Klimaschutz-Netz | |
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Liebe Freundinnen, liebe Freunde,
als 1991 amerikanische und britische Soldaten in Kuwait eingesetzt wurden um gegen die irakische Armee zu kämpfen, die das Land zuvor besetzt hatte, riefen die Demonstranten „Kein Blut für Öl!“, denn niemand wollte glauben, dass es dort um die Verteidigung der Freiheit ging. Auch im Irak-Krieg wurde der Slogan „Kein Blut für Öl!“ von den Friedensdemonstranten skandiert. Öl ist nun mal der Grundstoff für Benzin und Diesel und Kunststoffe, und der enorme Verbrauch verringert die Rohstoffressourcen und erhöht den Preis. Seit den 1980er Jahren wurden für jedes neu gefundene Barrel Öl etwa vier Barrel der Erde entnommen. Obwohl die Technologien bei der Suche nach Erdöl stetig präziser wurden, findet man heute nicht mehr genug um die erschöpften Lagerstätten zu ersetzen. Momentan fließen gigantische Mengen Öl in das Wasser des Golfs von Mexiko, weil immer riskantere Fördermethoden verwendet werden, da die Vorkommen immer schwerer zu erschließen sind. Unfälle mit immer schwerwiegenderen, unbeherrschbaren Folgen für Mensch und Natur sind infolge dieses Risikos daher zukünftig immer häufiger zu erwarten.
Radeln für den Frieden; Foto: Udo Schuldt; CC3.0 by-nc-sa
Kürzlich wurde bekannt, dass in Afghanistan enorme mineralische Rohstoff-Reserven liegen. Daran wird erkennbar, dass Afghanistan nicht nur als Transferland für Gaspipelines von strategischer Bedeutung ist. Mineralische Rohstoffe werden auch für Fahrzeuge benötigt. Kupfer für die Leitungen, Eisen und Aluminium für die Karosserie, Lithium für Batterien. All das findet man in Afghanistan. Könnte das auch ein Grund für den Militäreinsatz dort sein?
Die Abhängigkeit unserer Wirtschaft und der Automobilindustrie vom Öl und Rohstoffen führte in der Vergangenheit bereits dazu, dass in den verteidigungspolitischen Richtlinien ausgeführt wurde, dass die Bundeswehr zur Sicherung der Rohstoffe - und der Lieferungen global einsetzbar sein müsse.
Natürlich verurteilen wir so eine Militärdoktrin, aber wir erkennen auch, dass der zunehmende Energie- und Rohstoff-Verbrauch, auch der des Verkehrs, eine Gefahr für den Frieden darstellt, denn erhält das Wirtschaftssystem nicht mehr die benötigten Rohstoffe gerät es in eine schwere Krise.
Kraftfahrzeuge stoßen auch CO2 aus und tragen dadurch zum Treibhauseffekt bei. Wie Harald Welzer in seinem Buch „Klimakriege“ sehr klar beschrieb, ist der Klimawandel auch eine mögliche Kriegsursache, denn die Erwärmung fördert die Wüstenbildung, macht Urwälder zu Steppen und viele bereits trockene Gegenden noch trockener. Dies hat Auswirkungen auf die Erzeugung von Nahrungsmitteln. Langfristig ist damit zu rechnen, dass viele landwirtschaftlichen Flächen immer unfruchtbarer werden und immer weniger Nahrungsmittel erzeugen, bei gleichzeitig steigender Weltbevölkerung. An anderen Stellen werden hingegen sintflutartige Regenfälle zu enormen Ernteschäden führen.
Gegenwärtig hungern über eine Milliarde Menschen. Angesichts dieser Tatsache kann auch die Herstellung von Agrarsprit für Autos eine Quelle von Hungerkonflikten sein. Ein gerade erschienener Bericht der Welternährungsorganisation FAO sagt einen Anstieg der Nahrungsmittelpreise um etwa 40% für die nächsten 10 Jahre voraus. Als wesentliche Ursache für den Preisanstieg wird in dem Bericht auch die Agrospritproduktion genannt, weil der Nahrungsmittelproduktion Flächen entzogen werden und weil der Nahrungsmittelpreis, über die Agrosprit-Erzeugung, mit dem Anstieg des Ölpreises verbunden ist. Angesichts dieser Tatsachen kann die Herstellung der Treibstoffe vom Acker eine Quelle von Hungerkonflikten sein, wenn landwirtschaftliche Flächen für Agrosprit statt für Nahrungsmittelanbau genutzt werden. Konflikte können dann auch in Bürgerkriege münden.
Die in Südamerika stattfindenden Vertreibungen von Kleinbauern um Platz für Zuckerrohr-Monokulturen zu schaffen – für Agroethanol als Benzinersatz - sind ebenfalls äußerst unfriedlich.
Ganz nah am Bürgerkrieg ist auch die Situation im Nigerdelta in Nigeria. In der Vergangenheit kam es dort immer wieder zu Militäreinsätzen der nigerianischen Armee, weil die dortige Bevölkerung gegen die Zerstörungen der Erdölförderung protestierte. Das Land im Nigerdelta ist massiv durch die Ölproduktion verschmutzt und beeinträchtigt das Leben der Menschen dort.
Fahrradfahren für den Frieden bedeutet daher einen Protest gegen die Bundeswehrdoktrin, aber auch die Forderung nach einer Politik, die friedliche und sanfte Verkehrsmittel fördert. Dafür ist das Fahrrad ein Symbol.
Nicht zuletzt verbrauchen die Fahrzeuge der Bundeswehr, z.B. Panzer, Fregatten und Kampfflugzeuge auch riesige Mengen an Treibstoffen und tragen dadurch zu den geschilderten Problemen bei.
Dennoch, in diesem Fall kann unsere Forderung nicht lauten die Bundeswehr aufs Fahrrad zu setzen, sondern sie muss gänzlich weg.
Was kann der Einzelne tun. Wenn man auf das Auto angewiesen ist, sollte man das Motto „mein Auto steht so oft es geht !“ beherzigen und öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad benutzen. Agrosprit ist keine Alternative, weniger schädlich ist da eher Autogas. Setzt euch auch gegenüber den Parteien für eine Friedenspolitik ein, welche auch die Kriegsursachen Nahrungsmittelknappheit durch Agrosprit, Klimawandel und Rohstoffknappheit benennt und kämpft für Systeme die weniger auf Verbrauch und Verschwendung ausgelegt sind.
Dieser Tage sagte eine Freundin von mir: „Wem gehört eigentlich der Wind? Und die Sonne? Würden sich die Staaten auch um solche Ressourcen streiten? Ich halte fast alles für möglich. Sogar den Frieden. Irgendwann.“
In diesem Sinne lasst uns heute für den Frieden radeln, damit das „Irgendwann“ näher kommt.
Es mag auch noch andere Gründe für das Erstarken der Grünen gegeben haben, aber das Engagement der Partei , gegen Kohlekraft und für eine andere Energiepolitik, wurde letztlich vom Wähler honoriert. 2009 und 2010 standen bzw. stehen im Zeichen der Klimadiskussion. 2009 erzeugte die Kopenhagenkonferenz eine deutlich wahrnehmbare Mediendebatte zu dem Thema, die sich 2010, aufgrund der internationalen Klimakonferenzen, weiter fortsetzt.

Kohlekraftwerk Datteln; Foto: MrNase; CC-by-sa-nc
Darüber hinaus zeichnen neue Erkenntnisse der Klimawissenschaften immer dramatischere Zukunftsbilder. Im völligen Gegensatz dazu stand die Klimapolitik der bisherigen schwarz-gelben Rüttgers-Regierung. In keinem Bundesland sollen so viele Kohlekraftwerke neu gebaut werden wie in Nordrhein-Westfalen, und damit der begonnene Schwarzbau des Kohlekraftwerks Datteln nachträglich legalisiert wird, änderte Schwarz-Gelb sogar das bestehende Gesetz.
Große Teile der Wähler erfüllte diese Politik mit Sorge und da CDU und SPD Kohleparteien sind, blieben nur Grüne und LINKE als Alternativen, denn auch die Roten schrieben in ihrem Programm: „In NRW dürfen keine neuen Kohlekraftwerke errichtet werden“. Nur wer hat das mitbekommen? Die LINKE hat diese Position nicht so stark in die Öffentlichkeit gebracht wie Die Grünen. Daher, und weil für viele verantwortungsbewusst denkende ehemalige CDU-, FDP- und SPD- Wähler der Schritt zur LINKEN doch zu weit war, wurden Die Grünen gewählt.
Grüne dürfen nun auf keinen Fall hier ihre Glaubwürdigkeit verspielen. Ein rötlich-grün-rotes Bündnis würde, was die Energiepolitik angeht, grüne Positionen eher stärken. Daher sollte die Partei diese Möglichkeit nicht leichtfertig vergeben.
Die Alternative wäre ein rötlich-schwarzes Bündnis und hier wären dann die Kohleparteien SPD und CDU, in der Energiepolitik, ziemlich einig, pro Kohlekraft.
Diese Option ist daher aus Klimaschutzsicht die aller-, allerschlechteste.
Wake Up, Freak Out - then Get a Grip [ www.cinerebelde.org ]
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Keine Frage, dass Kopenhagen ein Disaster der Regierenden war, aber auch der Zündfunke für eine neue und ständig stärker werdende globale Bewegung für Klima-Gerechtigkeit und Klimaschutz.
Von daher hatte der Gipfel in Kopenhagen auch etwas gutes:
Er hat die Illusion zerstört, dass es die Regierungen schon richten werden.

Das Buch "Zukunftsfähiges Deutschland - in einer globalisierten Welt" soll nach Auffassung der Autoren ein Anstoß zur gesellschaftlichen Debatte sein. Es wurde herausgegeben von Brot für die Welt, dem Evangelischen Entwicklungsdienst und dem BUND. Erstellt wurde die Studie vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie unter Mitarbeit von über 30 Autoren. Es erschien im Dezember 2008.
Der folgende Text ist eine subjektive Zusammenfassung des 3. Kapitels des oben genannten Buches: 3 Eine Welt mit Nachholbedarf „Die Biosphäre geht schon in die Knie, obwohl erst ein Viertel der
Weltbevölkerung die Früchte des wirtschaftlichen Fortschritts
genießt. Drei Viertel jedoch haben noch Nachholbedarf, sie
wollen es den Wohlhabenden gleichtun. In einer zerklüfteten Welt
ist der Wille, Ungleichheiten zu überwinden, eine der stärksten
Triebkräfte. Sollen die Armen ausgeschlossen bleiben, um die
Umwelt zu retten, oder gelingt es, Formen des Wohlstands zu
entwickeln, die ungleich weniger Natur verbrauchen? Es ist die
kosmopolitische Mission der Ökologie, mehr globale Gerechtigkeit
zu ermöglichen, ohne die Erde ungastlich zu machen.“
China demonstrierte, mit der Olympiade, der Welt seinen Aufstieg zu einer Großmacht. "Doch der Triumph Chinas droht zur Niederlage des Planeten zu werden. Das Verlangen nach Anerkennung und Wohlstand, das in den Ländern des Südens brennt, richtet sich auf ein Zivilisationsmodell, das nicht mit der Endlichkeit der Biosphäre vereinbar ist. Klimachaos und Ölkrise, Nahrungsknappheit und Wassermangel, weitgehend verursacht von gerade mal 25% der Weltbevölkerung, werden sich zuspitzen bis zu Katastrophen, wenn die anderen 75% in ihrem Wunsch nach Gerechtigkeit den gleichen Wohlstand anstreben. So verschärft die Krise der Gerechtigkeit die Krise der Biosphäre". Diese jüngste Geschichte Chinas und anderer Länder Ostasiens ist ein später Erfolg einer Vorstellung von Entwicklung, die nach dem zweiten Weltkrieg die Nord-Süd-Beziehungen prägte. In diesem Sinne verkörperte der Norden das vorbildliche Entwicklungsziel. "Entwicklung ist in diesem Weltbild immer nachholende Entwicklung," mit dem Ziel die Produktions- und Konsumsysteme des "Nordens" zu kopieren. Es sei jedoch kurzsichtig, die Aufholjagd Chinas nur als "Veranstaltung zur Mehrung des Wohlstands" zu sehen. "Mit der Entfaltung seiner Wirtschaftskraft gewinnt China jene Anerkennung im Kreis der Nationen zurück, die es für zwei Jahrhunderte so schmerzlich hatte missen müssen. (...) Der kommunistische Paria hat sich zum kapitalistischen Vorzeigeschüler gewandelt." China sei der spektakulärste, aber nicht der einzige Aufsteiger. Man denke dabei nur an Indien und Länder mit Öleinnahmen wie Iran, Saudi-Arabien und Kauwait. Diese Länder würden vor allem auch danach trachten, den Alt-Mächtigen auf gleicher Augenhöhe zu begegnen. Bei aller Entkolonialisierung im politischen und wirtschaftlichen Sinne könne jedoch nicht von einer "Entkolonialisierung der Imagination" gesprochen werden. Im Gegenteil, das Konsummodell der Ex-Kolonialmächte ist Vorbild für Zukunftshoffnungen weltweit. "Es ist der letzte - und möglicherweise verhängnisvolle - Sieg der altindustriellen Länder, dass die Welt in ihnen den Standard sieht, durch den sich der Wunsch nach mehr Gerechtigkeit einlösen lässt."

