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Kategorie: Gesellschaft > Gerichtsurteile
Neues auf berlinkriminell.de
Nachrichten aus dem RSS-Feed: berlinkriminelle Gerichtsreportage
"Ich oder Ich"(04.02.2012 16:10) Im Januar 2007 meldet der Sloterdijk-Doktorand Mathias Illigen (29) den Vorarlberger Polizeibehörden in Dornbirn, Österreich, einen Unfall. Sein 65-jähriger Vater, so gibt er an, sei bei einem Treppensturz verunglückt. Was man dem smarten Akademiker nicht zutraut, wird wenig später offenbar. Illigen hat seinen Vater mit dem Bügeleisen erschlagen und nachträglich final erstickt. Ein dreiviertel Jahr später ist der junge Philosoph wegen seiner psychischen Erkrankung von jeder Schuld freigesprochen und verschwindet im Maßnahmenvollzug. Vier Jahre danach entlässt ihn ein Richter in die Normalität des zivilen Lebens. Illigen schreibt ein Buch, "Ich oder Ich", das jetzt im Buchhandel zu haben ist.
Mandant versenkt Anwältin(27.01.2012 05:10) Das ist ja unerhört, echauffierte sich im Mai 2010 der Angeklagte Andreas A. (45) zu Prozessbeginn gegenüber seiner Verteidigerin. Der Rechtsbeistand seines mitangeklagten Kompagnons habe bislang auch ihn vertreten. Das sei unerlaubt, ein Doppel-, ja Mandantenverrat. Im Namen und im Auftrag des Angeklagten beantragt die Volljuristin darauf die Entpflichtung des Kollegen, die Aufnahme des Sachverhaltes in das Protokoll und erstattet, wenige Tage später, auf Wunsch ihres Klienten auch noch Strafanzeige. Ein halbes Jahr später hat sich die Juristin von der Waterkante wegen falscher Verdächtigung vor dem Amtsgericht Tiergarten zu rechtfertigen. Staatsanwalt und Richterin schütteln verständnislos den Kopf: "Musste das denn sein?"
Prozess in großen Lettern(26.01.2012 03:10) "Schreiben Sie", fordert der Vorsitzende Richter den Gerichtsdiener auf. Er diktiert: "Der Angeklagte kann charmant sein." Auf dem Bildschirm des Computers bauen sich mit einiger Verzögerung die circa 20 Zentimeter großen, schwarzen Buchstaben auf. Sie sollen in radikaler Verschlankung die Aussage des sachverständigen Psychiaters für den gehörfreien Angeklagten sein. Der Rechtsanwalt des Angeklagten runzelt die Stirn.
Geschlagen, missbraucht, gedemütigt(15.01.2012 21:10) In dem Verfahren gegen einen 61-jährigen, gehörlosen Frührentner, der im Winter 2010 seine Ehefrau psychisch, physisch gequält, vergewaltigt und sexuell genötigt haben soll, wird in Kürze das Urteil erwartet. Der einschlägig vorbestrafte Angeklagte will dem Gericht bislang glauben machen, seine Gattin habe sich die Verletzungen selbst beigebracht. Das mutmaßliche Opfer indessen, das wegen psychischer Probleme anerkannt schwerbeschädigt ist, hat seinerseits eine Falschaussage eingeräumt.
Eine unheilvolle Begegnung(06.01.2012 19:45) Acht Jahre und sechs Monate Haft wegen Totschlag, Unterschlagung und des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. So endet am 6. Januar 2012 prozessual eine tragische Begegnung, die vor einem dreiviertel Jahr einer jungen Frau das Leben kostete. Eine Begegnung zwischen einem aus Dakar (Senegal) gebürtigen Drogendealer und einer französischen Performancekünstlerin, die sich in einer Sonntagnacht im April 2011 an der Schlesischen Straße in Kreuzberg mit Kokain versorgen will.
Ich möchte heute die Wahrheit sagen(04.01.2012 19:45) Im Verfahren gegen einen aus dem aus Senegal gebürtigen Mann, dem vorgeworfen wird, im April vergangenen Jahres die französische Künstlerin Pilar Valadié (27) getötet zu haben, liegt nun ein Teilgeständnis vor. Oumar G. (29) hatte in einer ersten Einlassung behauptet, ein Nigerianer namens Joe habe mutmaßlich die Tat begangen. Am vergangenen Prozesstag erklärte der Angeklagte nun, in Notwehr gehandelt zu haben. Rechtsanwalt Akin Hizarci forderte in seinem Plädoyer - 'in dubio pro reo' - jetzt Freispruch für seinen Mandanten.
