Italien: Tourismussteuer soll den Erhalt der Kulturdenkmäler finanzieren



 
26.08.2011 - 13:01 | Autor: Redaktion RSSN

Venedig und Florenz folgen Vorreiter Rom

Um ihre Kulturdenkmäler und kunsthistorischen Schätze zu erhalten und entsprechende Maßnahmen zu finanzieren, erheben einige Städte und Gemeinden Italiens seit Beginn des Jahres eine Tourismussteuer. Nach Rom folgte Venedig und nun will Matteo Renzi, Bürgermeister von Florenz, analog zu den venizianischen Regeln den Besuch seiner Stadt besteuern.

Was bei den Äolischen Inseln längst Gang und Gäbe ist, wird auf immer mehr Stadtgebiete übertragen werden. Wer mit dem Schiff die Inseln vor Sizilien besucht, zahlt nämlich zusätzlich zur Fahrkarte einen Obolus von 1 €. Ein Besuch des Kraters der Vulkaninsel Stromboli und Vulcano kostet gar 3 €. Lokalverwaltern der Äolischen Inseln dient das Geld dazu, die Insel sauber zu halten. Beschwert hat sich ihren Angaben nach bislang niemand.

Karneval in Venedig kostet "Eintrittsgeld"

In jedem Jahr lockt der Karneval in Venedig Millionen Übernachtungsgäste in die gänzlich ausgebuchte Stadt. Sandro Simionato, Vizebürgermeister der Stadt hält die Tourismussteuer angesichts der Tatsache, dass täglich Hunderttausende Menschen die Dienstleistungen und Angebote Venedigs nutzen, für angemessen. Das Geld komme dem Erhalt der Palazzi, Monumente, Denkmäler und Parks zu Gute - außerdem wird es ihm helfen, seine Bilanzen zu verbessern.

Je nach Jahreszeit und Art der Unterkunft (Hotel, Pension oder Campingplatz) gilt es künftig einen Beitrag zu entrichten. So muss ein Gast eines 5-Sterne-Hotels in der Hauptsaison pro Nacht 5 € zahlen, für eine Ferienwohnung werden 2 € fällig. Für Kinder fällt die Steuer erst ab dem 10. Lebensjahr an, Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren zahlen den hälftigen Beitrag. Summa summarum könnte diese Abgabe binnen 2-Jahres-First allein 54 Millionen € in Venedigs marode Stadtkasse spülen.
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