Innerstaatliche Ungleichheit, ermittelt über den GINI-Koeffizienten, Grafik: Wikipedia
Es wäre jedoch kein Zufall gewesen, das Europa die wirtschaftliche und kulturelle Vorherrschaft auf dem Erdball erringen konnte. Da die europäischen Länder in ihren Ressourcen begrenzt waren, kolonialisierten sie andere Länder um sich Rostoffe zu verschaffen. Der zweite wesentliche Schritt war die Nutzung der Kohle als Energiequelle. Diese beiden "Ressourcenbestände" wären maßgeblich für den Aufstieg Europas gewesen. "Klimawandel, Ölknappheit und der Verschleiß der Biodiversität demonstrieren, dass sich der Aufstieg Europas einmaligen Bedingungen verdankt, die sich nicht fortschreiben lassen und erst recht nicht universell verfügbar sind. (...) Es ist zwar die Tragik des historischen Moments, das zwar die Imagination der aufstrebenden Nationen von der euro-atlantischen Zivilisation geprägt ist, allein die Mittel zu ihrer Realisierung nicht mehr zu Verfügung stehen." Die Nationen der Welt hinterlassen einen "ökologischen Fussabdruck" auf dem Planeten, der umso größer ist, je größer der Verbrauch von Natur und Ressourcen wie Kohle, Öl und Gas sei. Dieser ökologische Fussabdruck betrug 2003 etwa 6,62 Hektar pro Kopf eines Menschen aus einem Industrieland, 2,85 Hektar pro Kopf eines Menschen aus einem Schwellenland und 1,13 Hektar pro Kopf eines Menschen aus armen Ländern. "Mit anderen Worten, der Norden verweigert mit seiner überproportionalen Besetzung des globalen Umweltraums dem Süden das Recht auf mehr Wohlstand und Macht. Und ebenso treibt der Drang des Südens zu nachholender Entwicklung die Welt ins ökologische Verhängnis. (...) Ein erfolgreicher Ausstieg aus der Unterentwicklung und Unterordnung führt beim herrschenden Entwicklungsmodell schnurstracks zum Einstieg in die ökologische Raubökonomie." 
Ökologischer Fußabdruck; Grafik: University New Hampshire
Während sich aber die Schere der Ungleichheit für die einen zu schließen begänne, öffnete sie sich für andere Länder der Erde. Deshalb sei es heute so, dass "von allen Faktoren, welche die Position einer Person im Einkommensgefüge der Weltgesellschaft beeinflussen, die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Nation die wichtigste" sei. Die soziale Ungleichheit zwischen Menschen bestimme sich zu etwa 70 Prozent durch die Ungleichheit zwischen Ländern. In Zeiten einer "globalen Ressourcenklemme" stehe viel mehr auf dem Spiel als nur das Wettrennen zwischen Industrie und Schwellenländern. "Für nicht wenige Länder geht es um Leben oder Tod." Ressourcenübernutzung der Einen vertiefe die Unterentwicklung der anderen. "Das es ohne einen Rückbau der Ressourcenansprüchee bei den Reichen jemals ein ausgeglichenes Zusammenleben der Nationen auf dem Globus geben kann, ist nicht vorstellbar."
Während es offene Grenzen erlaubten Mopeds und Flachbildschirme für die Mittelklassen zu importieren, würden Kleinbauern nicht selten durch billige Agrarexporte in den Ruin getrieben, Staudämme lieferten Strom für die Wohlhabenden und vertrieben die Armen und vor allem Frauen in den armen Zonen würden den Zugang zu Land und Rechten verlieren. "Die Armen werden ihrer Ressourcen beraubt, damit die Reichen über ihre Verhältnisse leben können. Die wahre Frage sei heute nicht mehr, ob es genügend Ressourcen geben wird oder nicht, sondern an wen und wofür sie verteilt werden, wenn sie knapp werden. "Das Bedürfnis lokaler Gemeinschaften nach Überleben und Gesundheit steht gegen das Bedürfnis ferner Konsumenten nach Energie. Subsistenzbedürfnisse streiten gegen Luxusbedürfnisse. Verarmung, Migration, soziale Destabilisierung, vielleicht noch vergrößert durch etnische oder religiöse Fehden, sind typische Folgen."
Kurz gesagt: "Ressourcenhunger macht diese Welt friedlos". Ohne einen schonenden Umgang mit den Naturgütern werde sich keine globale Sicherheitsordnung errichten lassen. Damit rücke auch die Frage nach der Gerechtigkeit in den Vordergrund und Friede sei somit das Werk der Gerechtigkeit. Aber, "ohne Ökologie ist im 21. Jahrhundert keine Gerechtigkeit mehr zu haben."
Quelle der Zitate:
Autor: Udo Schuldt
Das Buch "Zukunftsfähiges Deutschland - in einer globalisierten Welt" soll nach Auffassung der Autoren ein Anstoß zur gesellschaftlichen Debatte sein. Es wurde herausgegeben von Brot für die Welt, dem Evangelischen Entwicklungsdienst und dem BUND. Erstellt wurde die Studie vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie unter Mitarbeit von über 30 Autoren. Es erschien im Dezember 2008.
Der folgende Text ist eine subjektive Zusammenfassung der Einleitung des oben genannten Buches:
1 Einleitung
Nach Auffassung der Autoren hat sich ein "Gezeitenwandel" vollzogen. Neoliberale Euphorie und Politik seien an ihr Ende gekommen und die schmelzende Eisberge, Hitzewellen und Hurrikane wie Katrina führen zu der Erkenntnis: " Der Klimawandel ist die größte Herausforderung der Menschheit", so Angela Merkel auf dem Weltwirtschaftsforum 2007 in Davos.
"Nachdem die kollektive Verdrängung vorüber ist, scheint aber nun kollektive Schizophrenie um sich zu greifen. Viele Anzeichen deuten darauf hin, dass eine zweideutige Zeit bevorsteht, ausgerüstet mit Wissen, doch untüchtig zum Handeln." Es sei einerseits die Einsicht auch auf Seiten der Politik und besonders der europäischen Politik gewachsen, andererseits geht aber vieles weiter seinen gewohnten Gang. Steigender Flugverkehr, neue Kohlekraftwerke, Heizpilze vor Restaurants..., aber unter den Heizpilzen würden Biolebensmittel serviert und Billigflieger böten Öko-Ferien an. "Im Überbau sind alle - von Bild ("Wer rettet die Pinguine?") bis zur Kanzlerin - Fürsprecher eines konsequenten Klimaschutzes, im Unterbau der materiellen Verhältnisse jedoch geht die Expansion der Energieansprüche weiter."
Schwellenländer wie China und Indien versuchten wirtschaftlich und technologisch Anschluss zu gewinnen, doch diese Entwicklung vergrößere nur den Druck auf die Biosphäre. "Weil die Atmosphäre schon übervoll mit den fossilen Ausdünstungen der reichen Länder ist, bringt sie nun der rasante Zuwachs von Treibhausgasemissionen aus den Schwellenländern vollends zum überlaufen." Dabei wäre die besorgte Rhetorik aus den Industrieländern nur aufgesetzt, denn "in den Jahren der Verdrängung war die Wirtschaftsklasse vollauf damit beschäftigt, die ökologische Raubökonomie weltweit auszudehnen". Gerade die Unternehmen aus den OECD-Ländern hätten mit geholfen China, Indien und andere Schwellenländer auf den fossilen Pfad zu bringen und in die "Liga der Klimakiller" aufsteigen zu lassen.
"So spitzt sich Jahr für Jahr der Konflikt zwischen Entwicklungshoffnungen und Naturgrenzen weiter zu" . Da Naturgrenzen aber nun mal nicht zu beseitigen wären, käme auch das herrschende Modell der Entwicklung an sein Ende. Mit dem "Klimachaos" wäre obendrein auch mit zusätzlicher Armut zu rechnen, da Überflutungen, Dürren und Nahrungsmangel diejenigen am stärksten träfen, die den Klimawandel am wenigsten verursacht hätten.
1996 haben der BUND und Miserior schon einmal eine Studie unter dem Titel "Zukunftsfähiges Deutschland" veröffentlicht. Diese Studie sei in Bezug auf die große internationale Umweltkonferenz, 1992 - in Rio de Janeiro, erschienen. Dieses Buch, ebenso wie die Konferenz, hätte seine Wirkung vor allem in der Zivilgesellschaft entfaltet. "Kein Staat, und auch nicht Europa, hat bis vor kurzem die Beschlüsse von Rio ernst genommen. Es war ein verlorenes Jahrzehnt." Die Zivilgesellschaft hätte jedoch in unzähligen Initiativen für Verbesserungen gekämpft. Doch Gleichgültigkeit und Eigennutz hielten dagegen. Zum Eigennutz trugen insbesondere die Lobbyisten der Industrieverbände bei, sowie die Energieriesen, die ihr Monopol verteidigten, Automobil-, Chemie- und Agrarindustrie. Aber nicht nur das, die alten Strukturen und Verhaltensweisen wären auch in den Menschen "körperlich-emotional" verankert. (Ich denke hier nur an die Abhängigkeit vom Auto, die in Großstädten wie Hamburg, wirklich völlig unverständlich ist, da es Alternativen gibt.)
Also: "Der Klimawandel ruft nach einem Zivilisationswandel" , einer notwendigen Umgestaltung, aus, erstens, einem technologischen Projekt, zweitens, einem institutionellen Projekt unter besonderer Berücksichtigung der Menschenrechte und drittens, der Leitbilder vom Handeln und Sein. Dabei sei der Markt "blind für die Sache der Ökologie wie auch der Gerechtigkeit", weshalb die Politik neue Regeln schaffen müsse.
Verbunden mit der Rettung der Biosphäre wäre auch ein Ende der Hegemonie des Nordens gegenüber den Staaten des Südens. Die Zeitbombe des globalen Elends würde sich erst dann entschärfen lassen, wenn "Solidaritätspolitik zum Herzstück der internationalen Beziehungen wird".
Das Buch gliedert sich in 21 Kapitel, die den sechs Teilen Ausgangslagen, Bilanzen, Leitbilder, Kurswechsel in Deutschland, Europa und Global, Engagement vor Ort und Ausblicke, zugeordnet sind.
Diese 21 Kapitel stellen wir nun in den nächsten 21 Folgen vor.
Link zur Homepage des Projekts: http://tinyurl.com/yevsl23
Autor: Udo Schuldt
„Für die moderne Wirtschaft muss die Natur als Mülldeponie,
als Bergwerk und als Standort herhalten. Globale Erwärmung,
erschöpfte Lagerstätten und verschlissene Naturräume
demonstrieren, dass die Menschen ihr Konto überzogen haben.
Alle drei Krisen hängen zusammen und alle drei Krisen rufen
nach einer gemeinsamen Lösung: Dem Einstieg in die Solar-Spar-
Gesellschaft.“
Es wäre kaum zu glauben, dass der Mensch in der Lage sein soll, das Weltklima drastisch zu verändern und doch, so der Nobelpreisträger Paul Crutzen, sei der Mensch die dominante Macht auf der Erde und daher sollten die letzten 200 Jahre auch Anthropozän, Zeitalter des Menschen, heißen. Dies ist kurz gefasst der Inhalt des ersten Absatzes des 2. Kapitels. Die Autoren fahren fort: Der natürliche Wandel des Klimas sei durch die Beziehungen der Erde zu den Nachbarplaneten geprägt. In Intervallen von 100 000, 40 000 und etwa 20 000 Jahren ändere sich das Klima auf der Erde, durch winzige Änderung der Erdbahn um die Sonne, verursacht durch Massenanziehungskräfte der Planeten.