"Ich sah Blut, Blut, Blut!"(20.12.2011 19:45) Erneute Wendung im Prozess um den Mordfall Pilar Valadié (27). Oumar G. (29), der sich bisher für unschuldig erklärte, verstrickte sich in heikle Widersprüche. Der Angeklagte stellte für den nächsten Prozesstermin eine weitere Einlassung in Aussicht
"You are lying!"(9.12.2011 02:45) Im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der in der Nacht des 18. April dieses Jahres in Kreuzberg getöteten Pilar Valadié (27) gab es am dritten Prozesstag eine entscheidende Wende. Der Angeklagte, aus dem Senegal gebürtige Oumar G. (29) ließ sich zum Tatvorwurf ein. Er beschuldigte einen bislang Unbekannten, die französische Künstlerin getötet zu haben. Der Täter, so Oumar G., soll ein aus Niger gebürtiger Drogendealer namens 'Joe' mit halblangen Rastahaaren sein.
Er kam um die Ecke und lächelte(5.12.2011 02:45) Im Mordprozess um die im April dieses Jahres getötete Pilar Valadié ist die Beweisaufnahme so gut wie abgeschlossen. Die Indizien sprechen gegen den Angeklagten, der Tathergang und die Motivlage bleiben spekulativ. Der aus dem Senegal gebürtige Oumar G. (29), der sich angeblich von seiner Stiefmutter verhext sieht und seinen Lebensunterhalt als Drogendealer an der Skalitzer Straße (Kreuzberg) bestritt, schweigt bislang zu den Tatvorwürfen. Der Prozess könnte nach einem weiteren Termin mit vielen offenen Fragen zu Ende gehen.
"Du Opfer!"(1.12.2011 17:57) Im Prozess gegen neun junge Männer, darunter die Profifußballer Süleyman Koc und Guido Kocer, die zwischen Februar und April dieses Jahres in wechselnder Besetzung in Moabit sieben Spielhallen und Cafés ausraubten, sagten am dritten Tag der Hauptverhandlung vier Angestellte der überfallenen Spielhallen und Cafés vor Gericht aus. Sie widersprachen in einem wichtigen Punkt den Geständnissen der Angeklagten...
Verhext(28.11.2011 07:00) Am 18. April dieses Jahres wird in einer Kreuzberger Mietwohnung die 27-jährige Künstlerin Pilar Valadié getötet und ausgeraubt. Der Täter wirft ihre Leiche gefesselt und und mehrfach mit Spannlaken und blauen Mülltüten verpackt in den Landwehrkanal. Eine Woche darauf verhaftet die Polizei einen aus Senegal gebürtigen Drogendealer vom Görlitzer Park als dringend tatverdächtig.
Ich wollte nicht als Idiot dastehen (24.11.2011 20:00) Seit dem 15. November müssen sich acht junge, türkisch gebürtige Moabiter und ein aus Worms stammender Profikicker wegen gemeinschaftlich begangenen Raubes vor dem Berliner Landgericht verantworten. Jetzt ließen sich auch die letzten sieben Angeklagten geständig zu den Tatvorwürfen ein. Der Tatbeitrag des Profifußballers Süleyman Koc, der zunächst als Kopf der Bande galt, verlor dabei einiges an Gewicht. Er wurde demnach nachhaltig beschwatzt und blieb aus verquasten Ehrbegriffen bei der Stange. Sein Fußballkollege Guido Kocer dagegen erlag, wie er sagte, seiner Abenteuerlust, zeigte dann aber bei seinem Debüt als Räuber im April dieses Jahres deutlich Nerven...
Fußballprofis auf Raubzug (16.11.2011 18:24) Zwischen Februar und April 2011 überfallen acht türkisch gebürtige Moabiter, junge Männer zwischen 18 und 22 Jahre alt, in unterschiedlicher Besetzung maskiert und bewaffnet sieben Weddinger Spielhallen und Cafés mit Spielautomaten. Die Beute: circa 22.856 Euro. Ihr Chauffeur ist der Fußballprofi Süleyman Koç. Das Motiv für die Cauffierten: Abenteuerlust, Geldsorgen. Das Gleitmittel: Koks, Kiff, Alkohol. Am ersten Verhandlungstag ließen sich Süleyman Koç (22) und ein 18-jähriger Mitangeklagter zu den Tatvorwürfen ein.
