Das Einstiegsgehalt als Entscheidungskriterium



Welche Rolle spielt das Einstiegsgehalt bei der Wahl eines neuen Arbeitsplatzes? Viele Bewerber sind sich nicht sicher, ob die Forderung nach einem angemessenen Einstiegsgehalt in einer Bewerbungssituation angemessen ist.


Arbeitnehmer, die sich nach ihrer Ausbildung oder einem abgeschlossenen Hochschulstudium um einen ersten Arbeitsplatz bemühen, stehen oft vor der schwierigen Frage, welche Gehaltsforderungen sie an den zukünftigen Arbeitgeber stellen können. Aufgrund der fehlenden eigenen einschlägigen Berufserfahrung fehlt zunächst ein Vergleichskriterium, an dem die eigenen Kenntnisse und die in der neuen Stelle zu erbringende Leistung gemessen werden könnte. Eine große Hilfe bieten in dieser Situation vergleichende Statistiken über ein branchenübliches Einstiegsgehalt. Die statistischen Übersichten zum Einstiegsgehalt werden von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden sowie von vielen unabhängigen Quellen angeboten.

Ein Bewerber muss dabei berücksichtigen, dass das Einstiegsgehalt in einen bestimmten Beruf nicht nur von der Branche, sondern auch von der Region abhängt, in der sich das Unternehmen befindet. Traditionell werden in Süd- und in Südwestdeutschland, aber auch in Hamburg höhere Gehälter gezahlt als beispielsweise in den nördlichen oder östlichen Bundesländern. Sollte ein Berufseinsteiger einen Ortswechsel beabsichtigen, um dadurch eine lukrative Stelle annehmen zu können, ist es wichtig, die Lebenshaltungskosten im Auge zu behalten. Die Wohnungsmieten und die allgemeinen Kosten sind in wirtschaftlich boomenden Regionen grundsätzlich spürbar höher als in wirtschaftlich benachteiligten Ländern. Zeichnet sich im Verlauf eines Bewerbungsgesprächs ab, dass Bewerber und Unternehmen zusammenpassen, kann die begründete Forderung des gewünschten Einstiegsgehalts ein kluger Schachzug sein. Sie spricht für ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein des Jobkandidaten und zeigt, dass er sich im Vorfeld gründlich informiert hat. Allerdings muss eine skeptische Reaktion des Personalschefs auf die Gehaltsforderung nicht unbedingt zu einem Rückzieher des Bewerbers führen. Hat er das Gefühl, dass die Stelle seinen Vorstellungen nahe kommt, ist zu überlegen, ob er auch zu einem niedrigeren Einstiegsgehalt die Aufgabe annimmt.

Durch gute und engagierte Leistungen kann sich der Arbeitnehmer aus eigener Kraft eine bessere Verhandlungsposition verschaffen und den anfänglichen finanziellen Nachteil schnell wieder aufholen. Das Einstiegsgehalt ist übrigens nicht nur für Berufseinsteiger ein wichtiges Kriterium. Auch berufserfahrene Arbeitnehmer, die ihre Position innerhalb eines Unternehmens wechseln oder ihre Karriere in einem anderen Unternehmen fortsetzen möchten, können sich durch geeignete Gehaltsvergleiche eine bessere Verhandlungsposition und damit Sicherheit verschaffen.


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