Quelle Wikipedia; Lizenz: Creative Commons
In dieses erdgeschichtlich Geschehen wäre nun der Mensch gestoßen und die Kräfte die er entfaltet überlagerten die natürlichen Zyklen und führten zu einer Erwärmung mit ungeheurer Geschwindigkeit, 100 mal schneller als aufgrund des natürlichen Klimawandels. Ursache dafür sei der doppelte Zugriff auf die Wälder der Erde und die Lagerstätten der fossilen Energieträger, wie der Kohle. „So kam es, dass gegenwärtig die Menschheit innerhalb eines Jahres etwa ebenso viel fossile Energieträger verbraucht, wie die Erde innerhalb einer Million Jahren herausgebildet hat.“ Das Abfallprodukt der Verbrennung - CO2 – steige und steige und habe inzwischen zu einem Wert über 380 ppm geführt – von etwa 270 ppm aus vorindustrieller Zeit ausgehend. Der vom Menschen herbeigeführte Klimawandel habe Folgen: “Erstens: Zwischen der Emission der Treibhausgase und dem Eintritt ihrer Auswirkungen liegt ein beträchtlicher Zeitverzug.“ Bereits die Verzögerung bezüglich des Anstiegs der bodennahen Lufttemperatur betrage 30 bis 40 Jahre. „Der Temperaturanstieg, der dem bereits heute erreichten Anstieg der Konzentration langlebiger anthropogener Treibhausgase gegenüber vorindustrieller Zeit entspricht, beträgt 2,1 Grad Celsius, also etwa das Dreifache des Wertes, der heute als Temperaturveränderung gemessen wird.“ Außerdem wäre der Temperaturanstieg ein sich selbst verstärkender Prozess, da dadurch weitere Effekte ausgelöst würden, wie die verstärkte Aufnahmefähigkeit der Atmosphäre für Wasserdampf. Wasserdampf sei ein sehr starkes Treibhausgas. Je wärmer es würde, desto mehr Wasserdampf könne die Atmosphäre speichern (bis Wasserdampfsättigung erreicht ist). Die Erwärmung werde in Polnähe am höchsten sein, was zum Schmelzen des Eises führt. „Kaum etwas ist irreführender als die Rede vom ewigen Eis.“
Auf der anderen Seite wäre die Erschöpfung wichtiger Rohstoffe, wie Erdöl absehbar. Es sei einer seltsamen Laune der Geschichte geschuldet, dass beide Krisen zur selben Zeit über die Welt hereinbrechen. „Seit den 1980er Jahren werden für jedes neu gefundene Barrel Öl etwa vier Barrel entnommen, obwohl die Technologien bei der Suche nach Erdöl präziser geworden sind. Eine ähnlich glockenförmige Produktionskurve wie beim Erdöl sei, mit einer Verzögerung von etwa 2 Jahrzehnten, beim Erdgas zu erwarten. Dieser Situation stände eine steigende Nachfrage gegenüber.

Erschöpfung der Weltölförderung; Quelle: Wikipedia; Lizenz: Creative Commons
Die Krise der fossilen Ressourcen werde ergänzt durch eine Krise der lebenden „Ressourcen“. „Die Rodung von Wäldern und die Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen sind die wichtigsten Faktoren, welche zur (Zer-)Störung der Lebensräume von Pflanzen und Tieren führen – die wesentliche Ursache für den Rückgang der Artenvielfalt." Der industrielle Fischfang sei verantwortlich für die „dramatische Erschöpfung der Fischgründe in den Weltmeeren."
Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Vegetation träfen besonders die Landwirtschaft. Der Ackerbau leide unter den Veränderungen der Temperatur und der Niederschläge, ebenso wie unter der Zunahme von Insekten, Wassermangel und Bodenverschlechterung. Gleichzeitig erzeuge die Knappheit an Öl einen Druck in Richtung des Anbaus von Pflanzentreibstoffen. Insgesamt würden die Ertragsverluste aufgrund von Klimawandel, der starke Anstieg der Nachfrage, die hohen Preise für Energieträger, sowie die Nachfrage nach Agrartreibstoffen auch den Preis für Lebensmittel in die Höhe treiben. Eine Inflation der Lebensmittelpreise wäre jedoch das Schlimmste, was den Armen passieren kann. „So münden Klimawandel und Peak Oil, die Dramen ökologischer Endlichkeit, in Dramen sozialer Deklassierung."
Diese „Pathologie“ bringe seit der Jahrhundertwende immer neue Krisensymptome, wie Katastrophen der Natur, Kriege und Kostensteigerungen, hervor. Die Situation verlange Antworten, aber welche? Notwendig wäre eine Abkehr vom „fossil-zentralen Pfad", den die Menschheit gegenwärtig beschritte, hin zu zu einem solar-vernetzten Pfad., denn: "Der fossil-zentrale Pfad ist angesichts der sich durch ihn weiter verstärkende Knappheitstendenzen, jenseits seiner energiepolitischen Schattenseiten, aller Voraussicht nach ein direkter Weg in eine friedlose Welt."
Der solar-vernetzte Pfad beruhe auf drei Richtungsentscheidungen, (1) dem Wechsel der Ressourcenbasis hin zu erneuerbaren Energien und Stoffen., er ziele (2) auf die Vernetzung einer Vielzahl von Versorgungssystemen im kleinen Maßstab ab, die über Stadt und Land verteilt seien, und er strebe (3) eine markante Rückführung des Energiebedarfs über Effizienz- und Vermeidungsstrategien an. Jedoch würde „ohne eine Wende zur Energiespargesellschaft die Wende zur Solarwirtschaft nicht gelingen". Eine konsequente Energiesparpolitik könne es ermöglichen, den Pro-Kopf-Energieverbrauch, in Europa, von 6500 auf 2000 Watt, im Durchschnitt, zu senken. Hierzu wären aber neben technologischen auch Verhaltensänderungen der Europäer nötig.
Quelle der Zitate: Zukunftsfähiges Deutschland – in einer globalisierten Welt
Autor: Udo Schuldt
Vielleicht ist es der Einen oder dem Anderen schon aufgefallen. Es war in letzter Zeit merkwürdig ruhig auf der Domain www.klimaschutz-netz.de . Das lag nicht nur daran, dass Urlaubszeit war, sondern auch daran, dass diese Webseite neu organisiert wurde.
Die einfache Wiedergabe von Pressemitteilungen findet nicht mehr auf der Homepage statt, sondern auf unserer Facebook (FB)-Seite. Mit einer FB-Seite geht die Verarbeitung von Meldungen nämlich sehr viel einfacher, da halbautomatisiert. Während auf der Webseite früher ein oder zwei Tagesmeldungen wiedergegeben wurden, sind es auf der FB-Seite 20 oder mehr Meldungen, bei geringerem Aufwand.
Außerdem bekommt man dort auch Reaktionen auf die Beiträge und es finden häufig auch kleine Diskussionen statt.
Darum gibt es auf der Webseite zukünftig nur noch eigene Texte. Diese werden von hier aus vollautomatisch nach Facebook übertragen. So erreichen wir mit weniger Aufwand mehr Menschen, können mehr Meldungen verbreiten und haben sogar Freiraum geschaffen für mehr individuelle und kollektive Kreativität.
Mit freundlichen Grüßen
Udo Schuldt
Admin-C dieser Webseite
Wenn nicht noch ein Wunder geschieht wird der Klimagipfel also scheitern, wie die Kommentare und Meldungen der letzten Stunden deutlich machen. EnBW, E-on, RWE, Vattenfall, Esso, Shell, BP, Mercedes, Porsche, VW und wie sie alle heißen, atmen hörbar auf. Ihr Geschäft kann ungedeckelt weitergehen. Zunächst, denn natürlich wird es unter dem Druck der Ereignisse irgendwann ein Klimaabkommen geben. Irgendwann! Dabei spielt der Faktor Zeit eine ungeheure Rolle, je später die notwendigen Veränderungen erfolgen, desto wahrscheinlicher wird das Eintreten eines für die menschliche Zivilisation gefährlichen Klimawandels. Das ist doch das Schlimme!

Klimaverhandlungen in Barzelona; Foto: Oxfam; CC-Lizenz
Aber solange sich die Menschen in Deutschland weiterhin vor allem aufregen, dass Autofahren teurer wird, statt sich darüber zu freuen, weil dann weniger gefahren und zum Brötchenholen auch schon mal das Fahrrad benutzt oder zu Fuss gegangen wird...
Kohlekraftwerksbau in Datteln: Halb gebaut ist noch nicht fertig
Das Urteil des OVG Nordrhein-Westfalen, den Bebauungsplan der bereits im Bau befindlichen Steinkohle-Monoblockanlage in der Stadt Datteln für unwirksam zu erklären, schafft einen Präzedenzfall von bundesweiter Bedeutung und gibt den Kraftwerksgegnern neuen Aufschwung.

Kohlekraftwerksbau in Datteln; Foto: Tbachner; Lizenz: CC3.0
Die Entwaldung auf Borneo und Sumatra, zwei der wichtigsten Regenwaldgebiete der Erde, schreitet ungebremst voran. Wenn die Entwaldung nicht gestoppt wird, werden diese Tieflandregenwälder auf beiden Inseln bis zum Jahr 2020 zerstört sein. Von den ursprünglichen Waldgebieten Borneos, die einst 95 Prozent der Insel bedeckten, sind inzwischen nur noch 50 Prozent übrig geblieben. Die Daten basieren auf Satellitenbildauswertungen der letzten Jahre und sind international die aktuellsten, die in Bezug auf Sumatra und Borneo vorliegen. Zwischen 2003 und 2007 verlor Borneo jedes Jahr im Schnitt 1,15 Millionen Hektar Wald.

Waldzerstörung auf Borneo - vorher und nachher; Foto: Sandra Diaz; Lizenz: CC2.5
Auch für Sumatra sind die Zahlen erschreckend. Im Zeitraum von 1985 bis 2007 verlor die Insel rund die Hälfte ihrer Waldflächen...
Am 19.09.2009 feiert die BI Saubere Luft Ostfriesland in Emden ein Prostestfest gegen das drohende Kohlekraftwerk. Getränke und Essen sind für günstige Preise zu haben! Von 15:00 - 18:00 läuft das Kinderfest! Mit dabei sind die Tanzschule Löschen, der Clown Piccolino und der Zauberer "Mazzo". Das Programm wird ergänzt durch eine Hüpfburg und die Kinder können sich schminken lassen. Während einer Ralley über den Festplatz sorgt eine Maltrommel für bunte Bilder auf Papptellern.
An Kaffee und Kuchen soll es nicht mangeln...
Berlin, 21.08.2009 - Handelhäuser haben offenbar hohe Lagerbestände an ineffizienten Glühlampen aufgebaut und konterkarieren damit den EU-weiten Glühlampenausstieg und die Klimaschutzziele - Deutsche Umwelthilfe kündigt Aktionen gegen Handelsketten an, die nach dem 1. September 2009 durch eine missbräuchliche Auslegung der EU-Vorschrift entsprechende Glühlampen verkaufen - DUH fordert Handelskonzerne auf, bis Ende August zu erklären, wie sie mit dem Verkaufsverbot umgehen.
Durch Glühlampengebrauch wird - aus den Kraftwerken - mehr Qecksilber in die Umwelt abgegeben, wie durch das in Energiesparlampen enthaltene Quecksilber; Grafik: TB42; Copyright entsprechend Public Domain
Matte Glühlampen und klare Glühlampen mit mehr als 75 Watt dürfen laut einer EU-Regelung zum Klimaschutz ab dem 1. September 2009 im Prinzip nicht mehr verkauft werden...
Indymedia, Tomasz Konicz, 19.08.2009 - China und Indien kooperieren bei der Überwachung der Gletschersschmelze im Himalaja. Wasserversorgung und Landwirtschaft Südostasiens durch beschleunigten Klimawandel im Himalaja bedroht. FoE-Bericht geht von Milliarden von Menschen aus, die künftig unter katastrophalen Überschwemmungen, Wassermangel und Nahrungsmittel-knappheit leiden könnten. - 1962 führten China und Indien einen erbitterten Grenzkrieg im Himalaja, der die Beziehungen beider Staaten auf Jahrzehnte vergiftete - doch inzwischen nötigt der rasant voranschreitende Klimawandel in diesem Hochgebirgssystem die einstweiligen Konkurrenten zur Kooperation. Der indische Umweltminister Jairam Ramesh erklärte am 3. August im Gespräch mit der Financial Times (nicht Financial Times Deutschland), dass Indien und China bei der Überwachung der verstärkt abschmelzenden Gletscher des Himalaja zusammenarbeiten werden, die eine entscheidende Rolle bei der Wasserversorgung beider Länder spielen.