Freispruch - "Junge Welt" druckte Redebeitrag der Ex-Terroristin Inge Viett (02.11.2011 18:24) Im Januar 2011 hielt die ehemalige RAF-Terroristin Inge Viett auf einer öffentlichen Konferenz ein mutmaßlich strafrelevantes Referat. Die Tageszeitung "Junge Welt" druckte den Redebeitrag vier Tage vorab unkommentiert in ganzer Länge. Dafür flatterte dem aus Bremen gebürtigen Chefredakteur Dr. Arnold Schölzel (64) ein Strafbefehl ins Haus, dem er widersprach.
Der Griff in die Hose(26.10.2011 22:24) Der 25. Oktober vergangenen Jahres ist ein Sonntag, Schwulenparty im Club "Weekend" am Alexanderplatz. Um Drei Uhr morgens kommt es auf der Tanzfläche wegen der Beengtheit der Verhältnisse zu Unstimmigkeiten. Dabei soll, als Kollateralschaden, ein unbeteiligter Dritter eine Verletzung am Hoden davongetragen haben...
Das Haar in der Suppe(22.10.2011 20:24) Mitte August 2011 begegnen sich auf dem Flur des Amtsgerichts Tiergarten Kellner und Gast. Es geht um das sprichwörtliche Haar in der Suppe, das dem Kunden aus dem Nahen Osten 2009 das Mahl verdarb. Und das dann aber zu allem Überfluss auch noch mit unkoscheren Beleidigungen gewürzt worden sein soll.
Erster sein(17.10.2011 8:00) Weil es hinten und vorne nicht reicht, stehen Klaus (43) und Charlotte E.* (68) einmal die Woche wegen Lebensmitteln Schlange bei der Berliner Tafel. Mutter und Sohn hilft das finanziell ein ganzes Stück weiter. 2010, vier Tage vor Weihnachten, es ist seit Tagen knitterkalt, kommt es früh morgens vor der Ausgabestelle in der Waisenstraße zum Eklat. Aylin Z. beansprucht Platz Zwei in der Warteschlange. Doch den hält bereits Klaus E. für seine Mutter Charlotte E. besetzt...
Darf ich noch was fragen, Hohes Gericht(10.10.2011 12:56) Dietmar F.(41) und Anke W. (35), beide wohnhaft Reinickendorf, leben seit einiger Zeit getrennt. Im Sommer 2010 kommt es laut Anklage zwischen der arbeitslosen Textilarbeiterin und dem Landschaftspfleger zu einem unerfreulichen Telefonat. "Ich stech dich ab!", soll dabei Anke W. getobt haben. Dietmar F. glaubte sich durch den Anwurf seiner Ex-Partnerin ernstlich lebensbedroht und erstattete Anzeige...
Prozess ohne Opfer(1.10.2011 18:56) Wo kein Kläger, da kein Richter, sagt man. Aber, wo die Polizei einmal gerufen ist und ein Offizialdelikt vorliegt, wird von Amts wegen unvermeidlich Strafantrag gestellt. Sei das Opfer noch so wohlmeinend oder gar verstorben...
König Salomons zerschnittene Babys(25.9.2011 22:26) Im Juli 2010 bestellt Werner F.* bei Larisa Z., die auf Ebay einen Handy-Shop betreibt, ein gebrauchtes Samsung-Handy für 89,90 Euro. Werner F. zahlt fristgerecht per Paypal und ist froher Erwartung. Doch das Handy, dass ihn erreicht, hat einen Defekt. Leicht angesäuert reklamiert der Kunde das Gerät und bekommt daraufhin ersatzweise ein anderes Mobilfunkgerät zugeschickt. Als Werner F.* auch dieses Gerät als schadhaft bemängelt, gerät der Kontakt zwischen Käufer und Verkäufer in Schieflage. Aus der heraus erstattet Werner F.* im Sommer 2010 schließlich Strafanzeige...
