preis entsprechender wirtschafts- und finanzpolitischer Auflagen sinnvoll und möglich ist. Insofern hat Bundesminister Schäuble völlig recht mit dem Hinweis auf den Sachzusammenhang von "Eurobonds" und einem [..]
Außenpolitisches Abseits
26.08.2011, 17:48 | vor 168 Tagen  
Offenbar ist das genau die Ortsbestimmung für die derzeitige deutsche Politik: im Abseits. Erst nach und nach werden die Ausmaße der deutschen Fehlentscheidung (Enthaltung bei der UN-Libyen-Resolution) deutlicher. Es geht dabei keineswegs nur um Libyen, darum natürlich auch. Es geht um die Verortung, um die Verlässlichkeit deutscher Politik im europäischen und atlantischen Bündnis. Deutschland sollte sich nicht auf die Suche nach neuen "strategischen Partnerschaften" begeben und sich auf die Seite der BRIC-Staaten schlagen wie bei eben jener UN-Enthaltung, wie Klaus Frankenberger gut kommentiert. Da hätte man vergessen, wo die wirklichen Partner sitzen, bei allen auch dort gegebenen Unterschieden der Interessen im Einzelnen. Deutschland gehört fest ins westliche Bündnis. Das Ausscheren auf den "deutschen Sonderweg" gegenüber Libyen, gegenüber den Partnern Frankreich, [..]
Cowboy for President
24.08.2011, 11:34 | vor 170 Tagen  
Rick Perry also - "George W. Bush auf Steroiden" schreiben Spötter. Sein Ziel beschreibt Sebastian Schöbel (n-tv) so:"Dahinter steckt eine Forderung, die weit mehr beinhaltet als die Sorge um die schwache US-Wirtschaft, die anhaltende Arbeitslosigkeit oder das steigende Haushaltsdefizit. Die Republikaner fordern eine soziale Revolution: weniger Staat, mehr Eigenverantwortung der Bürger und die Rückbesinnung auf ein Amerika, in dem Gewinner viel Applaus erhalten, Verlierer des Systems hingegen kaum Beachtung finden. Auch diese Philosophie war schon immer Teil des "Amerikanischen Traums": das Leben als ständiger Kampf um das persönliche Glück, in dem alles möglich ist aber niemandem etwas geschenkt wird."Dabei ist es jetzt schon so:"Kaum ein anderer Bundesstaat hat so viele verarmte Einwohner, nirgendwo leben so viele Amerikaner ohne Gesundheitsversicherung. Das Schulsystem gilt [..]
neues Steuerrecht: Kirchhof
22.08.2011, 14:59 | vor 172 Tagen  
Es klingt, logisch, interessant, ermutigend, engagiert. Auf jeden Fall einer genauen Prüfung und Überlegung wert: der neue Kirchhof-Vorschlag. Sogar für Sozis sollte es Anlass sein, einmal dem "Professor aus Heidelberg" wirklich zuzuhören.Vom arm zu reich verteilen, das muss nicht sein, nicht einmal im Steuerrecht!Lest das Interview mir Prof. Paul Kirchhof  bei FAZ.NET:Paul Kirchhof im F.A.S.-Gespräch„Wir verteilen von Arm zu Reich“Als Verfassungsrichter hat Paul Kirchhof zwölf Jahre lang am Steuerrecht herumgeschraubt. Am Ende stand die Erkenntnis: Wir brauchen ein neues Auto. Das hat er selbst gebaut. Ob es jemals fahren wird, hängt vom Mut der Politiker ab.
Wer kann Krise am besten?
22.08.2011, 10:31 | vor 172 Tagen  
Oh, da fällt mir gleich Tissy Bruns ein in der ZEIT, natürlich neben der Ober-Kassandra Frank Schirrmacher von der FAZ. Aber T.B. bekommt von mir für das letzte Wochenende klar alle 10 Krisen-Wälzer-Punkte. So schön beißend im Ausmalen der Krise zur Jahrhundert-Super-Krise,  ("Die Welt ist aus den Fugen ... Marktwirtschaft ist nicht mehr Marktwirtschaft ... Demokratie ist nicht mehr Demokratie, wenn...") war bisher kein anderer Kommentar. Nach dem GAU in Japan nun die GAK weltweit. Das muss man erst mal toppen.Es herrscht offenbar Krieg, der Krieg des anbrechenden Chaos. Märkte, diese "Sensibelchen" (Tissy hat sogar noch Humor!) sind zur "Parallelgesellschaft des 21. Jahrhunderts" geworden, in denen "anonyme Heckenschützen" jederzeit zuschlagen. Der Finanzkapitalismus hat die Politik "paralysiert", die Demokratie ist im "Gedankengefängnissen" lahm gelegt und von [..]
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