Der Himalaya vom Weltraum aus gesehen; Foto: NASA; Lizenz: Public Domain
Im Rahmen dieser bilateralen Untersuchung des Zustandes dieser „Wassertürme Asiens“, so Ramesh wörtlich, würden wissenschaftliche Institution beider Seiten in Informationsaustausch treten...
Bonn, 14.8.2009 - Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat die am heutigen Freitag zu Ende gegangenen UN-Klimagespräche als Beschäftigungstherapie für die Delegierten der beteiligten Regierungen bezeichnet. Die Ergebnisse entbehrten jeglicher Substanz. "Schon jetzt zeichnet sich ab, dass aus dem angekündigten starken Abkommen bei der UN-Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen nichts werden wird. Statt des großen Deals wird uns eine perfekt inszenierte Show erwarten, die Trippelschritte als großen Durchbruch präsentiert", sagte Chris Methmann vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. Während der Vorverhandlungen haben die Industrieländer bereits durchblicken lassen, dass sie lediglich zu Emissionsreduktionen von 15 bis 20 Prozent bis 2020 bereit sind (im Vergleich zu 1990). Das ist weniger als die Hälfte der 40 Prozent, die nötig sind, um die Erwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen.

Klimaverhandlungen in Bonn; Foto: benkamorvan; Lizenz: CC2.0
Aller radikalverbalen Rhetorik zum Trotz sind es laut Attac vor allem die Regierungen der Industrieländer, nicht die Länder des Südens, die massiv auf die Klimaschutzbremse treten und - durch die Wirtschaftskrise noch erpressbarer geworden - regelmäßig vor den Konzernlobbys einknicken...
In der emsländischen Gemeinde Dörpen (4.868 Einwohner) will der Schweizer Energiekonzern Bernische Kraftwerke (BKW) gemeinsam mit Deutschlands viertgrößtem Versorger EnBW ein 900-Megawatt-Kohlekraftwerk bauen. Die Gemeindeoberen haben sich hinter das Kohlekraftwerk gestellt - obwohl die Mehrheit der Bevölkerung Dörpens ganz offensichtlich dagegen ist. Nun ist der Kampf in Dörpen in eine neue Runde gegangen: Mit der Kampagne "Fragt uns!" fordert die Bürgerinitiative Saubere Energie gemeinsam mit dem Online-Netzwerk Campact, dass die Bevölkerung in die Entscheidung über das Kohlekraftwerk einbezogen wird. Unterstützen auch Sie diese Aktion mit einer Solidaritätsportkarte. Mehr Infos gibt es auf den Seiten der Kampagne
Frankfurt, 13.08.2009 - Ein zweiwöchiger Mallorcaurlaub verursacht pro Person mehr als eine Tonne CO2 und schädigt das Klima ebenso sehr wie ein Jahr Autofahren. Zu diesem Ergebnis kommt die WWF-Studie „Der touristische Klima-Fußabdruck 2009“. Darin hat der WWF den Klima-Fußabdruck für sieben Beispielurlaube berechnet, die für die Reisegewohnheiten der Deutschen typisch sind. Der Klima-Fußabdruck macht deutlich, in welchen Bereichen einer Reise wie viel klimaschädliches CO2 verursacht wird. Alleine 925 Kilogramm fallen bei der Mallorcareise auf die An- und Abreise eines jeden Reisenden an. Die Unterkunft schlägt mit 148 kg zu Buche; für die Verpflegung kommen 91 kg und für die Aktivitäten vor Ort noch einmal 58 kg CO2 hinzu.
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Sant Jordi (Mallorca); Foto: Pérez; GNU-Lizenz
Ein Ostseeurlaub verursacht hingegen nur 258 Kilogramm CO2 pro Person, da An- und Abreise deutlich weniger CO2-Emissionen mit sich bringen...
Hamburg, 6.8.2009 - Die Hamburger Conergy Gruppe hat zwei Solarparks mit einem Gesamtvolumen von 4 Megawatt an die spanische Solaer verkauft. Baubeginn der Großprojekte ist bereits in den nächsten Wochen. Beide Parks werden mit Conergy PowerPlus Modulen aus der firmeneigenen Fertigung in Frankfurt (Oder) ausgestattet. Darüber hinaus haben Conergy und Solaer eine Vereinbarung über die gemeinsame Entwicklung weiterer Großprojekte im spanischen Markt geschlossen.
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Conergy Werk in Frankfurt/Oder; Foto: Ralf Lotys; Lizenz: CC2.5
Die Solarparks "Almudema" und "Los Pilones" werden in den spanischen Region Murcia und Badajoz errichtet, wo Conergy bereits die 1,5 und 2 MW starken Großprojekte "La Junquera" und "Aledo" fertiggestellt hat...
Europa kann sich den sozialen Folgen des Klimawandels nicht entziehen. In seinem neuen Bericht, der am 1. August 2009 vorgestellt wurde, beschreibt das renommierte Millennium Institute aus Arlington (USA) die zehn größten Herausforderungen für die Weltgemeinschaft. An erster Stelle nennt der Bericht den Klimawandel und hierbei insbesondere die Folgen für Afrika. Schon im Februar und April 2007 warnte der Weltklimarat (IPCC) in den ersten beiden Teilberichten des 4. Sachstandsberichts – wissenschaftliche Erkenntnisse und regionale Folgen des Klimawandels – vor den dramatischen Konsequenzen für den afrikanischen Kontinent, falls die Erwärmung wie erwartet zunimmt.

Ausgetrocknete Bäume und Erosion nach 9 Jahren Dürre in Marokko; Foto: L. Mahin; GNU-Lizenz
Dazu erklärt der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium Michael Müller...
Die 17 deutschen Atomkraftwerke haben nach Berechnungen der Initiative contrAtom eine Gesamtkapazität von 20.500 MW. Die in Deutschland installierte Windenergieleistung liegt nach einer Erhebung des Deutschen Windenergie Instituts bei knapp 25.000 MW. Die Windkraftanlagen können also 21 Prozent mehr Strom produzieren als die Atomkraftwerke...
Berlin, 30.7.09 - Umwelt- und Verbraucherschützer warnen vor stromfressenden Raumklimageräten. Klimageräte kosten bis zu 300 Euro Strom im Jahr. Rund 40 Prozent der Geschäfte missachten Kennzeichnungspflicht und informieren Verbraucher schlecht oder gar nicht über Stromkosten und Energieeffizienz. Der heiße Tipp: Lüften statt zahlen!
Raumklimageräte belasten die Haushaltskasse erheblich...
29. Juli 2009 - In der Nordsee ist jetzt ein weiterer Windpark genehmigt worden. Mit dem Windpark Gode Wind II erhöht sich die Zahl der genehmigten Windparks auf insgesamt 22 (19 in der Nordsee, drei in der Ostsee). Bundesverkehrsminister Tiefensee erklärt dazu: "Mit Offshore-Windenergieanlagen schaffen wir Raum für mehr alternative und regenerative Energien. In der Energieversorgung wollen wir weg vom Öl. Wir erschließen neue Energieressourcen für einen nachhaltigen Klimaschutz. Offshore Windparks sind hierfür ein wichtiger Baustein. Wir stärken damit die heimische Energieversorgung und schaffen mehr Unabhängigkeit von Importen fossiler Energien. Wir fördern neue Arbeitsplätze in zukunftsträchtigen, neuen Industrien. Mit der jetzt genehmigten Anlage Gode Wind II können 22 Windparks sofort gebaut werden. Ich appelliere an die Unternehmen der Windenergiebranche, im Interesse des Klimaschutzes zu handeln und den Bau der Anlagen zügig voranzubringen."
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Offshore Windpark in der Nordsee (Thornton Bank); Foto: Hans Hillewaert; Lizenz: CC3.0
Der Windpark Gode Wind II ist ca. 32,5 km nördlich von Norderney und ca. 39,3 km nordwestlich von Langeoog geplant...
Nach der Ankündigung des Windanlagenherstellers Enercon, Planungen für eine Rotorblattfabrik im norddeutschen Haren im Falle einer Bauentscheidung zugunsten des geplanten Kohlekraftwerks in nahe gelegenen Dörpen zurückzuziehen, schlagen die bundesweit tätige Klima-Allianz und ihre Mitgliedsverbände Alarm. Über 1000 Arbeitsplätze stehen auf der Kippe, der wirtschaftliche Aufschwung der Region ist in Gefahr. Politische Unterstützer der Kohle verschweigen derweil, dass ein Kohlekraftwerk nicht nur negative Folgen für Mensch und Umwelt hätte, sondern gleichzeitig nur einen Bruchteil der Arbeitsplätze liefern würde.

Enercon-Geschäftsführer Wobben - hier auf einen Archivbild - erklärte vor wenigen Tagen, dass der Bau einer weiteren Fabrik in Haren nicht mit dem geplanten Kohlekraftwerk in Dörpen vereinbar sei. Foto: Christian Walther; Lizenz: CC2.0
Rainer Baake, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH) warnt vor dieser Fehlentwicklung...
Klima-Aktivisten haben heute vor der Deutschen Bank in Darmstadt gegen die Finanzierung des klimaschädlichen Kohlekraftwerks Mainz-Wiesbaden durch die Deutsche Bank protestiert. Unter dem Motto “Deutsche Bank: Klimaschutz – uns doch egal” wollten Klimaschützer bei einer ange-meldeten und genehmigten Versammlung mit Bannern und Handzetteln in dem Design der Deutschen Bank auf die klimafeindliche Investitionspolitik der Bank aufmerksam machen. Nach heftigen Protesten von Seiten der Deutschen Bank forderte die Polizei schließlich die Klimaschützer auf, sämtliche Materialien, die Ähnlichkeiten mit Materialen der Deutschen Bank aufweisen könnten, zu entfernen...
Berlin 26.7.09 - Die Klima-Allianz, ein Zusammenschluss von über hundert Nichtregierungsorganisationen, hat vor einem Sieg von CDU/CSU und FDP bei den Bundestagswahlen gewarnt. "Falls es eine schwarz-gelbe Koalition geben sollte, hätte ich Bedenken, ob Deutschland in Kopenhagen wirklich eine mutige Vorreiterrolle einnimmt", sagte Thomas Hirsch, einer der Allianz-Sprecher, dem Online-Magazin Wir-Klimaretter.de. Bei dem UN-Gipfel in der dänischen Hauptstadt soll im Dezember ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll ausgehandelt werden - dafür brauche es "Zugpferde", so Hirsch. "Auf Deutschland und der künftigen Regierung ruhen hohe Erwartungen", doch "gerade bei der FDP" habe er Zweifel, dass sie erfüllt werden...
„Dürfen Umweltschutzverbände bei Klagen gegen Kohlekraftwerke die gerichtliche Überprüfung aller für die Zulassung des Vorhabens maßgeblichen Vorschriften verlangen oder nicht?“ Diese Frage beschäftigt den Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften (EuGH) in Luxemburg. Im so genannten Vorabentscheidungsersuchen - vorgelegt vom Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen (OVG Münster) - endete heute die Frist zur Stellungnahme (Rechtssache C-115/09).