Eine grässliche Entgleisung - Prozess gegen Torben P. und Nico A.(20.9.2011 20:48) Am gestrigen Tag verkündete die 39. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Uwe Nötzel das Urteil gegen Torben P. (18) und Nico A. (19), die in der Nacht zum Ostersamstag dieses Jahres auf dem Bahnhof der U6, Friedrichstraße herumrandalierten und -pöbelten. Die beiden Gymnasiasten hatten nach einer Geburtstagsparty am Halleschen Tor auf dem Heimweg noch Zerstreuung an der Sexmeile Oranienburger Straße suchen wollen. Die angetrunkenen, aggressiv gestimmten Männer trafen auf Markus Pi. (30), den Sie provozierten und dem Torben P., nach einer Konfrontation und nachdem er ihn mit einer knapp halb gefüllten Plastikflasche zu Boden geschlagen hatte, mehrfach auf den Kopf trat. Die Tat wurden von fünf Videokameras, installiert auf dem Bahnsteig, umfassend dokumentiert...
Vor dem Urteil - Prozess gegen Torben P. und Nico A. (18.9.2011 20:48) Zwei Gymnasiasten - ein Reinickendorfer Oberschüler und ein Waldorfschüler - terrorisieren in einer Aprilnacht 2011 betrunken den Bahnsteig der U6 an der Friedrichstraße. Ihre Aggressionen suchen und finden ein Opfer, das die brutale Attacke nur durch Zufall überlebt. Zu leugnen gibt es nichts. Die Tat ist auf Überwachungskameras festgehalten. Junge Männer an der Flasche. Reflexionen...
Vollrausch schützt vor Strafe nicht(04.9.2011 18:48) Eine aus Dresden gebürtige Krankenpflegerin hat Not, sich im 'arm aber charmanten' Berlin einzuleben. Sie ist nach der Trennung von ihrem Mann 2008 der Mutter in die Metropole gefolgt. Doch die Stadt ist ihr zu komplex. Sie verliert den Überblick, dann den Job, greift zur Flasche und schließlich zu Dingen, die ihr nicht gehören...
Wenn das Telefon klingelt...(04.9.2011 18:48) Sie wären sich besser nie begegnet. Der tadellose Rolf W. (70) aus Magdeburg und die rigorose Berlinerin Regina Sch. (72). Über eine Erbschaftssache geriet man vor acht Jahren über Kreuz. Ersterer verdächtigte die ehemalige Reiseunternehmerin und Verlegerin des kleinen Butterfly-Verlages, seinen angeheirateten, hochbetagten Schwiegervater systematisch zur Ader gelassen, schließlich blank gemacht zu haben. Seit Sommer 2008 musste sich Rolf W. wegen Bedrohung vor dem Berliner Gericht verantworten...
Defekt im System(31.8.2011 03:10) Wie die Berliner Polizei am vergangenen Sonnabend bekannt gab, ist die hiesige Kriminalitätsrate im Halbjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr um ganze 8,4 Prozent gestiegen. Schuld ist, so heißt es in der Pressemeldung, der sprunghafte Anstieg des 'Erschleichens von Leistungen'. Diese Schleicherei bezieht sich ausschließlich auf das 'Schwarzfahren', das, darauf wird explizit hingewiesen, die BVG wegen eines technischen Defekts im vergangenen Jahr leider nicht an die Polizei weiterleitete. Zu früh gefreut im vergangenen Jahr also. Nicht gemeldet wurden 2010 auch die neun aufgedeckten Freireisen des Alexander W. (42), der zu den Tatvorwürfen ratlos erklärte: "Ik kann dit nich ändern."
Häftling drohte Rechtsanwältin mit Enthauptung(22.8.2011 02:00) Weil eine Rechtsanwältin angeblich die für die Abschiebung bestimmten 1.000 Euro ihres Mandanten als Honorar verrechnete, terrorisierte sie ein Häftling ein Jahr lang verbal und schriftlich mit den widerwärtigsten Anwürfen und mit Todesdrohungen. Der aus Serbien gebürtige Bauarbeiter gab sich geständig. Während er 'nur noch hier raus will', wünscht die Nebenklage seine Unterbringung in der Sicherungsverwahrung...