Das Gebäude des EuGH in Luxemburg; Foto: Cornischong; GNU-Lizenz
In einem 63-seitigen Schriftsatz legte der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nun fristgemäß dem EuGH seine Argumentation dafür vor, dass die Bundesrepublik mit den im Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz vorgesehenen Einschränkungen des Verbandsklagerechts gegen die bindenden europarechtlichen Vorgaben und internationale Verträge verstößt...
Im emsländischen Dörpen soll ein Kohlekraftwerk entstehen - zumindest will das der Gemeindedirektor. Eine breite Mehrheit im Ort ist dagegen und fordert eine Bürgerbefragung. Über die Hälfte der Wähler in Dörpen will mitreden. Der Gemeinderat soll den Weg freimachen für eine Bürgerbefragung über das Kohlekraftwerk im Emsland. Dafür wurden Tausende Unterschriften gesammelt, die aber nicht anerkannt werden. Dabei wird das Kraftwerk nicht nur gesundheitliche Gefahren verursachen, sondern auch mit jährlich über 5 Millionen Tonnen Kohlendioxid den Klimawandel anheizen und den Ausbau der Erneuerbaren Energien behindern. Doch der Gemeindedirektor stellt sich stur. Er will das geplante Kraftwerk ohne Rücksicht auf die Menschen im Ort durchsetzen - und den Klima- Killer schon am 11. August vom Gemeinderat bestätigen lassen.

© Campact
Gemeinsam mit der Bürgerinitiative vor Ort will Campact die verbleibenden Wochen nutzen und die Forderung "Fragt uns!" unüberhörbar und unabweisbar werden lassen...
Klima-Allianz, 16.7.2009 - Mit einer groß angelegten Kampagne will die „Bürgerinitiative für Lebensqualität und Umweltschutz“ (BLU) in Marl den Bau des von Infracor (Evonik) geplanten Kohlekraftwerks verhindern. Dabei bekommt sie breite Unterstützung vom Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der nordrheinwestfälischen sowie der bundesweit tätigen Klima-Allianz, einem Bündnis aus über 100 Organisationen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Auf einer Pressekonferenz kündigten die Teilnehmer an, gegen die Kraftwerkspläne gemeinsam mit Informationen, Argumenten, Veranstaltungen und Aktionen massiv zu protestieren. Eine Kampagnen-Internetseite informiert ab heute umfangreich über die Planungen vor Ort, die negativen Folgen des Kohlekraftwerks sowie über die Möglichkeiten, sich am Protest zu beteiligen.

Infracor ist auch Betreiber des "Chemieparks Marl"; GNU-Lizenz
Heinrich Stegemann, Vorsitzender der BLU betonte, dass der Chemiepark in Marl kein weiteres Kohlekraftwerk brauche, da die bestehenden Kapazitäten ausreichten...
Der volle Wortlaut: Über 500 Vertreter der Jugend aus 46 Ländern haben sich in Stuttgart getroffen, um über den Klimawandel, die künftige Energieversorgung und die Auswirkungen auf die Erde zu debattieren. Nach zwei Tagen intensiver Diskussion und der Frage, was jeder selbst tun kann, appellieren wir an die Entscheidungsträger, die Weichen für die Zukunft schnell und entschlossen zu stellen.

Gemälde von: Students at Charupeeth School of Fine Art (via Oxfam); Lizenz: CC2.0
Wacht auf! Der Klimawandel existiert...
Indymedia, 17.7.2009 - Im Westaustralischen "bluewaters" Kohlekraftwerk, des Stromerzeugers Graffin Energie, nahe Collin, soll Holz aus Urwald-Kahlschlag verbrannt werden, um Energie zu erzeugen. Das Ganze wird als Beitrag für eine regenerative Energiewirtschaft dargestellt. Gegen dieses Projekt regt sich Widerstand. Am 26. Juni ketteten sich zwei Umweltaktivisten an einem Förderband des Kraftwerkes fest und legten es so für 6 Stunden lahm.

Foto: Indymedia
Die beiden Festgeketteten wurden von der Polizei losgemacht und anschließend in Gewahrsam genommen, wie auch noch eine dritte Person...
Das Europäische Parlament hat heute mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Fredrik REINFELDT über die Prioritäten des schwedischen Ratsvorsitzes debattiert. Die große Mehrheit der Abgeordneten forderte ein entschiedenes Engagement der schwedischen Präsidentschaft im Kampf gegen den Klimawandel sowie bei der Bekämpfung der Wirtschafts- und Finanzkrise. Der schwedische Premierminister Fredrik REINFELDT betonte, dass sein Land die Ratspräsidentschaft in einer Zeit großer Herausforderungen übernehme. Die Wirtschafts- und Finanzkrise sowie der Klimawandel und die erfolgreiche Umsetzung des Vertrages von Lissabon seien die zu bestehenden Prüfungen. Die "Schicksalsfrage" sei der Klimawandel: Die Welt "habe Fieber" und Europa müsse jetzt eingreifen, um einen globalen Temperaturanstieg über zwei Grad zu verhindern. Deshalb sollten entschlossener als bisher erneuerbare Energien und Energieeffizienztechnologien gefördert werden. Auch Instrumente wie der Emissionshandel und eine CO2-Steuer dürften nicht fehlen. International müsse aus der derzeitigen "Koalition der Freiwilligen" eine "Verantwortung für alle" werden. Es reiche darüber hinaus nicht aus, wenn Emissionen nur in den Industrieländern reduziert würden. Damit sich auch die Entwicklungsländer zu Klimazielen verpflichten, müssten diese technologische und finanzielle Unterstützung erhalten. Man wolle in den nächsten Monaten "Geschichte schreiben", wie die Klimabedrohung abgewendet wurde, so Reinfeldt.

Der schwedische Premierminister Fredrik Reinfeldt hat am 15. Juli im Plenum in Straßburg die Schwerpunkte der schwedischen Rastpräsidentschaft vorgestellt. © Europäisches Parlament
Bei der Wirtschafts- und Finanzkrise müsse auch weiterhin der Verlockung des Protektionismus widerstanden werden...
Sieg der Vernunft in Kiel: Die Stadtwerke haben ihre Planungen für eine Nachfolgeanlage des Gemeinschaftskraftwerks in Kiel geändert und prüfen jetzt den Neubau eines Gaskraftwerks. Das gab der Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke Kiel, Stefan Grützmacher, nach einem gemeinsamen Gespräch mit der Geschäftsführung der E.ON Kraftwerke bei Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig bekannt. Nach der Kommunalwahl im Mai 2008 hatte sich die politische Mehrheit in der Kieler Ratsversammlung gegen den Bau eines Kohlekraftwerks ausgesprochen.

Diese Forderung war erfolgreich! Foto: Udo Schuldt; Lizenz: ![]()
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Die Stadtwerke Kiel wollen nun einen Alternativplan für eine zentrale Strom- und Fernwärmeproduktion auf der Basis von Erdgas entwickeln...
14.07.2009, openPR - VERBRAUCHER INITIATIVE rät Verbrauchern zum privaten Atomausstieg. Der erneute Störfall im Atommeiler Krümmel zeigt: Atomkraft ist nicht sicher. Der endgültige Ausstieg aus dieser Risikotechnologie ist notwendig, die Debatte über eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken überflüssig, meint die VERBRAUCHER INITIATIVE. Der Bundesverband rät Verbrauchern, privat den Atomausstieg zu vollziehen und zu Ökostromanbietern zu wechseln...
Hamburg, 12. Juli 2009 - attac- und Naturfreunde Mitglieder beobachten den Baufortschritt. Mitglieder der attac AG Ökologie- und Globalisierung und der Naturfreunde Friedensinitiative nutzten den Sonntag zu einer ausgiebigen Betrachtung des Baufortschritts, auf dem Bauplatz des neuen Kohlekraftwerks Moorburg. Sogar am Sonntag war rege Bautätigkeit auf dem riesigen Gelände zu bemerken. Die Arbeiten finden inzwischen auf dem gesamten Areal statt. Neben den von weitem sichtbaren "Türmen" entstehen weitere technische Anlagen und Bürogebäude.

Baustelle des KoKW-Moorburg im Juli 2009; Foto: Udo Schuldt; Lizenz: CC3.0
Die Menschen in Moorburg stehen dem Geschehen ohnmächtig gegenüber...
Köln, 10.7.2009. Nach den Enthüllungen zur verdeckten PR der Deutschen Bahn hat LobbyControl nun einen weiteren Fall ähnlicher Dimension aufgedeckt: Diesmal ist es der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V. (VDB), der gegenüber LobbyControl einräumen muss, dass er monatelang mit unlauteren Mitteln Öffentlichkeitsarbeit für seine Ziele betrieb. Der VDB repräsentiert nach eigener Aussage 80 Prozent der deutschen Biokraftstoffkapazitäten. Wie Claus Sauter, der heutige Präsident des Verbands, bestätigt, wurde Anfang 2008 das auch im Fall Deutsche Bahn tätige Lobbyunternehmen EPPA GmbH mit der Erstellung einer Analyse und der Durchführung einer Kampagne beauftragt. Dieser erneute Fall verdeckter politischer Einflussversuche zeigt, wie notwendig in Deutschland mehr Lobby-Transparenz ist. LobbyControl hat deshalb jüngst eine Online-Unterschriftensammlung für ein verpflichtendes Lobbyistenregister gestartet...
"Die Gipfel-Inszenierung der westlichen Industriestaaten ist endgültig gescheitert", kommentiert Ulla Lötzer die Ergebnisse des G8-Gipfels im italienischen L’Aquila. "Die globale Krise erfordert globale Lösungen", so die Sprecherin der Fraktion DIE LINKE für internationale Wirtschaftspolitik und Globalisierung. "Dazu ist der Exklusiv-Club der G8 ungeeignet." Lötzer weiter: "Noch nie war der Widerspruch zwischen Reden und Handeln so deutlich. Während Bundeskanzlerin Angela Merkel die Liberalisierung des Welthandels vorantreiben will und vom Rückzug aus den Konjunkturprogrammen schwadroniert, gibt der IWF bekannt, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 6,2 Prozent schrumpfen und der Welthandel um 12 Prozent einbrechen wird...
attac-Deutschland, 9.7.2009 - Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat der G8 vorgeworfen, bei ihrem Gipfel im italienischen Aquila der Diskussion über die Bearbeitung der Ursachen der Weltwirtschaftskrise aus dem Weg zu gehen. "Die Weigerung der G7-Staaten, eine Diskussion über den Dollar als Leitwährung zu führen, zeigt dass sie an einer Behebung der Krisenursachen nicht interessiert sind", sagte Alexis Passadakis vom Attac-Koordinierungskreis. "Die Vorstöße der chinesischen und der russischen Regierungen für eine ausgeweitete Nutzung der Sonderziehungsrechte des Internationalen Währungsfonds als Weltreservewährung sollten aufgegriffen werden. Stattdessen stecken die westlichen Staaten den Kopf in den Sand. Die Vogelstraußpolitik, die beim G8-Gipfel in Japan sogar dazu führte, dass überhaupt keine Beschlüsse zur Weltwirtschaftskrise gefasst wurden, setzt sich damit fort."
Berlin, 9.7.2009 - Die G8-Staaten haben sich endlich bewegt und gemeinsam anerkannt, dass sie die globale Temperaturerhöhung auf maximal 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten begrenzen müssen. Der WWF sieht darin einen positiven Beitrag für die bevorstehende UN-Klimakonferenz in Kopenhagen, vermisst jedoch klare Aussagen, wie dieses Ziel umgesetzt werden soll.

„Die Einigung ist vielleicht ein großer Schritt für die G8, aber leider nur ein kleiner Schritt für das Klima“, erklärt Regine Günther, Leiterin Klimapolitik und Energie beim WWF...
Graswurzel.tv, 07.07.2009 - Graswurzel.tv verfolgt vor Ort den G8 Gipfel und informiert die Öffentlichkeit mithilfe der Filmaufnahmen und über die Webseite. Die Kamera war auch dabei, als, anlässlich der Ankunft der G8-Staatschefs, einen Tag vor dem offiziellen Beginn des Gipfels zu einer Demonstration in Rom mobilisiert wurde.
ru.indymedia, 08.07.2009 - Weltweite Proteste gegen Kohlekraft. Ab dem 7. August wird bei Sewastopol am Schwarzen Meer ein Camp stattfinden, um gegen den Bau eines riesigen Kohle-Terminals in der Stadt zu protestieren, der die Gesundheit der EinwohnerInnen und die Umwelt der ganzen Region bedroht. Der Awlita-Konzern bereitet im Zentrum Sewastopols (auf der ukrainischen Halbinsel Krim im Schwarzen Meer) den Bau einer Bahn/Schiff-Verladungsstation mit einer Kapazität von 8,5 Megatonnen pro Jahr vor.

Sewastopol; Foto: Vyacheslav Stepanyuchenko; Lizenz: CC2.0
Berlin, 7.7.2009 - WWF-Studie: zusätzliche Betriebskosten von 140 bis 280 Millionen Euro pro Jahr. Die Pläne des danischen Energieunternehmens Dong Energy, im Seebad Lubmin ein Kohlekraftwerk zu bauen, sind nicht nur für das Klima sondern auch für potentielle Investoren riskant. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des WWF. Das geplante Kraftwerk würde die CO2-Emissionen von Dong Energy um mehr als 7 Millionen Tonnen jährlich erhöhen und damit den gesamten Ausstoß des Unternehmens um 50 Prozent steigern.
Protestplakat bei Lubmin; Foto: Norbert Kaiser; Lizenz: CC2.5
„Dong würde mit dem Kraftwerk nicht nur eine enorme Klimahypothek aufbauen, sondern auch ökonomisch ein großes Risiko eingehen....
Berlin, 7.7.2009 – Im Vorfeld des G8-Gipfels im italienischen L´Aquila erklärt Jürgen Trittin, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen: “Schon vor dem Weltwirtschaftsgipfel zeigt sich, dass die “beste Zeit” der G8 vorbei ist. Als künftiges Machtzentrum zeichnet sich die G20 ab...
Zwei Mitgliedsorganisationen der Klima-Allianz, die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), haben in einem Schreiben an die Gemeinde Dörpen festgestellt, dass das Verfahren einen formellen Fehler aufweist. Nach Ansicht der Verbände, die sich von einem Berliner Fachanwalt vertreten lassen, müssen die Unterlagen für den Bebauungsplan deutlich länger als bisher geplant ausgelegt werden. Dies liege an der Komplexität der Unterlagen und daran, dass das Gesetz eine Auslegung für nur einen Monat ausdrücklich als Mindestfrist sieht, die bei komplizierten Unterlagen deutlich verlängert werden müsse...
Bonn, 07.07.09. – Auf dem ab morgen in Italien stattfindendem G8-Gipfel sowie dem “Forum der Großen Volkswirtschaften” (MEF), bei dem auch die großen Schwellenländer vertreten sind, müssen die Staats- und Regierungschefs zeigen, dass der politische Wille für mehr Klimaschutz vorhanden ist. Als Vorbereitung auf den UN-Klimagipfel in Kopenhagen im Dezember ist ein klares Bekenntnis der Regierungen notwendig, den Anstieg der weltweiten Temperatur auf unter 2 Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit zu begrenzen...
Die Klima-Allianz fordert von Merkel, beim G8-Gipfel in L’Aquila die treibende Kraft für ein internationales Klimaabkommen zu sein. Der britische Premierminister Gordon Brown hatte bereits vorletzte Woche vorgeschlagen, bis 2020 den Entwicklungsländern mindestens 100 Milliarden US-Dollar jährlich für Klimaschutz und die Bewältigung der Folgen des Klimawandels bereitzustellen – zusätzlich zur Entwicklungshilfe. Diesen Vorschlag muss Merkel nun aktiv stützen, statt nur an die Schwellenländer zu appellieren, aktiv zu werden, so Vertreter des breiten Bündnisses aus Entwicklungsorganisationen, Kirchen, Gewerkschaften und Umweltverbänden heute in Berlin. Darüber hinaus dürften Klimakrise und Finanz- und Wirtschaftskrise nicht gegeneinander ausgespielt werden, beide Krisen seien nur gemeinsam zu meistern.

Farbiger Anti-G8-Protest in Lecce (Apulien), im Juni 2009; Foto: Paolo Margari; Lizenz: CC2.0
Jörn Kalinski, Kampagnen-Leiter bei Oxfam Deutschland, fordert von Bundeskanzlerin Merkel ein engagierteres Handeln...
Kürzlich gemachte Satelltiten-Fotos der NASA zeigen die Veränderungen der Rückstrahlungsfähigkeit von Schnee- und Eisflächen. Diese Albedo genannte Rückstrahlungsfähigkeit reflektiert auch die Wärmestrahlung. Je heller die Fläche ist, desto mehr Wärmestrahlung wird reflektiert, je dunkler sie ist, desto mehr Wärmestrahlung wird absorbiert. Man sieht deutlich, dass die Schneefläche 2009 sehr viel dunkler sind wie im Jahr davor.

Der Winter und das Frühjahr 2009 waren in dieser Bergregion sehr staubig...
openPR - 03.07.09 - Bekannt ist, dass Aserbaidschan seit Jahrhunderten zu den bedeutenden Förderquellen für Erdgas und Erdöl in der Welt zählt. Neu ist, dass Aserbaidschan nun mit einem weiteren attraktiven Energielieferant auf den Markt tritt. Aserbaidschan öffnet sich für den Windmarkt. Entlang der Küste des Kaspischen Meeres weht die natürliche Kraft mit einer mitteleren Jahresgeschwindigkeit von mehr als 7,5 m/s in der Höhe von 50 m...
Wiesbaden, 1.7.2009 - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, betrugen die Einnahmen aus "umweltbezogenen Steuern" nach Angaben der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen im Jahr 2008 rund 54,4 Milliarden Euro und waren damit gegenüber 2007 nahezu unverändert (+ 0,3%). Die gesamten Steuereinnahmen der öffentlichen Haushalte (561 Milliarden Euro im Jahr 2008) sind dagegen im Vergleich zum Vorjahr um 4,3% angestiegen...
Die führenden Umweltverbände und die Klima-Allianz, ein Bündnis von über 100 Umwelt-, Entwicklungs- und Verbraucherschutzorganisationen, Kirchen und anderen Initiativen, fordern in einem Offenen Brief die Parteivorstände von CDU und CSU zu einer neuen Energiepolitik auf. Insbesondere sollen die Unionsparteien einer Laufzeitverlängerung der 17 Atomreaktoren sowie dem Neubau von Kohlekraftwerken eine Absage erteilen, wenn sie am Sonntag ihr Bundestagswahlprogramm beschliessen.
Die Verfasser warnen CDU/CSU, sich in eine klimapolitische Sackgasse zu begeben, wenn sie sich mit der Begründung der angeblichen Klimafreundlichkeit der Atomenergie für eine AKW-Laufzeitverlängerung einsetzten...
Vor dem beschleunigten Abschmelzen der Gletscher im Himalaya nach dem Niedergang von Rußpartikeln hat der Klimawissenschaftler Dr. Veerabhadran Ramanathan von der University of California in San Diego heute in Berlin gewarnt. Die im Eis gebundenen Wassermassen würden verheerende Überflutungen in den Gebieten entlang der aus dem Himalaya gespeisten Flüsse Indus und Ganges verursachen und die Folgen des Klimawandels in einem Land wie Bangladesch im Mündungsdelta von Yamuna, Ghaghara und Brahmaputra extrem verschlimmern, sagte Ramanathan auf einer Pressekonferenz des Bündnisses "Rußfrei fürs Klima" aus vier deutschen Umwelt- und Verkehrsverbänden. "Der dramatische Verlust an Gletschermassen in den Hochgebirgsregionen wie dem Himalaya erfordert eine radikale Verminderung der Dieselrußemissionen", sagte Veerabhadran Ramanathan. "Dennoch muss der Schwerpunkt auf der Minderung der CO2-Emissionen bleiben."

Ngozumba Gletscher in Nepal; Foto: McKay Savage; Lizenz: CC2.0
Der Ruß von Herdfeuern, abgebrannten Feldern und aus Dieselmotoren hat einen wesentlichen Anteil an der schnellen Gletscherschmelze...
Berlin, 01. Juli 2009 - Fünfzig Jahre nach Gründung des Deutschen Atomforums schrumpfen die Belegschaften von Unternehmen, die weiter auf Atomenergie und fossile Kraftwerke setzen. Dagegen trotzen die Newcomer der Erneuerbaren Energien Branche nicht nur der Wirtschaftskrise: Sie wachsen weiter in rasantem Tempo. Darauf haben die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH), die Juwi Holding AG, die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) und das Kampagnen-Netzwerk Campact anlässlich eines gemeinsamen Presseauftritts in Berlin hingewiesen und gleichzeitig neue Kampagnen gegen eine Fortsetzung der Atomstromnutzung in Deutschland gestartet. Andernfalls drohe die Gefahr, dass bei der Umsetzung der Energie- und Klimawende entscheidende Zeit und zigtausende von Arbeitsplätzen verloren gehen. „Die Zukunft ist erneuerbar“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake und erklärte, dass nur eine konsequente Fortführung der Energiewende in eine nachhaltige Energiezukunft führe...

© DUH
Berlin 1.7.2009 - Deutschland ist im Vergleich mit anderen G8-Staaten knapp vor Großbritannien und Frankreich führend im Klimaschutz. Allerdings hat bisher keines der G8-Länder ausreichende Maßnahmen getroffen, um einen gefährlichen Klimawandel aufzuhalten. Zu dem Ergebnis kommen die G8 Climate Scorecards, eine Studie von Ecofys im Auftrag von WWF und Allianz SE.
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Nur noch fünf Monate bleiben der Staatengemeinschaft bis im Dezember in Kopenhagen über ein Kyoto-Folgeabkommen verhandelt wird, das die gefährlichsten Folgen des Klimawandels abwenden soll...
Energiewende jetzt – aber richtig - Investitionen in Erneuerbare Energien! Die AktivistInnen gegen das geplante Kohlekraftwerk freuen sich über den großen Erfolg ihrer Aktion. „Es ist uns gelungen die Argumente für den Klimaschutz wieder verstärkt in die Öffentlichkeit zu bringen. Diese Argumente erkennen immer mehr Menschen. Deshalb ist sicherlich mit weiteren Aktionen zu rechnen. Die KMW und der Bauplatz des geplanten Kohlekraftwerkes waren genau die richtigen Ziele für die Aktion. Die aufgeregten Reaktionen der KMW, die sofort die Polizei auf den Plan riefen und die schnell die Räumung forderten zeigen, wie unsicher sie sich ihrer Position fühlen.“ Die BesetzerInnen machten mit viel Phantasie und Humor ihre Ziele deutlich...
Düsseldorf, 29.6.2009 - Mehr als 2,1 Millionen Haushalte haben im vergangenen Jahr Ökostrom bezogen. Im Vergleich zu 2007 bedeutet das mit einem Plus von 90 Prozent fast eine Verdoppelung. Den neuen Kundenrekord dokumentiert die Ökostromumfrage von Energie&Management (E&M). Die Fachzeitung hat diese am Montag gemeinsam mit dem Ökostromanbieter Naturstrom AG und der ASEW (Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung im VKU), die für Stadtwerke zwei Ökostromprodukte anbietet, in Düsseldorf vorgestellt. E&M hat diese jährliche Studie 2005 ins Leben gerufen und bietet damit nach Einschätzung von Fachleuten die umfassendste und detaillierteste Übersicht über den Ökostrommarkt...

Erde, 28.6.2009 - Vor wenigen Tagen schockierte die NASA mit der Meldung, dass es seit 2,1 Millionen Jahren noch niemals so viel CO2 in der Atmosphäre gab, die Öffentlichkeit. Aber es gibt auch hoffnungvolle Signale. Wie es aussieht, kommt ein wenig Bewegung in das "Klimaschutz-Mikado" genannte Verhandlungsgebaren der Weltgemeinschaft. Möglicherweise haben doch einige der "westlichen" Akteure erkannt, dass sie sich bewegen müssen, damit es beim Klimagipfel in Kopenhagen - im Dezember - zu einem Abschluss kommt. Vor einer Woche hatte Russlands Präsident im Fernsehen bekannt gegeben, dass das Land seine Emissionen bis 2020 um 10 bis 15 Prozent senken werde, gegenüber dem Basiswert von 1990. „Um den Klimawandel müssen sich alle kümmern, oder es wird sich niemand kümmern”, mahnte Präsident Medwedew im Staatsfernsehen. „Wenn wir uns zurücklehnen, dann wäre das ein fataler Weg.”