"Eine Minute im Leben meines Mandanten"(14.8.2011 21:52) Angesäuselt, übermütig, gereizt. Daniel T. (27) ist in der Nacht des 1. zum 2. Mai 2011 mit vier Kumpels am Kottbusser Tor unterwegs. Er hat sich ein Konzert angehört, ist bislang unbestraft. Bedrängt durch Polizeieinheiten und verärgert durch einen Pfeffersprayeinsatz wirft Daniel T. seine leere Bierflasche nach den Männern in Uniform. Kurz darauf bringt ihn ein sogenannter 'Beinfeger' zu Boden. Ein Opfer wird sondiert, Strafanzeige erstattet. Drei Monate später die Gerichtsverhandlung. Daniel T. droht eine Freiheitsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung von sechs Monaten aufwärts...
Lotterie mit dem Glücksspiel(07.8.2011 21:06) Ob Lotto oder Sportwetten, Geld verlieren kann der Glücksritter in Deutschland offiziell nur an den Staat. Im September 2010 stellte der Europäische Gerichtshof (EuGH) das staatliche Glücksspielmonopol wegen offensiver Werbepraktiken in Frage. Eindeutige Regelungen für den deutschen Glücksspielmarkt stehen seither aus. In der Grauzone allgemeiner Rechtsunsicherheit betrieb der Jurastudent Bagdat M. (30) ein Büro für Sportwetten mit Café an der Turmstraße, erhielt einen Strafbefehl über 900 Euro, dem er widersprach und landete Anfang August dieses Jahres vor dem Amtsgericht Tiergarten...
Lust an der Therapie(31.7.2011 20:01) Selten kommt es im Amtsgericht Tiergarten vor, dass ein Staatsanwalt nach einer Beweisaufnahme von der Richtigkeit seiner Anklage überzeugt ist, aber - leider, leider - , dennoch einen Freispruch fordert. Ein sexueller Missbrauch im Behandlungsverhältnis liegt nicht vor, wenn der Angeklagte kein staatlich anerkannter Psychotherapeut ist, entschied der Bundesgerichtshof in einem Präzedenzfall. Auch Reiki-Heiler Dietmar F. (53) durfte sich eines Freispruchs aus ähnlichem Grund erfreuen. Denn der Vorsitzende Richter mochte nicht ausschließen, dass die von dem Angeklagten an einer Klientin vorgenommenen, sexuellen Handlungen ausschließlich therapeutischem Zweck dienten. Er erklärte: "Das Ganze war doch nicht lustvoll, sondern eher bizarr". (Reportage von Uta Eisenhardt)
Der letzte Zeuge - Strafrechtler vor dem Kadi(20.7.2011 20:43) Es bleibt bei einem Freispruch für Strafverteidiger Detlev Müllerhoff. Dem Berliner Rechtsanwalt war vorgeworfen worden, Teile der mutmaßlichen Beute seines Mandanten Ronald H. vor zehn Jahren ins Trockene gebracht zu haben. Im September vergangenen Jahres wurde Müllerhoff ohne Anhörung der Belastungszeugen freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein.
Lappalien großen Stils auf Ebay(12.7.2011 22:05) Am 30. November letzten Jahres verurteilte das Amtsgericht Tiergarten den aus Dresden gebürtigen Tom S. (29) wegen gewerbsmäßigen Betrugs in neun Fällen zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren und 400 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Der abgebrochene Jurastudent und Kunsthändler aus gutem Haus hatte zwischen 2004 und 2005 auf Ebay wertlose, mit falschen Nachlassstempeln aufgewertete Bilder als Originale namhafter Künstler verkauft, Startpreis: 1 Euro. Tom S. benutzte diverse Accounts, Identitäten, SIM-Karten und bot selbst auf seine Waren. Ich bin unschuldig, erklärte Tom S., der spätestens Ende 2010 wieder eine Karriere als Rechtsanwalt ins Auge fasste und ging in Berufung.
ElitePartner bittet zur Kasse(2.7.2011 23:17) Seit 2004 betreibt die EliteMedianet GmbH die Singlebörse ElitePartner.de. Mit Transparenz glänzt die Anspruchvollen-Single-Börse jedoch nicht. 2009 ging sie mit einem 14-tägigen Test-Account auf Kundenfang. Einige Probe-Elitepartner erlebten mit diesem Testabonnement ihr blaues Wunder. Auch die Berlinerin Svenja L.* nickte, wie etliche andere, bei der Registrierung das Kleingedruckte ohne zu lesen ab. Jetzt soll sie ohne nennenswerte Gegenleistung schlappe 900 Euro zahlen...