Kühltürme des Kraftwerks "21" in Moskau; Foto: Public Domain
Im Juni 2008 hatte Medwedew Schritte eingeleitet, damit die russische Wirtschaft bis 2020 um mindestens 40 Prozent energieeffizienter wird... (auf der nächsten Seite lesen Sie mehr zum neuen amerikanischen Gesetz und zum britischen Vorschlag)
Am Dienstag dieser Woche hatte die Bürgerinitiative Saubere Energie Dörpen dem Gemeinderat 2019 Unterschriften überreicht, das Quorum war damit deutlich überschritten worden. Der Gemeindedirektor und Samtgemeindebürgermeister von Dörpen, Hans Hansen, behauptete daraufhin zum wiederholten Male, eine Bürgerbefragung sei rechtlich nicht zulässig. Diese Aussage ist falsch.

© Bürgerinitiative Saubere Energie Dörpen
Thomas Rahner, Rechtsanwalt mit Arbeitsschwerpunkt Verwaltungs- und Umweltrecht und selbst 12 Jahre Bürgermeister einer Gemeinde, der die Bürgerinitiative vertritt, stellt klar: „In der niedersächsischen Gemeindeordnung steht in § 22d: ’Der Rat kann in Angelegenheiten der Gemeinde eine Befragung der Bürgerinnen und Bürger beschließen. Das Nähere ist durch Satzung zu regeln.’ Das bedeutet, dass jedem Bürger einer Gemeinde jede Fragestellung vorgelegt werden kann, die einen örtlichen Bezug hat. Die Frage muss so gestellt sein, dass mit ja oder nein geantwortet werden kann. Wir haben es hier nicht mit einem juristischen Hindernis, sondern allein mit der Frage des politischen Willens zu tun.“
Am letzten Mittwoch hat das bundesweite Bündnis "Die Klima-Allianz" mit einer acht Meter großen „Kraftwerkskrake“ vor dem BDEW-Kongress in Berlin gegen die Politik des Bundesverband Deutscher Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) demonstriert. Die Hauptgeschäftsführerin des BDEW, der sich mehr und mehr als Dachverband der Atom- und Kohlelobby präsentiert, hatte erst zu Beginn dieser Woche erneut behauptet, dass Deutschland ohne eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke spätestens ab 2020 eine „unausweichliche Stromlücke“ drohe. Außerdem werde der Klimaschutz überbewertet.

Die Homepage der Klima-Allianz
Für Jürgen Maier, Geschäftsführer des Forums Umwelt und Entwicklung, einer Mitgliedsorganisation der Klima-Allianz, sind Müllers Äußerungen nichts als Panikmache einer Branche, die aus Profitgründen das Überleben von Mensch und Umwelt bedenkenlos ignoriert...
Berlin, 26. Juni 2009 - Oxfam begrüßt den heute vorgelegten Vorschlag des britischen Premierministers Gordon Brown, bis 2020 den Entwicklungsländern mindestens 100 Milliarden US-Dollar jährlich für Klimaschutz und die Bewältigung der Folgen des Klimawandels bereitzustellen - weitgehend zusätzlich zur Entwicklungshilfe.
Jan Kowalzig, Klima-Experte bei Oxfam Deutschland: "Angela Merkel muss den Vorstoß ihres britischen Amtskollegen dringend unterstützen"...
Trockenrisse in der Sonora-Wüste, Mexiko (2008); Foto: Tomas Castelazo; GNU-Lizenz
Berlin, 24.6.2009 - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt sich erfreut über das vorläufige Scheitern des Gesetzes zur Versenkung des Kohlendioxides aus Kohlekraftwerken in die Erde (CCS-Gesetz). Das Abtrennen und unterirdische Speichern von Kohlendioxid im großen Maßstab verursache zu viele Risiken und habe keine Akzeptanz in der Bevölkerung...
Im folgenden Film beschreibt Prof. Claus Leggewie die Schwierigkeiten der Politik angemessen, d.h. schnell, auf den Klimawandel zu reagieren und konsequente Entscheidungen zu treffen. Ein sehr sehenswerter Beitrag. Leggewie trat 2007 in Nachfolge Jörn Rüsens als neuer Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen, einer gemeinsamen wissenschaftliche Einrichtung der Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen (UAMR) an. Das KWI hat in den Geistes- und Kulturwissenschaften die Rolle als „Wissenschaftskolleg Nordrhein-Westfalen“. Im Dezember 2008 wurde er zum Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) berufen.
Eisschichten schmelzen selbst dann langsam, wenn die Temperaturen schnell steigen. Daher ist bisher wenig darüber bekannt, wie stark der Meeresspiegel bei einer gegebenen globalen Erwärmung insgesamt steigen würde und über welchen Zeitraum sich das Gleichgewicht zwischen den beiden Werten einstellt. Aktuelle Vorhersagen zum Anstieg des Meeresspiegels beschränken sich meist auf das kommende Jahrhundert.

Der Jakobshavn-Gletscher auf Grönland mit Markierungen der Schmelze; Foto: NASA; Public Domain
Ein Forscherteam der Universitäten Southampton, Tübingen und Bristol hat nun eine Studie vorgelegt, in der das Abschmelzen der Eisschichten im Rahmen des aktuellen Klimatrends langfristig über die kommenden Jahrtausende mit Beobachtungen aus der Erdgeschichte verglichen wurde...
„Die Stromversorgung der Zukunft muss klimafreundlich und nachhaltig sein“, so Prof. Dr. Olav Hohmeyer, Mitglied des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU). „Deutschland steht vor einer Systementscheidung. Der notwendige Ausbau der erneuerbaren Energien ist mit hohen Anteilen von Kohle oder Kernkraft an der Stromversorgung nicht vereinbar.“ Ende Mai veröffentlichte der SRU ein Thesenpapier, das einen Anstoß zu einer gesellschaftlichen Debatte geben soll.

Logo des Sachverständigenrates für Umweltfragen © SRU
Die Stromversorgung in Deutschland steht vor entscheidenden Weichenstellungen. Ein großer Teil der fossil betriebenen Kraftwerke und die Atomkraftwerke werden in den kommenden Jahren vom Netz gehen und müssen durch neue Kapazitäten ersetzt werden. Diese neuen Kraftwerke haben wiederum eine Lebensdauer von dreißig bis fünfzig Jahren. Die Investitionen der nächsten Jahre werden somit die Treibhausgasemissionen aus der Stromerzeugung bis zur Mitte des Jahrhunderts bestimmen. Sie dürfen die langfristigen klimapolitischen Ziele Deutschlands nicht gefährden...
Im Vorfeld der Kreistagssitzung zum Kohlekraftwerk weist Die Klima-Allianz Äußerungen des Landrats Bröring zurück und betont, die Arbeit der Bürgerinitiative sei sehr wichtig. Das breite Bündnis Die Klima-Allianz betont, dass das in Dörpen geplante Kohlekraftwerk entgegen den Äußerungen von Landrat Hermann Bröring mit seinen enormen Mengen an CO2-Emissionen dem Klima erheblich schade. Der Landrat hatte auf der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Kreisentwicklung und Umwelt erklärt, dass das Dörpener Projekt keine Dreckschleuder sei, da es „nur“ einen CO2-Ausstoß von 4,7 Millionen Tonnen CO2 im Jahr verursachen würde. Daniela Setton, Kohleexpertin der Klima-Allianz erläutert: „Das in Dörpen geplante Kohlekraftwerk würde jedes Jahr so viel klimaschädliches CO2 in die Luft blasen wie ein Viertel des gesamten Verkehrssektors in Niedersachsen. Dazu kommen noch enorme Mengen an Feinstäuben und Schwermetallen wie Arsen, Blei und Quecksilber.“

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Auch weist Die Klima-Allianz die Auffassung des Landrats zurück, der das „CO2-Argument“ aufgrund des Europäischen Emissionshandels als nicht stichhaltig bezeichnete...
Unter der oben genannten Überschrift kommentiert Lili Fuhr den Kopenhagen Klimabericht - Klimaschutz-Netz.de berichtete. Ein lesenswerter Text!
Bremerhaven/Hamburg, 10. Juni 2009. Zum zweiten Mal nehmen Klimaforscher des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung und des KlimaCampus der Universität Hamburg an einem internationalen wissenschaftlichen Wettstreit teil, in dem einige der weltweit renommiertesten Klimaforschungsinstitute mit unterschiedlichen Methoden und Klimamodellen die Möglichkeiten für saisonale Vorhersagen der arktischen Meereisbedeckung ausloten. Dabei ist es das erklärte Ziel aller Teilnehmer, die beste Methode für zuverlässige Voraussagen zu finden. Die deutschen Wissenschaftler sind sich einig: Der negative Trend setzt sich fort. Auch für den Spätsommer 2009 ist wieder ein kritisches Minimum des arktischen Meereises zu erwarten.
Aachen, 12. Juni 2009 - Zum Abschluss der UN-Klimaverhandlungen in Bonn zeigt sich das katholische Hilfswerk MISEREOR enttäuscht über die unzureichenden Ergebnisse zu konkreten Klimaschutzmaßnahmen. Den Unterzeichnerstaaten des Kyoto-Protokolls ist es wieder nicht gelungen, sich auf gemeinsame Reduktionsziele ihrer Treibhausgasemissionen zu einigen. Und in nur sechs Monaten soll in Kopenhagen ein Folgeabkommen des Kyoto-Protokolls verabschiedet werden.

Dürreopfer in Äthiopien; Foto: aheavens; CC2.0
"Von einem ambitionierten Klimaschutzabkommen ist die globale Staatengemeinschaft immer noch weit entfernt. Den Regierungsvertretern der Industrienationen fehlt anscheinend der politische Wille, ihre Verantwortung für den Klimawandel in Form konkreter Klimaschutzziele nachzukommen, während in Afrika, Asien und Lateinamerika tausende Menschen unter dem Klimawandel leiden," so MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Josef Sayer...
Hamburg, 14.6.2009 - Die sieben ältesten deutschen Atomkraftwerke können sofort abgeschaltet werden, ohne dass dies die Stromversorgung von Industrie und Privathaushalten in Deutschland beeinträchtigt. Nach Greenpeace-Recherchen sinkt der Anteil der sieben Alt-AKW Biblis A und B, Brunsbüttel, Neckarwestheim 1, Isar 1, Philippsburg 1 und Unterweser an der gesamten Stromerzeugung in Deutschland tendenziell seit 2001. Hingegen steigt die ins Ausland exportierte Strommenge und der Anteil der Erneuerbaren Energien. Die Produktion von Strom aus Wind, Sonne und Wasser wächst so stark, dass er wegen Überproduktion zeitweise nicht mehr ins Stromnetz eingespeist werden kann.
"Viele alte Meiler stehen wegen technischer Probleme sowieso die meiste Zeit still und zeigen so, wie unzuverlässig und überflüssig die Hochrisikotechnologie Atomkraft ist", sagt Heinz Smital, Atomexperte von Greenpeace... 
Demo vor dem AKW Krümmel im Frühjahr 2009; Foto: Udo Schuldt; Lizenz: CC3.0
Bonn, 20. Juni 2009 - Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V. mit Sitz in Bonn lehnt die drohende Wiederinbetriebnahme des norddeutschen Atomkraftwerks (AKW) Krümmel grundsätzlich ab. Scharf kritisiert der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen und Umweltverbände die Energiepolitik der Landesregierung von Schleswig-Holstein.