Frau räumt Vergewaltigung ein(23.6.2011 11:22) Das ging noch einmal glimpflich aus. Jedenfalls für die Angeklagte. Nachdem Aycan T. am letzten Prozesstag ausgesagt hatte, dass die von ihrer ehemaligen Liebsten behauptete Vergewaltigung und Freiheitsberaubung freie Erfindung seien, sollte am 22. Mai 2011 auch das mutmaßliche Opfer, Verena F. gehört werden. Dazu kam es nicht. Dafür zu einer überraschenden Wendung...
Soll ich noch mal anfangen...?(15.6.2011 20:25) Ein 61-jähriger, gehörloser Frührentner soll im Winter 2010, vier Tage vor Weihnachten, seine Gattin in der gemeinsamen Wohnung im Wedding eingesperrt, bedroht, geschlagen, missbraucht und vergewaltigt haben. Bernd L.-C. streitet die Tat ab und hüllt sich in Schweigen...
Stalking - Wegen dir sind wir berühmt geworden!(12.6.2011 18:32) Bircan P.* ist 54 Jahre alt, verheiratet, hat ein Kind. Er lebt seit 16 Jahren in Berlin und arbeitet seit 31 Jahren als türkischer Rechtsanwalt. Ich verdiene 3.000 Euro im Monat, brutto, erklärt Bircan P. lachend. Ein erfolgreicher Mann, möchte man meinen. Doch Bircan P. treibt eine verhängnisvolle Obsession. Seit mehr als fünf Jahren stellt er einer jungen Tschibo-Verkäuferin nach. Ich liebe sie, brüstet er sich offen vor dem Gericht. Bircan P., der sich in erster Linie als heißblütiger Liebhaber versteht, hält alles für ein Mentalitätsproblem. Gegen die im Oktober 2010 gegen ihn ergangene sechsmonatige Bewährungsstrafe legte er deshalb Berufung ein. Am 25. Mai 2011 wurde auf Wunsch des Juristen der Fall noch einmal aufgerollt. Zu seinen Ungunsten...
Prozess gegen Hermsdorfer DROGENARZT - Urteil(1.6.2011 18:6) Im Mai vergangenen Jahres verhandelte die 35. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Ralph Ehestädt gegen einen Hermsdorfer Arzt und Psychologen, dessen Therapiemethoden (Drogentherapie/Psycholyse) zwei Patienten den Tod brachten und einen weiteren nachhaltig schädigte. Die Anklage lautete 2010 auf versuchten Mord, Körperverletzung und gefährliche Körperverletzung. Verurteilt wurde Garik R. (52) schließlich zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten wegen Körperverletzung mit Todesfolge in zwei, gefährlicher Körperverletzung in fünf Fällen in Tateinheit mit dem Überlassen von Betäubungsmitteln. Die Strafkammer verhängte zudem ein dauerhaftes Verbot gegen den Angeklagten, als Psychotherapeut oder niedergelassener Arzt arbeiten zu dürfen. Garik R. hatte mit seiner Revision beim Bundesgerichtshof Erfolg und konnte das Urteil jetzt zu seinen Gunsten modifizieren...
Vorsicht, Pampa!(27.5.2011 18:24) Kennen Sie den Unterschied zwischen dem vorsätzlichen Fahren ohne Fahrerlaubnis und dem Fahren ohne Führerschein? Letzteres ist eine Ordnungswidrigkeit und wird mit zehn Euro Bußgeld bestraft. Ersteres ist eine Straftat und kann eine Haftstrafe bis zu einem Jahr nach sich ziehen. Dem Neuruppiner Amtsgericht (Ostprignitz) ist der feine Unterschied offenbar zu komplex. Oder es läd sich gern Gäste aus der Bundeshauptstadt zu einer kompletten Gerichtsverhandlung ein. Am 26. Mai 2011 machte die Berlinerin Carsta Z. auf diese Weise erste Erfahrungen mit dem Kadi...
Dichtung und Wahrheit(16.5.2011 19:52) Zwei junge Frauen teilen 2009 eine kurze Liebelei von drei, vier Monaten. Im letzten Trennungsszenario einer kalten Januarnacht soll eine der anderen eine Szene gemacht und ihre Ex-Liebste eingesperrt, vergewaltigt und misshandelt haben...
Examinierter Dealer erneut vor Gericht(30.4.2011 16:49) Am 10. Mai 2010 verurteilte eine Kammer des Berliner Landgerichts den Arzt und Psychologen Garik R. wegen gefährliche Körperverletzung und Körperverletzung mit Todesfolge in zwei und fünf Fällen in Tateinheit mit dem Überlassen von Betäubungsmitteln zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten. (berlinkriminell.de berichtete) Garik R. hatte in seiner Hermsdorfer Praxis ohne die erforderliche Qualifikation tiefenpsychologisch im Stil der Psycholyse gearbeitet, dabei unerlaubt Drogen verabreicht und in einer Sitzung im September 2009 mit der Ausreichung einer Überdosis den Tod zweier Patienten verursacht.
Urteil im Prozess gegen Markus Frick(14.4.2011 20:29) Ein Bäcker wird Börsen-Guru bewirbt erfolgreich Aktien nach Gefühl, wird reich. Glück gehabt. Er hört nämlich (immer wieder!) die Nachtigall trapsen, kauft wertlose Papiere, wärmt sie an der Sonne Maritius, hypt sie digital, auf Papier und Bildschirm, stößt sie ab, wird Goldmarie (als hätte er was gewusst). 20.000 Anleger folgen wie die Lemminge, kaufen, bleiben zumeist auf dem Ramsch hängen. Pech gehabt! Eine Berliner Wirtschaftsstrafkammer fand das nicht richtig. Sie verurteilte den schweigsamen Goldjungen zu einer Bewährungsstrafe. 42 Millionen für die Justizkasse, vier für den Angeklagten. Unbillige Härten sind gemein. Gesetze müsste man haben!
Erstes Urteil im Islamisten-Prozess(27.3.2011 17:33) Zweieinhalb Jahre Haft verhängte der erste Berliner Strafsenat heute gegen eine der drei Unterstützer terroristischer Gruppen im afghanischen Grenzgebiet. Filiz Gelowicz (28), die zwischen Oktober 2009 und Februar 2010 in fanatischer Weise Internetaktivitäten für Al Qai
Börsenmanipulation: Geschäfte mit Luft(24.3.2011 16:13) Nach einer weiteren Erklärung des Angeklagten Börsenmanagers Markus Frick, vorgetragen durch seinen Verteidiger Dr. Daniel Krause, werden offenbar einige der angeklagten Anklagepunkte entfallen. (berlinkriminell.de berichtete) Dafür hat das Gericht die Verfahrensbeteiligung von GIBO GmbH und SI-Finanz angeordnet, Unternehmen, über die die Deals mit den zur Rede stehenden Aktien abgewickelt worden sein sollen. Die Staatsanwaltschaft betont: die Anklage betrifft nur einen winzigen Teil, der untersucht worden ist. Etwaige dubiose Geschäfte mit fallenden Kursen sind nicht Gegenstand der Anklage, die sich im Wesentlichen auf die Untersuchungen der Finanzaufsicht BaFin stützt.
Erster Prozess im Zusammenhang mit der Räumung der Liebigstraße(20.3.2011 18:33) Vor anderthalb Monaten räumte die Berliner Polizei mit großem Aufgebot die Liebigstraße 14 (Friedrichshain). Im Vorfeld hatte es heiße Diskussionen bis in den Bundestag gegeben; selbst die Berliner Grünen waren sich über die Räumung nicht einig. Am Montag wird es einen ersten Prozess geben.
Markus Frick: Staatsanwalt fordert drei Jahre Haft(8.4.2011 2:49) Anders als vielleicht erwartet, kam es heute nicht zu einem Urteil im Verfahren gegen den wegen Börsenbetrugs angeklagten Börsenberater Markus Frick. Nach den Plädoyers, in denen Staatsanwalt Tarvo Hovi eine Haftstrafe von drei Jahren forderte, die Verteidigung jedoch strafrechtlich keine Anhaltspunkte für eine Verurteilung sah, stellte das Gericht das Urteil für Donnerstag, den 14. April 2011, in Aussicht.
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