AKW-Krümmel mit Protestierern; Foto: Udo Schuldt; Lizenz: CC3.0
Deren Atomaufsichtsbehörde hatte dem Atomkonzern Vattenfall gestern (19.6.) die Zustimmung zur Wiederinbetriebnahme des AKW Krümmel erteilt. Nach Angaben von Vattenfall wird der Wiederanfahrprozess umgehend gestartet...
Zunächst trat Greenpeace mit einer Studie über solaren Wüstenstrom in die Öffentlichkeit. Wenig später veröffentlichte die DESERTEC Foundation den Plan Solar-Strom aus der Wüste nach Europa zu bringen. 400 Milliarden Euro sollen dafür in den nächsten Jahren investiert werden und ein modernes Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsnetz (HGÜ-Netz) soll diesen nach Europa transportieren. Zu den beteiligten Firmen gehörten die Münchener Rück, Siemens, die Deutsche Bank und RWE. Die Süddeutsche Zeitung zitiert den Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek, dass sich rund 15 Prozent des europäischen Strombedarfs damit abdecken ließen. Greenpeace geht sogar von 25% aus. Die zeitliche Aufeinanderfolge der Greenpeace-Studie und die Veröffentlichung des DESERTEC-Plans sind schon recht verblüffend, aber dass sich die Konzerne mit Greenpeace abgestimmt haben ist doch eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass DESERTEC die Greenpeace Veröffentlichung für das eigene Konzept nutzte und pressemäßig darauf aufsetzte.
Gerade in den Wüstenstaaten hungern viele Menschen - ihre Interessen müssen berücksichtigt werden;
Grafik: Wikipedia
Eigentlich gehen die Autoren dieser Webseite immer sehr zuvorkommend und unkritisch mit Greenpeace um. Aber die erwähnte Studie der Organisation - derzufolge Strom aus der Wüste künftig bis zu 25 Prozent des weltweiten Strombedarfs decken könnte - lässt die Interessen der betroffenen Bevölkerung in den Wüstengebieten weitgehend unbeachtet...
Der erste wissenschaftliche Workshop in Deutschland zur Klimawirksamkeit von Dieselruß fand gestern in Berlin statt – das Aktionsbündnis „Rußfrei fürs Klima“ sieht Chancen für eine vergleichsweise rasche Eindämmung des Problems, das vor allem die Erwärmung in der Arktis beschleunigt – Doppelter Nutzen: Umweltzonen für Gesundheits- und Klimaschutz

Ruß aus Schiffs-Dieselmotoren sind eine erhebliche gesundheitliche Belastung und tragen zur Klimakatastrophe bei;
Foto: Udo Schuldt; CC3.0
Der Klimawandel in der Arktis verläuft erheblich dramatischer als anderswo auf der Erde und wird nicht nur von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen angeheizt. Eine wichtige verstärkende Rolle spielen nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen feine Rußpartikel, die über die Atmosphäre vor allem aus Europa in den hohen Norden transportiert werden und hier vornehmlich aus der unvollständigen Verbrennung von Dieselkraftstoff stammen...
Potsdam, 18.6.2009 - Wichtige Klimaindikatoren wie die globale Durchschnittstemperatur, der Meeresspiegelanstieg und Extremwetter-Ereignisse bewegen sich bereits außerhalb der Muster natürlicher Variabilität, innerhalb derer sich die moderne Gesellschaft und Wirtschaft entwickelt haben. Das geht aus einem Bericht hervor, den führende Klimawissenschaftler am heutigen Donnerstag in Brüssel in Vorbereitung der Weltklimakonferenz in Kopenhagen im Dezember vorstellten. Die Übersicht über aktuelle Forschungsergebnisse zum Klimawandel wurde dem dänischen Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen, dem Gastgeber der Weltklimakonferenz, übergeben.

„Wir beschreiben neue Erkenntnisse der Klimaforschung, Klimafolgen für Gesellschaft und Umwelt sowie effektive Werkzeuge und Ansätze, mit diesen Herausforderungen umzugehen“, sagt Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und einer der Autoren des Berichts...
Sonntag, 14. Juni 2009 - Seit kurzem gibt es eine neue Bürgerinitiaitve, die sich gegen den Wahnsinn der Kohlendioxid-Verpressung richtet, also gegen degen den Plan Kohlendioxid unter die Erdorberfläche zu pumpen. Konkret richtet sich der Widerstand gegen den RWE Plan eine CO2 Pipeline von Köln zum geplanten Endlager in Schleswig Holstein zu bauen...
Per E-Mail bittet die Bürgerinitiative Saubere Energie Dörpen um Unterstützung:
"Sehr geehrte Damen und Herren!

© BI Saubere Energie
Die CDU in Dörpen, im Kreis und auch im Landkreis will das Steinkohlekraftwerk unbedingt bauen, obwohl die große Mehrheit der Bevölkerung das Kraftwerk ablehnt...
Berlin, 17.6.2009 - Auch nach dem wahltaktisch motivierten Veto der CDU/CSU gegen das CCS-Gesetz zur Abscheidung und Versenkung des klimaschädlichen Kohlendioxides aus Kohlekraftwerken bleibt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei seiner generellen Ablehnung des Gesetzesvorhabens. Der Umweltverband forderte die Koalitionsfraktionen auf, das Gesetz endgültig zu stoppen. Die CCS-Technologie diene den deutschen Energiekonzernen lediglich als Feigenblatt, um ihre Investitionen in neue Kohlekraftwerke zu rechtfertigen.

So funktioniert es leider nicht!; Foto: UNKIEPAUL; Lizenz: CC2.0
Tina Löffelsend, BUND-Klimaexpertin: "Zumindest schätzen die Unionsparteien die öffentliche Meinung zur CO2-Versenkung richtig ein. Vor allem in Norddeutschland, aber auch in Brandenburg gibt es massiven Protest gegen Pläne zum Bau von CO2-Pipelines. Und selbst wenn das CCS-Gesetz käme, hat diese Technologie vor Ort keine Chance." Wenn die Energiekonzerne die CO2-Versenkung unbedingt durchdrücken wollten, müssten sie auch selbst dafür bezahlen und alle Risiken ausschließen...
Washington, 17.6.2009 - Ein neuer Report der US-Regierung zeichnet ein - für normale US-Bürger - erschreckendes Bild vom zu erwartenden Klimawandel in den USA. Im Südwesten des Landes werden die Temperaturen drastisch ansteigen, Florida, mit seinen Touristengebieten, ist vom Anstieg des Meeresspiegel bedroht und Extremwetter-Ereignisse häufen und intensivieren sich. Die Spezialseiten der Obama-Regierung bieten die Informationen aufgeschlüsselt nach Regionen und den kompletten Report...
Frankfurt, 16.6.2009 - Der WWF ruft anlässlich des "Welttages zur Bekämpfung der Wüstenbildung" zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit den Ressourcen Wasser und Boden auf. Falsches Wassermanagement sowie starke Übernutzung, besonders in der Landwirtschaft, zerstören die Vegetation und lassen Böden versalzen, erodieren oder versanden. Die Folgen des Klimawandels in Form von steigenden Temperaturen und längeren Trockenperioden beschleunigen den Prozess. Besonders in trockenen Klimazonen werden immer mehr Gebiete unfruchtbar. Weltweit stehen Landflächen von der dreieinhalbfachen Größe Europas vor dem "Umkippen".

Wüsten - wie hier im Südsudan - könnten weite Teile der Erde beherrschen, Foto: Sharif Baasher, Lizenz: CC1.0
"Wir stehen vor einer globalen Krise, was die Nutzbarkeit der fruchtbaren Landflächen auf der Erde angeht", so WWF Wasserexpertin Dorothea August...
Bonn, 17.6.2009. - Zum 400-Milliarden-DESERTEC-Plan deutscher Konzerne für Solarstrom aus Nordafrika erklärt MdB Dr. Hermann Scheer, Präsident von EUROSOLAR: “Auch wenn das 400-Milliarden Projekt deutscher Konzerne für Solarstromerzeugung aus Nordafrika - das sogenannte DESERTEC-Konzept - allenthalben (von der Bundesregierung bis zu Greenpeace) begrüßt wird, rate ich von voreiligen übertriebenen Erwartungen an dieses Projekt und diesbezügliche Subventionsentscheidungen ab. Unterschätzt werden dabei die voraussichtlichen tatsächlichen Kosten dieses Projektes ebenso wie die Zeiträume zu dessen Realisierung...
Ich möchte hier über das Schicksal des Hamburger Dorfes Moorburg berichten und warum sich dort nun ein Kohlekraftwerk im Bau befindet. Die bevorstehende Vernichtung dieses Dorfes hat ganz viel mit einer provinziellen Sichtweise des Widerstandes, den politischen Veränderungen durch die Privatisierung des Energiesektors und der Anpassung der GRÜNEN infolge der Regierungsbeteiligung an einer schwarz-grünen Regierung zu tun.

Treffen zur Ortsbesichtigung in Moorburg, im Frühjahr 2007; Foto: Udo Schuldt; Lizenz: CC3.0
Dieses negative Beispiel kann auch als Mahnung dienen, für die Menschen, die in den Regionen Widerstand gegen den Wahnsinn der Kohlekraftwerke leisten...
Die großen Mineralölkonzerne in Deutschland, darunter Esso, Total, BP und Agip wissen nicht, welche Bestandteile ihre Biokraftstoffe enthalten. Dies ist das Ergebnis einer Greenpeace-Umfrage unter 22 Mineralölkonzernen in Deutschland. Gefragt wurde nach der Menge des eingesetzten Agrosprits, der Art und Herkunft der Rohstoffe. Über den künftigen Anteil von Agrosprit an fossilen Treibstoffen stimmt heute der Bundestag ab. Greenpeace lehnt die gesetzlich vorgeschriebene Beimischung ab und fordert eine schrittweise Rücknahme der Quote.

Weder klimaneutral noch sozial; Foto: Udo Schuldt, Lizenz: CC 2.0
Die Produktion von Agrosprit verschärft den Klimawandel und steht in direkter Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion
, sagt Corinna Hölzel, Waldexpertin von Greenpeace. Obwohl weder Konzerne noch Politiker wissen, was als so genannter Biosprit in den Kraftstoffen steckt, soll die Beimischungsquote erhöht werden.
Jede Erhöhung der Quote kurbelt den Import von Agrosprit oder der entsprechenden Rohstoffe an...
Weitere Reduzierung der Schadstoffeinträge erforderlich
Dessau-Roßlau, 16.06.2009 - Die Bundesregierung veröffentlichte am 10. Juni 2009 den Waldbericht. Dieser benennt Ursachen für den immer noch sehr schlechten Waldzustand und zeigt Gegenmaßnahmen auf. Die Waldzustandserhebung in Deutschland zeigt: Nach wie vor sind mehr als zwei Drittel der Waldbäume geschädigt, 26 Prozent sogar stark. Mehr als die Hälfte der Eichen weist starke Kronenverlichtungen auf. Das ist ein neuer Höchststand. Verantwortlich für den schlechten Zustand der Wälder sind verschiedene Gründe, wobei die vom Menschen verursachten Luftverunreinigungen – und hier vor allem Stickstoffverbindungen - einen besonders großen Anteil haben. Die integrierte Strategie zur Minderung der Stickstoffemissionen des Umweltbundesamtes (UBA) stellt Maßnahmen zur Verringerung der landwirtschaftlichen Stickstoffemissionen - wie etwa den sparsamen Einsatz stickstoffhaltiger Handelsdünger und stickstoffoptimierte Fütterung - als besonders wirkungsvoll und kosteneffizient heraus. Sie haben zudem deutliche Synergien: Neben dem Wald profitieren auch Gewässer und Klima.

Wald bindet Unmengen CO2 - er sollte gesund sein und erhalten werden; Foto: freskier; Lizenz: CC2.0
Der Waldbericht der Bundesregierung stellt die Notwendigkeit der Minderung der Luftverunreinigungen dar, insbesondere der Freisetzung von Stickstoffverbindungen, die den Zustand der Wälder negativ beeinflussen...
Berlin, 14.6.2009 - Deutsche Umwelthilfe kritisiert Widersprüche im energie- und klimapolitischen Kapitel des SPD-Wahlprogramms - DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake: "Deutschland kann nicht gleichzeitig Klimaziele realisieren und Kohleland bleiben" - DUH will auch Widersprüche in den Wahlprogrammen von Union und FDP offensiv benennen.

SPD-Mitgliederentwicklung - gehen nach der Kohleentscheidung noch mehr? Grafik: Wikipedia
Die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) hat den energie- und klimapolitischen Teil des am Sonntag in Berlin beschlossenen Wahlprogramms der SPD als "in sich widersprüchlich" kritisiert...
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